In den Ruhestand:

Abschied mit Sorge

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Sein Büro in der Justus-von-Liebig-Straße hat der fachliche Leiter im staatlichen Schulamts Rudolf Schönauer mittlerweile geräumt – heute wird der 64-Jährige offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Landkreis – Rudolf Schönauer, fachlicher Leiter im staatlichen Schulamt Landsberg, packt nach elf Jahren in der Behörde seine Koffer. Er wird heute offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Und schon bald wird er auch dem Landkreis den Rücken zu kehren. Seine Nachfolgerin steht bereits fest – und sie ist keine Unbekannte im Landkreis.

Zu Beginn seiner Karriere im Schulamt habe er sich noch gefragt, ob die Schulaufsicht wirklich das Richtige für ihn sei, erinnert sich Rudolf Schönauer. Das war 2006 und er war zuvor in der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen als Dozent und Institutsrektor tätig. Das Umtriebige, das Vielfältige an der Akademie hatte einen besonderen Reiz für den in Wertingen geborenen Schönauer. „Doch dann habe ich festgestellt, dass ich das im Schulamt genauso habe“, sagt er im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

2013 trat er dann die Nachfolge von Schulamtsdirektor Konrad Lemnitzer an. Damit übernahm er die Zuständigkeit für die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Landsberg. Das bedeutet: Planungsinstanz für den Unterricht von etwa 6.500 Schülern, Personalverantwortung für etwa 560 Lehrkräfte sowie Führungsverantwortung für 22 Schulleiter plus Konrektoren.

Mit der gestrigen Verabschiedung im Landratsamt endet Schönauers Zeit im Landsberger Schulamt. Besonders habe er an seiner Arbeit geschätzt, „dass jeder Tag Neues mit sich gebracht hat und die vielen wunderbaren Menschen“, mit denen er zusammengearbeitet hat. Der neue Lehrplan ist seinen Aussagen zufolge „genial“ und besonders die Prüfungen junger Lehrer habe ihm oft gezeigt, wie beherzt und gekonnt dieser umgesetzt wird.

Aber gleichzeitig macht sich Rudolf Schönauer auch Sorgen um die Zukunft der Schulämter: „Ich habe die persönliche Wahrnehmung, dass die Arbeit und Leistung der Schulämter zu wenig im gesamtgesellschaftlichen Kontext wahrgenommen wird“, sagt er. Im Gespräch sei außerdem eine Umstrukturierung mit dem Ziel einer Zentralisierung von Aufgabenbereichen.

Der scheidende Landsberger Schulamtsdirektor sieht diese Entwicklung äußerst kritisch: „Ein Amtsleiter aus Fürstenfeldbruck hat beispielsweise in Rott keinerlei Kenntnisse vor Ort.“ Oder eine Schule wie die in Apfeldorf mit gerade einmal 60 Schülern würde es, laut Schönauer, andernorts schon gar nicht mehr geben: „Eine Schulaufsicht mit örtlicher Distanz orientiert ihre Entscheidungen an profanen Zahlen und nicht an den Menschen vor Ort“, ist Schönauer überzeugt.

Privat steht nun für Schönauer der Umzug nach Nürnberg an. Die berufliche Zukunft seiner Frau, die eine Stelle am dortigen Schulamt antreten wird, führt die beiden in die Frankenmetropole. Pläne für seinen Ruhestand hat der 64-Jährige aber schon: Er will sich vermehrt in der Obdachlosenarbeit engagieren.

In diesen Tagen wird Schönauer sein Amt in die Hände von Monika Zintel legen. Sie war zuletzt stellvertretende Schulamtsleiterin in Augsburg. Zuvor leitete Zintel unter anderem die Grund- und Mittelschule in Utting sowie Schwabmünchen.

Für Rudolf Schönauer ein großes Glück, dass seine Nachfolge im unterbesetzten Bezirk Oberbayern ohne Lücke erfolgen kann. Dies sei keinesfalls selbstverständlich und in anderen Landkreisen warte man durchaus ein paar Monate auf eine Neubesetzung. Er sieht darin ein „gute Entscheidung des Ministeriums“.

Astrid Neumann

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