Bei Schuster geht’s nach Übernahme durch die DHG GmbH wieder aufwärts

Der Blick ist nach vorne gerichtet, Optimismus zurückgekehrt. Das Denklinger Maschinenbauunternehmen Schuster hat nach Insolvenz und Übernahme durch die DHG GmbH wieder Boden unter den Füßen. Zwei Millionen Euro Eigenkapital und einige Darlehen investiert die DHG in das 30 Jahre alte Fami­lienunternehmen. Läuft alles nach Plan, so soll Schuster Maschinenbau in drei bis vier Jah­ren wieder eine Größenordnung von rund 150 Mitarbeitern erreicht haben.

„Es geht wieder weiter“, verkündete Firmengründer Helmut Schuster vergangene Woche im Rahmen der Schuster Technologietage stolz. Potentielle Kunden, aber auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren gekommen, um sich sowohl vom Produktprogramm als auch den Zielen und Zukunftsperspektiven überzeugen zu lassen. Lange sah es nicht so aus, als könne das Unternehmen, das weltweit einzigartige Technologien der Sparten Vertikaldrehmaschinen, 7G Impulser, Sondermaschinenbau und Auto­- matisierungstechnik anbietet, noch gerettet werden. Im April dieses Jahres hatte Schuster Präzision – so der damalige Name – Insolvenz angemeldet, nachdem mit Beginn der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 die Aufträge abrupt eingebrochen und alle liquiden Mittel aufgezehrt waren. „Es mussten harte Entscheidungen getroffen werden“, sagte Geschäftsführer Christian Steidle. So wurden alle Kosten „radikal auf ein Minimum eingedampft und die Belegschaft deutlich reduziert“. Von den ursprünglich rund 100 Mitarbeitern im Bereich Maschinenbau in Denklingen und den 40 Mitarbeitern in der Lohnfertigung in Kaufbeuren konnte nur noch etwa die Hälfte weiterbeschäftigt werden. Trotz der schwierigen Zeit hätten die Mitarbeiter zusammengehalten, so Steidle, „mit der festen Überzeugung, dass ihnen ein Rettungsring zugeworfen wird.“ Der Rettungsring kam am 20. August mit der Übernahme durch die Dreps Holding Gesellschaft (DHG), einer Familienholding aus dem oberschwäbischen Weingarten, die sich den Besitz und das Füh­ren von eigenständigen Unternehmen zum Ziel gesetzt hat. Zwei Millionen Euro Eigenkapital sowie einige Darlehen bringt die DHG in dem Denklinger Unternehmen ein. Zudem erwarb die DHG die Schuster-Immobilie in der Wernher-von-Braun-Straße – „ein klares Bekenntnis zum jetzigen Stand­- ort“, betonte Geschäftsführer Steidle. Die Kaufbeurener Lohnfertigung sei laut Helmut Schuster von der Firma Berger aus Memmingen übernommen worden. „Wir möchten eine solide finanzielle Basis schaffen, sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze bieten und klare, realistische Ziele vorgeben“, erklärte DHG-Gesellschafter Christian Dreps. Die Pläne mit Schuster seien „absolut langfristig“ angelegt. Dass die kommenden zwei Jahre noch schwierig würden, habe man eingeplant. „Aber unser Ziel ist es, in drei, vier Jahren wieder 150 Mitarbeiter zu haben“, so Dreps. Seit der Übernahme hat die Schuster Maschinenbau GmbH, wie sie sich jetzt nennt, wieder fünf ehemalige Mitarbeiter eingestellt. Derzeit sind zehn junge Menschen in Ausbildung, und sechs weitere Ausbildungsplätze sind für das kommende Jahr vorgesehen. „Für uns als Gemeinde ist es sehr wichtig, dass dieses Unternehmen, das vor 30 Jahren mit großem Mut und persönlichem Einsatz aus einer Dorfschmiede entwickelt wurde und für qualifizierte Arbeitsplätze sorgt, sein Fortbestehen gesichert sieht“, freute sich Denklingens Bürgermeisterin Viktoria Horber. Und auch der Firmenchef Helmut Schuster selbst zeigt sich zuversichtlich: „Ich habe immer nach dem Motto gelebt: ‚Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen!’“

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