Schule trifft Wirtschaft

Schule trifft auf dem Kauferinger Montessori-Podium Wirtschaft (von links): Malermeister Wilhelm Knoll aus Kaufering, Niklas Weyer von der Weyer GmbH Utting, Andreas Wagner, Personalleiter bei Almeda in München, Ex-Schülerin Sonja Gänsdorfer und Erzieherin Ellen Stärk. Foto: kb

Keine Lehrer im eigentlichen Sinne, sondern unter Filmemacher, medizinische Bademeister, Pferde­- flüste­rer oder Energie-Architekten standen kürzlich vor den Klassen der Montessorischule. Diese und andere Professionen stellten engagierte Erwachsene vor, die ihren (Berufs-)Weg bereits ge­funden haben und erfolgreich im Wirtschaftsleben stehen.

Die zur Teilnahme angebotenen Projekte der Unternehmen waren so vielfältig wie die Wirtschaft selbst, ebenso die Art und Weise des Engagements. Während einige Firmen direkt vor Ort an der Schule aktiv wurden, boten andere Betriebsführungen oder Workshops im eigenen Betrieb an. Ein wesentliches Element war allen eigen: Die Männer und Frauen aus unterschiedlichsten Berufssparten erzählten den Schülern sehr einprägsam und praxisnah davon, wie sie zu ihren Beruf/-ung-/en kamen, welche Ausbildung dafür notwendig ist, welche Zusatzqualifikationen hilfreich sind. Auch, zu welchem Typ Mensch der jeweilige Beruf passen könnte, welche persönlichen Wertvorstellungen oder Zielsetzungen Voraussetzung für die erfolgreiche Ausübung sind, „was“ den Beruf als solchen überhaupt ausmacht. Erster Anstoß Ziel des Projektes – das seinen Höhepunkt im abschließenden Wirtschaftsforum fand – war es, die Montessorischüler frühzeitig mit der Welt der Wirtschaft in Kontakt zu bringen. Zum einen, um den Jugendlichen Berührungsängste zu nehmen und einen ersten Anstoß zur beruflichen Orientierung zu geben, zum anderen, um die Schüler auch mit der Tatsache vertraut zu machen, welche Betriebe aus der näheren oder weiteren Umgebung ein relevanter und interessanter Bereich für zukünftige Absolventen sein könnten. „Letztendlich geht es bei dieser Aktion vor allem auch um Vernetzung der Schule mit der Berufswelt, das Knüpfen erster Kontakte, der Austausch von Infos und Angeboten“, erklärt Beate Lahner-Ptach, Mitorganisatorin des Wirtschaftsforums. Firmen und Fachschulen erhielten auch die Gelegenheit, sich mit ihren Angeboten zu präsentieren und den Schülern aufzuzeigen, welche Aufgaben und Chancen in der Berufswelt oder an weiterführenden Schulen auf sie warten. „Es ist kein Lernen aus dem Lehrbuch, die Informationen kommen aus der Praxis und lassen sich von unseren Kindern so besser begreifen“, lobte eine Mutter. Forumsrunde „Der Prozess in der Kleingruppe war toll. Weil wir selbst praktisch arbeiten durften“, meinte Johann zur Projektwoche. Helena aus der Klasse „Erde“ sagte: „Ich fand es bei der Hebamme sehr interessant. Sie hat alles so erklärt, dass ich sie immer verstanden habe. Ich könnte mir diesen Beruf auch gut für mich vorstellen.“ Lea R.: „Ich fand den Besuch im Theater am besten. Wir durften Rollenspiele machen. Einfach gut!“ Auch die teilnehmenden Vertreter aus der freien Wirtschaft waren angetan von der besonderen Atmosphäre. „Ich fühle mich ein wenig so, als stünde ich an Stelle der Kinder“, beschrieb Diana Angela Gmelin von walRaum. An vielen Stationen hatten die Schüler Gelegenheit, sich sehr persönlich Beratung und Informationen zu holen, wie etwa beim Stand des Architekturbüros Palais Mai, der vorwiegend von Jungs belagert wurde. Dort ließen sich die Schüler im Dialog mit Architekt Peter Scheller anhand von Modellen statische Anforderungen an Gebäuden oder planerische Herausforderungen, etwa im Schulbau, erklären. Besonders spannend war wohl für alle Teilnehmer, Schüler, Pädagogen und Unternehmern, die Forumsrunde mit Vertretern aus der Wirtschaft sowie ehemaligen und aktuellen Schülern. Gesprochen wurde über Anforderungen der Wirtschaft, verschiedene Blickwinkel wurden beleuchtet, Erfahrungen ausgetauscht. Das Forum „Montessori trifft Wirtschaft“ fand in dieser Form erstmalig an der Montessorischule Kaufering statt. Dem Aktionstag vorgeschaltet war eine Projektwoche zur vertieften Berufsorientierung.

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