Total vernebelt

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Nach fast eineinhalb Jahren Arbeit an dem Projekt „Nebelkammer“ ist sie nun fertig. Interessiert schauen die Schüler in das Fenster und beobachten die Nebelspuren, die radioaktive Strahlung nachweisen.

Landsberg - Für ihr Projekt „Bau einer Nebelkammer“ sind die Schüler des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums vom Kultusministerium ausgezeichnet worden. Im Zuge dessen präsentierten sie ihren Mitschülern die Ergebnisse und erklärten die Funktionsweise der Kammer.

Der Kasten sieht ein bisschen aus wie ein Tageslichtprojektor. Das Gehäuse hat ein beleuchtetes Fenster. Blickt man in dieses Fenster hinein, sieht man kleine Nebelspuren, die aussehen wie die Kondensstreifen, die auch Flugzeuge am Himmel hinterlassen. Mithilfe einer Kamera werden die Ereignisse in dem Kasten auf eine Leinwand projiziert. Dieser Kasten ist eine Nebelkammer, mit der man Spuren radioaktiver Strahlung nachweisen kann. 

Stolz präsentierten die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Wolfgang Herz am vergangenen Donnerstag ihr Projekt im Physiksaal der Schule. Gemeinsam erklärten sie ihren Mitschülern, wie sie die Kammer geplant und gebaut haben und wie sie im Detail funktioniert. 

Rund eineinhalb Jahre beschäftigte sich das P-Seminar einmal pro Woche mit dem Bau dieser „kontinuierlich arbeitenden Nebelkammer“. Die Schüler konnten sich quasi für sein Seminar im Fachbereich Physik bewerben, erzählt Herz. Acht Schüler taten das dann auch. Die Motivation für die Gymnasiasten: Weg von der „Kreidephysik“ mit vielen Formeln an der Tafel und hin zu spannendem Physikunterricht. 

In den Ferien verbrachten die Schüler eine ganze Woche bei Hilti in Kaufering. Gemeinsam mit den dortigen Auszubildenden bauten sie in dieser Praktikumswoche das Innenleben der Nebelkammer. Das Gehäuse stellten sie dann in der Schule her. „Das war ganz schön knifflig. Die Schüler haben bis zuletzt daran gearbeitet und die ein oder andere Extraschicht eingeschoben“, erzählt Oberstudienrat Herz. 

P-Preis und 200 Euro 

Doch am Ende haben sich die Mühen gelohnt: Die acht Schüler vom P-Seminar „Bau einer Nebelkammer“, ihr Lehrer und die Hilti-Auszubildenden können sich nun über eine Auszeichnung freuen: Das Baye­rische Staatsministerium für Unterricht und Kultus vergibt zusammen mit der vbw-Vereini­gung der Bayerischen Wirtschaft e.V., dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. (bbw) und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG jedes Jahr den „P-Seminar-Preis“. In diesem Jahr geht einer von drei Preisen für Oberbayern West und damit ein Preisgeld von 200 Euro an das Dominikus-Zimmermann-Gymnasium. „Gute Ideen, überzeugende Konzepte und gelungene Umsetzung“ werden mit dem Preis geehrt, heißt es von Seiten des Staatsministeriums. 

Finanziert wurde das Projekt zum Einen von Hilti und zum Anderen von der Wilhelm Stemmer-Stiftung. „Wir unterstützen hauptsächlich naturwissenschaftliche Projekte, die das Interesse der Jugendlichen wecken“, erzählt Wilhelm Stemmer selbst bei der Präsentation der Nebelkammer. Schulleiter Bruno Bayer hob die tolle Leistung des Schülerteams hervor: „Als Schule so etwas zu haben – darauf können wir stolz sein.“ Die feierliche Preisverleihung fand am vergangenen Montag bei Hilti statt.

Astrid Erhard

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