Schulter an Schulter gegen Rechts

Zwei Demonstrationszüge mit Kundgebungen stehen am Pfingstsamstag, 30. Mai, in der Landsberger Innenstadt an. Rechtsextreme werden ähnlich wie im letzten November vom Bahnhof aus zum Hauptplatz marschieren. Das Landsberger Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus setzt mit einer Demonstration von der Waitzinger Wiese aus und einer Kundgebung auf dem Hauptplatz dagegen. „Schulter an Schulter mit dem Bürgerbündnis“ ist die Stadt Landsberg, so Pressesprecherin Bettina Barnet. Wie sich Landsberg auf diesen Pfingstsamstag einstellt und was seine Bewohner zu erwarten haben, darüber informierten am Donnerstag Ernst Müller vom Ordnungsamt, Ernst Schilcher vom Landratsamt und Alfred Geyer, der Leiter der Polizeiinspektion Landsberg.

Die Rechten hätten im Internet bisher wenig Werbung für ihren Aufmarsch, der von der Gruppe „Freie Kräfte Bayerns“ veranstaltet wird, gemacht, so die Verantwortlichen von den örtlichen Behörden. 200 Personen seien angemeldet worden. „Man kann aber nur unsichere Prognosen darüber geben, wie viele tatsächlich kommen werden“, erklärte Polizeichef Geyer. Der Antragsteller für die rechten Aktionen, die von 13 bis 18 Uhr genehmigt sind, ist wie voriges Jahr Roland Wuttke (NPD). Vom Bahnhof möchte dieser mit Gleichgesinnten zum Hauptplatz marschieren, wo es eine Kundgebung am Marienbrunnen geben wird. Angemeldet sind auch ein Lastwagen mit Bühne und Lautsprecher, Musik, Luftballons und Fahnen. Fackeln sind den Rechten nicht erlaubt, die Anzahl der Fahnen und deren Gestaltung wurde unter besondere Auflagen gestellt, wie Ernst Schilcher, der Sachgebietsleiter für Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt Landsberg, mitteilte. Zum Bahnhof laufen die Rechten dann wieder zurück. Hier wird es zudem jeweils eine kleinere Auftakt- und Abschlussveranstaltung geben. Ein ähnlich großes Polizeiaufgebot wie das letzte Mal wird für Sicherheit in der Stadt sorgen. Geyer: „Wir gehen davon aus, dass es an Sicherheitskräften reicht.“ Halteverbot auf Hauptplatz Ziel sei es, die Beeinträchtigungen für Landsberg und seine Bewohner möglichst gering zu halten, sagte Ernst Müller, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Um Straßensperrungen komme die Stadt zwar nicht umhin, doch gesperrt werde so spät wie möglich. Frühzeitig muss es dagegen ein absolutes Halteverbot am Hauptplatz geben, so Müller weiter. Wenn die Veranstaltungen beginnen, dürften sich dort keine Fahrzeuge mehr befinden. Anders aber, als bei den ersten Demonstrationen im November, solle die Sperrung am 30. Mai aber früher aufgehoben werden, „wenn es die Lage zulässt“, ergänzt Alfred Geyer. Die Verantwortlichen von Stadtverwaltung, Landratsamt und Polizei versuchen, den Tag so zu organisieren, dass Landsberg normal weiterfunktioniert. Deswegen soll es am Samstag trotzdem den Wochenmarkt auf dem Hellmair-Platz geben. Die Händler, die sonst in der Ludwigstraße stehen, könnten zum Infanterieplatz ausweichen. „Die Geschäfte müssen nicht geschlossen werden“, beruhigte Geyer die Einzelhändler. Aufsteller oder Kartenständer dürften aus Sicherheitsgründen aber nicht überall aufgestellt werden. Gegen Rechts wappnen Auf viele engagierte Landsberger, die gegen den Aufmarsch der Rechten protestieren wollen, hoffen nun die Verantwortlichen vom Bürgerbündnis und berichteten, dass für diese Protestaktion bereits mehr Landsberger wegen Bannern angefragt hätten, um ihr Haus gegen die Rechtsextremen „zu wappnen“. Über die geplanten Aktionen des Bündnisses sollen alle Bürger vorab noch einmal bei einer Veranstaltung informiert werden. Bisher ist für den 30. Mai ein Demonstrationszug von der Waitzinger Wiese aus geplant, der sich dort am Parkplatz um 11 Uhr formiert. Der Zug führt in die Stadt und wird über den Vorderen Anger den Hauptplatz erreichen. Im Bereich des Taxi-Standes ist dann eine Kundgebung geplant. OB Ingo Lehmann und ein Zeitzeuge sind als Redner geladen. Auch die Vertreter der Kirchen sollen dafür noch gewonnen werden. Mit Kabarett und Musik von den „Mehlprimeln“ geht das Bürgerbündnis-Programm bis 13.15 Uhr weiter.

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