Es werden immer mehr

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Insgesamt 512 Stück Schwarzwild sind im vergangenen Jagdjahr im Landkreis Landsberg erlegt worden – es könnten aber noch mehr sein.

Landkreis – Die Waidmänner des Jagdschutz- und Jägervereins Landsberg sind dem Schwarzwild dicht auf den Fersen. Die landesweite Initiative des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) zur Schwarz- wildbejagung wird im Landkreis Landsberg zwar erfolgreich umgesetzt, könnte aber noch besser verlaufen.

Dass sich die Wildschweine in der gesamten Bundesrepublik und in Bayern aufgrund klimatischer und ökologischer Bedingungen kräftig vermehren, ist kein Geheimnis mehr. Die Jäger der Kreisgruppe Landsberg sind voller Tatendrang, wenn es darum geht, mitzuhelfen, die Schwarzwildpopulation in der Lech-Ammersee-Region in den Griff zu bekommen und Schäden zu reduzieren. „Seit langem“ seien sie an der Schwarzwild-Initiative, zu der der Bayerische Jagdverband (BJV) aufgerufen hat, aktiv beteiligt, unter- streicht Kreisgruppenvorsitzender Georg Duschl. Wie groß das Engagement der Waidmänner ist, sei der Öffentlichkeit oft nicht bewusst, so Duschl weiter. 

Die Jäger pachten die Jagdreviere „aus freien Stücken und übernehmen damit die Verantwortung“ für jagdliche Belange. Die bayerischen Jäger seien dabei auf die Unterstützung ihrer Verpächter angewiesen, denn ohne deren Hilfe können sie ihre Aufgaben nur halb so gut erfüllen. „Wir Jäger halten zusammen, wenn es um die Bejagung des Schwarzwildes geht. Wir wissen, dass wir nur gemeinsam Erfolg haben können“, sagt der Kreisgruppenvorsitzende. 512 Stück Schwarzwild wurden im vergangenen Jagdjahr im Landkreis Landsberg zur Strecke gebracht – soviel wie nie zuvor. 

Mit Monitoring

„Doch der dringend notwendige Erfolg kommt nicht von allein“, sagt Duschl. Die erfolg- reiche Jagd setze ein „dicht gebündeltes Maßnahmenpaket“ voraus. Die Jäger der Kreisgruppe hätten schon viele Empfehlungen umgesetzt und beteiligten sich außerdem seit diesem Jahr am „digitalen Schwarzwild-Monitoring“ des BJV. Es erfasse systematisch „Schwarzwildschäden und Abschussstrukturen“ mit dem Ziel, Wildschäden zu vermeiden und wildbiologische intakte Rotten zu fördern. Mit dem vom BJV 2008 initiierten und laufend weiterentwickelten System können alle Reviere in den Kreisgruppen und Jägervereinen ihre gesammelten Daten erfassen. „Die Analyse ermöglicht es den Jägern, an die örtlichen Gegebenheiten angepasste und somit erfolgversprechende Jagd- strategien zu entwickeln“, erläutert der hiesige Schwarzwildbeauftragte Mick Kratzeisen. 

Die Kreisgruppe Landsberg unterstützt die Forderungen des Bayerischen Jagdverbandes. „Die Wildschweinjagd verlangt sehr viel Zeit und Engagement“, weiß Kratzeisen aus Erfahrung. Statt ungerechtfertigter Kritik wünscht er sich Unterstützung von Seiten des Staates und der Gesellschaft. Würden die folgende Forderungen realisiert, so wäre das nach Ansicht es Experten eine „große Hilfe für Jäger“: 

• Gebührenfreie Trichinenuntersuchung, zumindest für Frischlinge, sowie die Gewährleistung einer flächendeckenden Infrastruktur, sodass die Untersuchungsstellen von den Jägern schnell und leicht erreichbar sind. 

• Aktive Unterstützung bei der Wildschweinbejagung durch die landwirtschaftlichen Betriebe mit der Anlage von Bejagungsschneisen sowie von Wildäckern, um somit die Bejagung des Schwarzwildes zu erleichtern. 

• Revierübergreifende Drückjagden mit den Forstbetrieben, ausschließlich auf Schwarzwild. 

• Berücksichtigung von vernünftigen Wildschadensregelungen bei Jagdpachtverträgen durch die Jagdgenossenschaften und Jagdpächter. Die Kosten der Wildschäden müssen gerecht unter den Jagdrechtsinhabern und -ausübenden aufgeteilt werden. 

• Gebührenfreistellung für die Verkehrssicherungsmaßnahmen, insbesondere bei Drückjagden auf Schwarzwild. 

• Unterstützung der jagdlichen Vereinigungen bei der ehrenamtlichen Weiterbildung im Schießwesen, Hundewesen und bei der Gründung von Bejagungsgemeinschaften.

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