Schwachstelle Offensive

Hatte wie seine Teamkollegen seine liebe Mühe mit den „Fröschen“ aus München: DJK-Nachwuchsspieler Bastian Müllner (weißes Trikot). Foto: Krivec

Es war eine durchwachsene Woche für die Heimerer Schulen Basket Landsberg. Schon im Dienstagsspiel gegen SJ Gröbenzell tat sich die Mannschaft von Trainer Roman Gese mehr als schwer, feierte aber immerhin am Ende einen glücklichen 57:54-Erfolg. Am Sonntag gegen Sportbund München reichte eine erneut mäßige Leistung dann allerdings nicht mehr: In eigener Halle unterlag der Regionalligist, der den grippebedingten Ausfall von Topscorer Xaver Egger nicht kompensieren konnte, den Gästen deutlich mit 55:70.

Die DJK Landsberg hat ein treues Publikum, denn auch zum ungewohnten Spieltermin unter der Woche gegen SJ Gröbenzell war am vergangenen Dienstag zumindest der Mittelblock im Landsberger Sportzentrum sehr gut besetzt. Weniger gut bekam die ungewohnte Spielzeit offensichtlich den beiden Mannschaften, denn was auf dem Spielfeld geboten wurde, ließ viele Wünsche offen. Keine Frage, das Spiel war bis zur Schlussminute sehr spannend, was aber mehr der faszinierenden Spielanlage des Basketballsports zuzuschreiben war. Klare, konzentrierte Aktionen waren an diesem Dienstag Mangelware und es zeigte sich wieder, dass die Landsberger außer Xaver Egger keinen überdurchschnittlichen Spieler in ihren Reihen hatten, zumindest an diesem Abend. Dessen Wurfsicherheit verdankte die DJK eine 9:4 Punkteführung, eine nicht gerade üppige Wurfausbeute nach fünf gespielten Minuten. Daran änderte sich bis zum Ende des 1.Viertels nichts Wesentliches. Die Gäste, die in dieser Form sicherlich zu den Abstiegskandidaten gehören, überzeugten durch ihre kämpferische Einstellung, da gaben sich die Hausherren allerdings auch keine Blöße. Auch im zweiten Viertel zeigte sich, dass der zweite Anzug mit den jungen Spielern immer noch nicht passt, mit einer Ausnahme. Der junge Luca Kerner nutzte die sich ihm bietenden Wurfchancen tadellos. Den Coach ehrt zwar das Vertrauen, das er in seine Nachwuchsakteure setzt, aber drei andere dieser jungen Spieler brachten es nicht fertig, Michael Teichner und Miga Migala in Szene zu setzen, die Ballverluste begannen meist schon vor der Mittellinie. Mit einem 30:28 ging es in die Halbzeitpause. Der Wille, alles besser zu machen, war im dritten Spielabschnitt zu spüren. Xaver Egger bediente seine Kollegen Teichner und Marco Geidosch mit schönen Assists, zeigte seine Klasse, als er auf engstem Raum zwei Gegner ausspielte, einem den Ball durch die Beine dribbelte, mit genialem Pass auf Geidosch. Der brauchte nur noch einzulegen, beging dabei aber ein Offensivfoul. Für ihn war diese Aktion symptomatisch, an diesem Abend klappte dem Center überhaupt nichts. Völlig verunsichert setzte er einen Korbwurf nach dem anderen daneben. Nach 30 Spielminuten führte die DJK dennoch mit 41:36. Zufrieden sein durfte man mit der Defensive, in der Migala mit seinen Rebounds eine sichere Bank war. Die Gäste aber immer wieder ins Spiel brachten Mängel beim Ausblocken. Für die Gastgeber wurde es richtig eng, als Gröbenzell ansatzweise zeigte, was man sich auch bei der DJK wünschen würde: ein kontrolliertes Passspiel, das einen sicheren freien Wurf von der Dreierlinie ermöglichte – und die erste Gästeführung. Doch das Glück blieb bei den Landsbergern. Klocker verwandelte wichtige Freiwürfe, kurz vor Schluss verteidigte Migala mit einem Block den 57:54 Erfolg. Nur fünf Tage Pause Nur fünf Tage später mussten die Landsberger erneut ran. Zu Gast im Sportzentrum war am Sonntag die DJK SB München. In der letzten Saison noch die Top-Adresse in der 2.Regionalliga Süd sind die Münchner dieses Jahr nur Mittelmaß. Auf dem Papier war also die DJK Landsberg als Tabellenfünfter gegen den Elften Favorit. Nachdem die Gastgeber aber auf ihren Topscorer Xaver Egger wegen Krankheit verzichten mussten, waren die Rollen vertauscht. Trotzdem hielt sich die DJK wacker. Teichner und Geheeb erfüllten ihre Aufgabe als Ballverteiler weitgehend solide. Bis zum ersten Drittel des 2.Viertels führte man sogar mit 13:7, ehe allzu viele Fehlpässe und Ballverluste den Gästen eine 32:21-Halbzeitführung ermöglichten. Es zeigte sich wieder deutlich, dass die Nachwuchsspieler dem Druck in dieser Spielklasse nicht gewachsen sind. Mehr wie einen dieser Akteure auf dem Feld verträgt das Landsberger Spiel nicht, ohne auf die Verliererstraße zu kommen. Sogar die beiden DJK-Vorstände versuchten nun an den großen Trommeln, die Mannschaft aufzurütteln, vorerst vergebens. Erst umstrittene Schiedsrichterentscheidungen bewegten die Landsberger zu einer Trotzreaktion. Aus einem 16-Punkte-Rückstand schaffte man bis zum letzten Viertel ein 42:47. Jetzt endlich stand das Publikum wie ein Mann hinter der heimischen Mannschaft. Vor allem Migala setzte im Angriff Akzente. Leider scheiterte die Aufholjagd an einem weiteren Manko der Gastgeber. Basketball ist nun einmal ein Spiel, das durch Körbe entschieden wird. Wenn reihenweise in bester Wurfposition der Korb verfehlt wird, kann man ein Spiel nicht für sich entscheiden. Routiniert nutzte München diese Schwäche und entführte mit 55:70 die Punkte.

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