Knaller vor Gericht

Landsberg – Kistenweise stapelten sich die Feuerwerkskörper bei dem 24-jährigen Angeklagten im Keller. Diese waren einige Wochen zuvor aus einem Container gestohlen worden. Wer genau an dem Diebstahl beteiligt war und wie die Kisten in den Keller des Angeklagten kamen, konnte vor Gericht nicht vollständig geklärt werden. Von der Verfolgung des Diebstahl-Vorwurfes wurde zwar abgesehen, ungeschoren kam der 24-jährige Landsberger aber nicht davon.

In der Nacht vor Heiligabend 2013 wurde auf dem Aldi-Parkplatz in der Augsburger Straße ein Container aufgebrochen und Feuerwerkskörper im Gesamtwert von 1500 Euro daraus gestohlen. Einige Wochen später wurde der Angeklagte mit einer Schreckschusswaffe in Kaufering erwischt – unerlaubertweise, denn er besaß keinen Waffenschein. Es kam zu einer Wohnungsdurchsuchung, wobei die Polizisten im Keller die Kisten mit den Feuerwerkskörpern entdeckten.

Laut einem Aktenvermerk der Kripo Fürstenfeldbruck gab der Angeklagte an, im Keller seien „ein paar“ Silvesterkracher gelagert. Diese wären von Freunden. In diesem Zusammenhang fiel auch der Name eines 33-jährigen Bekannten des Angeklagten. Dieser saß deshalb ebenfalls auf der Anklagebank. Doch der 33-Jährige sei überhaupt nicht in der Lage, an solch einem Diebstahl mitzuwirken, so dessen Verteidigerin Anita Trautwein, da er nach einem Unfall einen Schwerbehintern-Ausweis führe und mit „komplexen motorischen“ Einschränkungen zu kämpfen habe.

Nach einem Rechtsgespräch zwischen Verteidiger, Staatsanwältin und Richterin, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft von der Verfolgung des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Diebstahls abgesehen. Den 33-Jährigen sprach Richterin Sabine Grub frei. 

Im Bezug auf das unerlaubte Führen einer Schusswaffe plädierte Rechtsanwalt Sascha Scharr auf eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro. Schließlich habe sein Mandant niemanden gefährdet, da es sich „nur“ um eine Schreckschusswaffe handelte. Sollte eine Freiheitsstrafe zum Einsatz kommen, dann auf Bewährung, so Scharr. Richterin Grub sah jedoch eine Freiheitsstrafe als unerlässlich an. Sein Geständnis spreche zwar für den Angeklagten, jedoch sei er einschlägig vorbestraft und habe unter offener Bewährung gehandelt. Eine Schreckschusswaffe dürfe man außerdem nicht bagatellisieren. Sie verurteilte den 24-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten ohne Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Monate gefordert.

Astrid Erhard

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