Zu schwach für Hund Paco

Der 30-Jährige will gern Hundehalter sein – laut Gutachten ist er aber keiner. Ihm wurde Führungsschwäche bescheinigt. Im März letzten Jahres hatte sein Dobermann-Rottweiler-Rüde Paco einen 14-Jährigen gebissen. Herrchen hatte ihn nicht angeleint. Doch der Iglinger kann wohl nicht ohne: Mit der Auflage, Paco nicht mehr halten zu dürfen, tut er sich schwer, was Zeugen bestätigen. Vor dem Amtsgericht Landsberg beteuerte er jedoch: „Der Hund ist bei meiner Freundin.“ Für die vergessene Leine, was die fahrlässige Körperverletzung nach sich zog, bekam der 30-Jährige noch einmal eine „Bewäh­rungschance“.

Paco war damals durch die geöffnete Haustür einfach nach draußen gestürmt. Er hatte es auf den gerade vorbeiradelnden 14-jährigen Schüler abgesehen. „Er ist an mir hochgesprungen und hat sofort zugebissen“, erzählte der Junge. Eine Narbe erinnert ihn noch heute an den Biss. Weil er schon ein paar Mal als aggressiv aufgefallen war, galt eigentlich Leinenzwang für Paco. Hätte sein Besitzer besser aufgepasst, wäre nichts passiert. Nach dem Vorfall sollte der Hund ins Tierheim. Doch der An­geklagte verkaufte das Tier an seine Freundin in Landsberied. Und dort halte er sich laut Angeklagten auch auf. Die Meinungen über ihn gingen auseinander. Rechtsanwältin Dr. Franziska Mairock befand seine sozialen Verhältnisse als gefestigt – anders Staats­­anwältin Christine Joost: Sie sah die Sozialprognose als ungünstig an. Der gelernte Kfz-Mechaniker, zurzeit arbeitssuchend, ist mehr­fach vorbestraft. Körperverletzung, Widerstand gegen die Polizei, Trunkenheit im Straßenverkehr und Fahrerflucht stehen in seiner Akte, eine Bewährungsstrafe wegen Beleidigung läuft derzeit noch. Dass er nicht mehr Hundehalter sein darf, war ihm schwer zu vermitteln. „Ich würde alles tun, damit der Hund nichts mehr macht.“, hatte er beteuert. Richterin Sabine Grub machte das Urteil mit einer dreimonatigen Bewährungsstrafe dann zu seiner letzten Chance. Sie begründete das mit der Fahrlässigkeit: Der Iglinger habe nicht absichtlich gehandelt, als er das Tier aus dem Haus laufen ließ. 250 Euro muss er dem 14-jährigen Geschädigten zahlen und 100 Arbeitsstunden ableisten. „Und kein Hund – ich werde das entsprechend überwachen“, warnte Grub den Angeklagten. Zwei Jahre darf der „Hundeliebhaber“ keinen Hund mehr halten.

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