Neue Schulamtsdirektorin Brigitte Sulzenbacher

mebis und mehr: Schulen im Landkreis Landsberg „auf gutem Weg“

Brigitte Sulzenbacher
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Seit Weihnachten im Amt: die neue Fachliche Leiterin des Schulamtes Brigitte Sulzenbacher.

Landkreis – Im Schulamt des Landkreises gibt es Veränderungen: An Heiligabend ist die fachliche Leiterin und Schulamtsdirektorin Monika Zintel in die Freistellungsphase gegangen. Ihren Posten hat ihre bisherige Stellvertreterin Brigitte Sulzenbacher übernommen. Und auf deren Posten rückt der 41-jährige Rektor Steffen Heußner nach.

Zwar ist die 62-jährige Monika Zintel nach dreieinhalb Jahren als Schulamtsdirektorin bereits seit Heiligabend in der Freistellungsphase. „Die offizielle Verabschiedung ist aber erst im Februar“, teilt Brigitte Sulzenbacher mit. Coronabedingt wohl eine Online-Veranstaltung, vermutet die neue Schulamtsdirektorin.

Für Sulzenbacher ist das Staatliche Schulamt des Landkreises nicht neu. Seit 2014 ist sie als zweite Schulamtsdirektorin dort in der Schulaufsicht tätig, seit 19 Jahren arbeitet die studierte Grundschullehrerin schon im Landkreis. Nach ihrem Studium in Augsburg war sie erst in Schwaben als Lehrerin und Beratungslehrkraft beschäftigt. 2002 wechselte sie schließlich in den Landsberger Landkreis und wurde die Schulleiterin der Grundschule Apfeldorf. 2006 startete sie als Rektorin der Grund- und Mittelschule Weil. Viele Jahre habe sie auch als Referentin bei Fortbildungsveranstaltungen an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen und bei der Regierung von Oberbayern gearbeitet, erzählt die heute 60-Jährige.

Ihr Antritt als Fachliche Schulamtsleiterin fällt in eine nicht gerade einfache Situation. „Es gibt aber immer wieder Zeiten, die mehr fordern“, sagt Sulzenbacher. Zeiten, in denen der Unterricht umgestellt werden müsse und Lehrer neue Unterrichtsmethoden erarbeiten.

Die momentane Situation an den Grund- und Mittelschulen des Landkreises sei natürlich unterschiedlich: „Das hängt unter anderem auch mit den Voraussetzungen an den jeweiligen Schulen zusammen.“ Sie habe aber eine große Bereitschaft und ein ebenso großes Interesse seitens der Lehrkräfte für die Weiterbildungen in Bezug auf Wechsel- und Distanzunterricht bemerkt: „Noch bis zum 23. Dezember wurden die Online-Kurse zur Fortbildung gut genutzt.“ So würden unterschiedliche Methoden des Distanzunterrichtes vermittelt – ob beispielsweise ein Lehrer in einer Videokonferenz mit der ganzen Klasse startet, Aufgaben vergibt, die offline bearbeitet und später online besprochen werden. Oder ob es besser ist, wenn von Anfang an in kleinen Gruppen gearbeitet wird. Grundschüler bräuchten hier eine andere Herangehensweise als ältere Schüler, so Suzenbacher. Wie der Unterricht aber genau ablaufe, hänge mit den Bedingungen der jeweiligen Schule zusammen. „Das entscheidet dann der Schulleiter“.

Insgesamt sieht Sulzenbacher die Schulen im Landkreis aber „auf einem guten Weg“. So habe das Schulamt auch viele positive Rückmeldungen von Eltern und Lehrern erhalten. Die Klagen über Probleme wie beispielsweise fehlende technische Ausstattung für oder Schwierigkeiten im Online-Unterricht erreichten das Schulamt selbst selten, „da sind meistens auch der Schulleiter und die Lehrer organisatorisch gefragt“.

mebis und mehr

Um die beschlossene Fortsetzung des Distanzunterrichts bis mindestens Ende Januar zu unterstützen, biete das Schulamt weiterhin Fortbildungen an. Beim Distanzunterricht hielten die Lehrkräfte den persönlichen Kontakt aber auch durch Telefonate – nicht nur in rein digitaler Form. „Die Lehrkräfte der Grund- und Mittelschulen im Landkreis sind auf diese Form der Beschulung vorbereitet und können auch durch speziell ausgebildete Lehrkräfte – durch die ‚Berater digitale Bildung‘ oder ‚Fachberater Informatik‘ – Hilfe in Anspruch nehmen“, konkretisiert Sulzenbacher. An den Schulen werde zudem eine Notbetreuung für Eltern angeboten, die ihre Kinder nicht selbst betreuen können, unabhängig, ob die Eltern einen „systemrelevanten“ Beruf haben.

Die häufig kritisierte Lernplattform mebis sei „nur ein Tool“, das für den Distanzunterricht verwendet werde. Manche Schulen hätten auch eigene Webseiten, über die sich die Schüler oder auch deren Eltern die Unterrichtsmaterialen herunterladen könnten. Auch für Videokonferenzen gebe es andere Möglichkeiten. Dennoch halte sie mebis für keine schlechte Plattform – solange eben nicht alle gleichzeitig darauf zugriffen. Sie werde in den niedrigeren Klassen weniger verwendet, erst höhere Jahrgangsstufen griffen auf mebis zurück. Eine Absprache unter den Schulen, wer mebis wann nutze, gebe es ihres Wissens allerdings nicht.

Was noch ansteht

Im Schulamt beginne jetzt bereits die Planung des neuen Schuljahres mit den Versetzungs­anträgen der Lehrkräfte in andere Regierungsbezirke. Und Ende Januar starteten schließlich auch die Lehrproben. Im ersten Lockdown habe man diese teilweise sogar durch Prüfungsgespräche mit den Lehrkandidaten ersetzen müssen. Der Referendar stelle seinen geplanten Unterricht vor, der dann von den Prüfern bewertet werde. Ob der zukünftige Lehrer beispielsweise daran gedacht hat, eventuelle Störungen in seinen Stundenablauf einzuplanen.

Eine ‚erste Amtshandlung‘ habe es nicht wirklich gegeben, sagt die neue Fachliche Leiterin Sulzenbacher. „Ich habe die Aufgaben von Frau Zintel weitergeführt. Da hat es auch vor dem Wechsel bereits eine sehr gute Kooperation gegeben.“ Insofern stehe sie jetzt auch keinen wirklich neuen Aufgaben gegenüber: „Einen Großteil der Aufgaben kenne ich ja bereits aus meiner bisherigen Tätigkeit im Schulamt“.

Steffen Heußner

Steffen Heußner ist seit Oktober letzten Jahres im Schulamt des Landkreises tätig. Und besetzt seit Ende Dezember den Posten des stellvertretenden Schulamtsdirektors.

Drei Jahre war das Staatliche Schulamt des Landkreises in rein weiblicher Hand. Mit dem Weggang von Schulamtsdirektorin Monika Zintel und dem ‚Nachrücken‘ von deren bisheriger Stellvertreterin Brigitte Sulzenbacher wird ein Platz frei. Und den belegt mit dem 41-jährigen Rektor Steffen Heußner wieder ein Mann.

Heußner, Jahrgang 1979, studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Lehramt für Hauptschulen. 2007 zog er nach seinem Referendariat von Unterfranken in den Landkreis Landsberg und unterrichtete dort mehrere Jahre an der Carl-Orff-Mittelschule in Dießen – unter anderem als Klassenlehrer in den gebundenen Ganztagsklassen und als Mitarbeiter der Schulleitung. Er war auch Ansprechpartner für die Organisation und Umsetzung der schulischen Ganztagsangebote der Carl-Orff-Mittelschule.

Zudem war er als Fachberater für Verkehrserziehung und Unfallverhütung im Schulamtsbezirk Landsberg tätig.

Im Februar 2013 wechselte Heußner an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, in dem er als pädagogischer Mitarbeiter und später auch als stellvertretender Referatsleiter im Fachreferat für Ganztagsschulen tätig war.

Seit Mitte Oktober dieses Jahres ist Steffen Heußner am Staatlichen Schulamt im Landkreis Landsberg tätig und wird dort als weiterer Schulrat zusammen mit Schulamtsdirektorin Brigitte Sulzenbacher, die die Fachliche Leitung von Schulamtsdirektorin Monika Zintel übernommen hat, für die Grund- Mittelschulen im Landkreis Landsberg zuständig sein.

Aktuelle Maßnahmen des Kultusministeriums

Oberstes Ziel sei die „Sicherung von Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit“, betont Kultusminister Michael Piazolo.

• An allen Schulen werden die Abschlussprüfungen verschoben – die neuen Termine werden derzeit noch innerhalb der Schulfamilie abgestimmt.

• Der Termin für das Zwischenzeugnis wird vom 12. Februar auf den 5. März verschoben.

• Die Zahl der Proben in der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule wird nochmals gesenkt: von 18 auf 14 Proben. Der Termin für das Übertrittszeugnis in weiterführende Schulen wird verschoben.

• Am Gymnasium und der Realschule kann die Zahl der verbindlich vorgegebenen Schulaufgaben in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 reduziert werden.

• Für den Lehrplan werden verbindliche Hinweise erarbeitet, um Schüler und Lehrer zeitlich zu entlasten und Planungssicherheit zu schaffen.

• Um Schüler mit Lernrückständen zu unterstützen, werden die „Brückenangebote“ aus dem ersten Halbjahr fortgesetzt.

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