Sozialversicherungsbetrug

Landsberger Gastronom muss ins Gefängnis

+
Sozialversicherungsbetrug in über 140 Fällen: Das Amtsgericht Augsburg verurteilte einen 46-jährigen Gastronomen aus dem Landkreis Landsberg zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe.

Landkreis – Zwei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe, so lautete das Urteil des Amtsgerichts Augsburg gegen einen 46-jährigen Gastronom aus dem Landkreis Landsberg. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte über einen Zeitraum von fast vier Jahren seine Beschäftigten entweder nicht oder nur zum Teil zur Sozialversicherung angemeldet hatte.

Den Stein ins Rollen brachte eine Routinekontrolle durch Weilheimer Zollbeamten in einem der Lokale des Unternehmers. Nach Prüfung zahlrei­cher Unterlagen und Mitarbeiterbefragungen habe sich laut Pressesprecher Florian Koller herausgestellt, dass die „überwiegend in bar ausgezahlten Gehälter weitaus höher waren, als auf dem Lohnzettel angegeben“. Das gleiche System habe der Gastronom auch in seinen anderen Betrieben angewandt.

„Zudem stellten die Ermittler fest, dass bei dem Gastronom einige Köche und Küchenhilfen als selbstständige Unternehmer gearbeitet hatten, die ihm zu Monatsende eine Rechnung über die geleistete Arbeitszeit stellten.“ Dadurch, so der Zollsprecher weiter, habe sich der 46-Jährge „sämtliche Abgaben zur Sozialversicherung gespart“. Tatsächlich seien jedoch alle „abhängig beschäftigt, da sie ausschließlich für ihren Chef auf dessen Weisung“ gearbeitet hätten. „Ein klassischer Fall von Scheinselbstständigkeit.“

Schließlich habe der Angeklagte auch noch der „Beihilfe zum Leistungsbetrug“ schuldig gemacht: Mehreren Beschäftigten habe er offiziell 165 Euro im Monat bezahlt, genau die Verdienstobergrenze bis zu der ein Leistungsbezieher ohne Kürzung seiner Sozialleistungen dazu verdienen darf. „Tatsächlich lag der Lohn allerdings um ein Vielfaches höher.“

Insgesamt konnten die Zöllner dem Mann in über 140 Fällen Sozialversicherungsbetrug in Höhe von fast 60000 Euro nachweisen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Toni Schwaiger

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Tempo 30 in der Münchener Straße
Tempo 30 in der Münchener Straße

Kommentare