Garten in neuem Glanz

Schwabhausener Bürger wollen alten Wirtsgarten zum Dorftreffpunkt aufpeppen

Alter Garten neben dem ehemaligen Wirtshaus „Zur Linde“.
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Den alten Wirtsgarten „auffrischen“ – dafür setzt sich Initiatorin Heidi Schadl mit drei anderen Gemeinderäten, Christian Neugebauer, Franz Schäufle und Robert März, sowie Bürger ein.
  • VonAndrea Schmelzle
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Weil/Schwabhausen – In einem nicht mehr genutzten Wirtsgarten in Schwabhausen soll ein zentraler Dorftreffpunkt entstehen – nutzbar und zugänglich für jeden. Wie das gehen kann, zeigen derzeit engagierte Schwabhausener Bürger mit der Projektidee„Wirtsgarten Linde Schwabhausen“, die unlängst auch das Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe LAG Ammersee überzeugt und eine Zusage für das Leader-Förderprogramm erhalten hat.

Sechs Kilometer östlich von Weil liegt der kleine Ortsteil Schwabhausen. Hier leben nur knapp 1.200 Menschen. Aber die sind umso engagierter. So wie die 52-jährige Heidrun Schadl. Sie ist hier geboren, aufgewachsen – und in vielerlei Hinsicht aktiv in ihrem Dorf, erzählt sie. Etwa schon seit 1982 Mitglied im hiesigen Sportverein – mittlerweile Übungsleiterin für eine Pilates-Gruppe. „Was ich mache, mache ich lange“, meint sie. Als Gemeinderätin vertritt sie als eine von vier Schwab­hausener Räten ihren Ortsteil und setzt sich besonders für die Belange der Senioren ein.

Schadl war es auch, die die Idee hatte, den mit alten Linden bewachsenen Wirtsgarten im Ort wieder nutzbar zu machen. Er liegt neben dem ehemaligen Gasthof „Zur Linde“, in dem mittlerweile die Pizzeria „Oide Schui“ ansässig ist. Deren Name wiederum weist darauf hin, dass das Gebäude bis etwa 1969 eine alte Schule gewesen sei, erklärt Schadl. Sie könne sich noch an die Zeit erinnern, circa 20 Jahre her, als dort im Garten eine runde Biertischgarnitur gestanden habe. Alle Leute hätten sich hier versammelt, gesessen, gegessen, getrunken. So etwas wieder zu haben, sei doch „total schön“. Die Idee „Wirtsgarten Schwabhausen“ war geboren. Ein Platz, der zum Treffen und Verweilen einlädt, über Generationen hinweg. „Alt und Jung sollen zusammenkommen“, das ist Schadl wichtig.

Letztes Jahr im September habe sie ein Vor-Ort-Treffen mit anderen Interessierten arrangiert. Spontan seien fast 25 Leute zusammengekommen. Großer Zuspruch und viele Vorschläge hätten es zudem übers Telefon oder per E-Mail gegeben. Es wurde abgestimmt: Bouleplatz, Tischtennisplatte, eine Bühne für Aufführungen, Sitzgelegenheiten, Feuerstelle und Laubengang – das sollen die Bestandteile des zukünftigen Wirtsgartens sein.

Von da an sei es an die Plan­erstellung gegangen, berichtet Schadl. Eine Gemeinderatskollegin habe Pläne gezeichnet, gemeinschaftlich wurden Angebote eingeholt. Auch bei Christian Bolz, Bürgermeister der Gemeinde Weil, die Eigentümer des Grundstücks ist, habe man nachgefragt. Der sei sofort begeistert gewesen – und habe als Vorsitzender der LAG Ammersee die Sache für ein Leader-Projekt vorgeschlagen: „Es ist ja genau das, worum es bei Leader geht – um Bürgerengagement.“

Jetzt hieß es Gas geben. Es war Weils Zweiter Bürgermeister Franz Schäufler, der das Projekt Anfang November im Gremium vorstellte. Mit Erfolg und großer Zustimmung. Mit dem einstimmigen Votum könne nun ein Förderantrag gestellt werden, der bei einem Projektvolumen von 30.000 Euro eine Fördersumme von 15.000 Euro beinhalten kann. Für die Lücke würden noch Sponsoren gesucht, so Schadl.

Die Gartengestaltung werden die Bürger mit einem hohen Maß an Eigenleistung übernehmen. „Alle wollen helfen und sich einbringen“, meint Schadl. „Ein Traum wäre es, wenn wir im Sommer eröffnen können.“ Corona mache jedoch regelmäßige Treffen der Arbeitsgruppen schwierig. Zudem stehe ja auch noch die Entscheidung des Gemeinderates aus. Der tagte gestern Abend – was dabei herauskam, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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