Schwammtaucher, Liebe und Abschied

Draußen prasselt der Regen, der Himmel ist grau in grau. Im Stadttheater dagegen scheint die Sonne: die griechische Sängerin Savina Yannatou und ihr Ensemble „Primavera en Salonico“ entführen das Publikum in südliche Gefilde, mit Musik aus dem Mittel­meer­raum und dem Nahen Osten.

„Manche Wünsche brauchen sieben Jahre, bis sie in Erfüllung gehen“, erklärt Organisator Edmund Epple. 2003 hatte er das griechische Ensemble auf einem Festival in München gehört und seitdem versucht, es in die Lechstadt zu holen. Die Wartezeit hat sich gelohnt; wie schwierig es gewesen sein muss, zeigt die Zahl der Konzerte, die Yannatou in ganz Deutschland absolviert: Neben Landsberg gibt es nämlich nur noch eines in Nordrhein-Westfalen. Sechs Musiker bilden einen Halbkreis im Bühnenhintergrund, schon die Instrumentierung spricht für sich: Bass, Gitarre und Akkordeon, aber auch die Oud – eine arabische Laute, Flöten, Quanun – eine orientalische Variante der Zither und Percussion. Das außergewöhnlichste „Instrument“ aber ist Savina Yannatous Stimme. Unglaublich wandlungsfähig ist sie, mal hoch hauchend, mal von einer tiefen Ausdrucksstärke, die an die Piaf erinnert. Absolut verblüffend, welche Töne aus dieser Kehle kommen können: mit Lautmalereien leitet sie Lieder ein, zaubert die Ge­räusch­kulisse eines sardischen Dorfes nur mit ihrer Stimme. Sie singt von Liebe und Abschied, vom harten Leben der Schwamm­taucher und ländlichen Hochzeiten und nimmt das Publikum mit auf eine Reise, die den gesamten Mittelmeerraum und Teile des Nahen Ostens umfasst: Süditalien, Sardinien, Bulgarien, Ungarn, Albanien, Andalusien, Anatolien, Palästina und natürliche Griechenland. Wunderbar das Zusammenspiel der Musiker und der Sängerin. Neben folkloristischen und historischen Musikstücken finden sich auch Jazzelemente in ihrem Repertoire. Einzelne, scheinbar unzusammenhän­gen­den Klängen, die Yannatou teils haucht, gurrt, schreit, werden von den Instrumenten aufgegriffen, es entwickeln sich Rhythmen und Melodien, feinfühlig, ausdrucksstark, mitreißend und sehr spannend für das Publikum, das das Ensemble erst nach zwei Zugaben gehen lassen wollte und mit Bravo-Rufen verabschiedete.

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