Enorme Summen für die Schulen:

Ist das bezahlbar?

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Rund 20,5 Millionen Euro Kosten werden in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich für die Beruflichen Schulen anfallen.

Landkreis – Rund 63,5 Millionen Euro wird der Landkreis in den nächsten sechs Jahren in die Sanierung und Ertüchtigung seiner Schulen stecken müssen. Das geht zumindest aus der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes hervor, die vergangene Woche Thema im Kreisausschuss war. Die Kostenentwicklung sei durchaus „markant“, so Landrat Thomas Eichinger. Eine Zustimmung hat man deshalb in die Haushaltsplanungen geschoben.

Mit voraussichtlich 20,5 Millionen Euro Kosten, die in den Jahren 2016 bis 2020 anfallen werden, machen die Beruflichen Schulen (BSL) den größten Teil aus. Es handelt sich dabei um mehr als doppelt so viel, als noch im letzten Jahr gedacht. Die Gründe hierfür liegen, laut Kim Leppert von der Schulverwaltung, darin, dass die BSL zusätzlich drei Klassenzimmer für die Berufliche Oberschule (BOS) sowie zwei Klassenzimmer für die Beschulung von Flüchtlingen benötigt.

Neben den bisher angebotenen Ausbildungsrichtungen an der Beruflichen Oberschule Sozialwesen, Technik und Wirtschaft und Verwaltung gibt es nun schon seit längerer Zeit auch Gestaltung und Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie im Angebot der Oberschule. Seit dem letzten Schuljahr werden außerdem zwei weitere Ausbildungsrichtungen im Rahmen eines Schulversuchs erprobt: Internationale Wirtschaft und Gesundheit. Voraussichtlich werden diese aber spätestens ab 2017 in die Regelform überführt werden. Unter Berücksichtigung des demografisch bedingten Schülerrückgangs sind dafür zwei Klassenzimmer vorgesehen.

Im letzten Schuljahr wurden drei Klassen berufsschulpflichtiger Flüchtlinge zwischen 18 und 21 Jahren an den BSL unterrichtet, im aktuellen Schuljahr sind fünf solcher Klassen vorgesehen. Auch für die Asylbeschulung sollen zwei weitere Klassenräume in den Schulentwicklungsplan aufgenommen werden.

Der zweite große Posten ist mit 19,7 Millionen Euro die Wolfgang-Kubelka-Realschule in Schondorf. Die bestehende Turnhalle muss abgerissen werden und wird durch den Neubau einer Dreifachturnhalle ersetzt. Außerdem muss das in die Jahre gekommene Gebäude dringend generalsaniert und erweitert werden (der KREISBOTE berichtete).

Das Ignaz-Kögler-Gymnasium wird bis 2020 rund 7,9 Millionen Euro benötigen, 3,5 Millionen fallen dafür allein für die Kauf- und Sanierungskosten der Lechturnhalle an. Der restliche Betrag fällt auf Maßnahmen wie der Einführung von sogenannten „Lernlandschaften“, der Neugestaltung der Bibliothek sowie Umbauten zur Schaffung von Räumen für die Ganztagsbetreuuung.

Oberbürgermeister Mathias Neuner äußerte in der Sitzung des Kreisausschusses seine Bedenken darüber, „dass wir das alles bezahlen können“. Eventuelle Förderungen vorher abzuschätzen bzw. einzuplanen sei zum jetzigen Zeitpunkt aber wie ein „Blick in die Glaskugel“, so Leppert. Einstimmig beschloss der Kreisausschuss, die Zustimmung zum Schulentwicklungsplan 2015 in die Haushaltsplanung zu verschieben.

Astrid Erhard

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