Snowdance 2017

Landsberg ist bereit fürs Festival

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„The Caravan Film“ (Kanada) von Margot McMaster zeigt in beeindruckenden Bildern eine fünfmonatige Reise mit Kutschen und Pferden über 2.500 Meilen quer durch Amerika.

Landsberg – Da war selbst der ansonsten so wortgewandte Tom Bohn sprachlos: Mit 418 Einreichungen aus 49 Ländern haben sich fast doppelt so viele Filmemacher wie im letzten Jahr für eine Teilnahme am Snowdance Independent Film Festival 2017 beworben. Damit kommt der Regisseur aus Dießen seinem Ziel sehr nahe, Landsberg zu Deutschlands Filmhauptstadt für den unabhängigen Film zu machen.

Im Mittelpunkt stehen Filme, die unabhängig von großen Produktionsfirmen, TV-Anstalten oder staatlichen Fördergeldern verwirklicht werden. Zwischen 28. Januar und 5. Februar wird eine Auswahl von 25 Langfilmen, 17 Kurzfilmen, neun Serien und vier Videoclips beim Landsberger Festival gezeigt. Sie kommen neben Deutschland aus Australien, Finnland, Kanada, USA, Großbritannien, Japan, der Schweiz, den Philippinen und sogar aus China.

Diese oft mit geringem Budget absolut professionell gemachten Indie-Produktionen haben inzwischen einen festen Platz in der Filmwirtschaft. Nicht zuletzt dank den Bemühungen der Snowdance-Initiatoren. Da ist zum einen Tom Bohn, bekannt als Regisseur du Drehbuchautor von 16 spannenden Tatort-Folgen mit Ulrike Folkerts, Robert Atzorn oder Eva Mattes. Mit seiner selbst finanzierten schwarzen Indie-Komödie „Black Wedding“ heimste er viele internationale Preise ein und setzte Maßstäbe im unabhängigen Produzieren.

Ihm zur Seite steht der Medien- und Werbeprofi Jürgen Farenholtz, der die Stadt Landsberg kreativ zur Indie-Filmhochburg aufhübscht. Und nicht zuletzt ist da Heiner Lauterbach als Festival-Direktor. Als einer der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler Deutschlands ist es ihm eine Herzensangelegenheit, unabhängigen Filmemachern und ihren Werken eine populäre Abspielbasis zu bieten. Wie sein amerikanischer Kollege Robert Redford mit dem Sundance Filmfestival macht er sich stark für die Förderung des „anderen“ Films.

Für die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Filmpreise in Landsberg konnte eine prominente Jury gewonnen werden, darunter Schauspieler Axel Milberg, bekannt als Tatort-Kommissar Borowski. Neben ihm bewerten die Filme Scott Hiller, Präsident des renommierten ECU Independent Filmfestivals Paris, Dr. Torben Schiller von Universal Pictures Germany, Landsbergs Kulturabteilungsleiterin Claudia Flörke und SKY-Programmdirektor Marcus Ammon. SKY Deutschland als Hauptsponsor des Festivals wird den Siegerfilmen wieder die Chance geben, via TV-Ausstrahlung ein noch breiteres Publikum zu erreichen.

Interessant für das Landsberger Publikum wird auch das umfangreiche Rahmenprogramm. So findet unter anderem eine vom KREISBOTEN präsentierte große Werkschau mit Til Schweiger statt, der wieder persönlich nach Landsberg kommen will. James Bond-Gegenspieler Götz Otto wird von seiner Gratwanderei zwischen kommerziellem und unabhängigen Film erzählen. Die inzwischen legendären Partynächte werden sich wie gewohnt abwechseln mit einer Podiumsdiskussion, einem SpeedCasting für Schauspieltalente und diversen Coachings für Schauspieler, Drehbuchautoren und Filmemacher. In einer Sonntags-Matinee wird erstmals auf großer Leinwand die Dokumentation „Leni Riefenstahl – Ihr Traum von Afrika“ gezeigt.

Mit der Snowdance-Bäckertüte gerät der Filmfestival-Termin sicher nicht in Vergessenheit.

Um der immer größer werdenden Resonanz des Festivals bei Filmemachern und Publikum gerecht zu werden, hat man die bisherigen Abspielstätten Olympia-Kino und Stadttheater in Landsberg um das Cineplex in Penzing mit seinen neun Leinwänden ergänzt. Hier wird ein Shuttlebus zwischen Hauptplatz Landsberg und Penzing eingesetzt.

Nicht versemmeln!

Sobald die Weihnachtsdekoration eingemottet ist, wird sich Landsbergs Innenstadt vom Vorder- und Hinteranger bis zur Alten Bergstraße in das größte begehbare Programmheft Deutschlands verwandeln. Neben Filmplakaten und Großfotos hat Jürgen Farenholtz eine Reihe von exklusiven Dekorationsartikel entwickelt, von der bedruckten Filmdose bis zur Brotzeittüte für die Filialen der Bäckerei Manhart, damit man den Snowdance-Termin (28. Januar bis 5. Februar) „nicht versemmeln“ kann.

Der KREISBOTE präsentiert übrigens nicht nur die Til Schweiger-Werkschau, er ist auch Medienpartner des Sowdance-Filmfestivals und wird seine Leserinnen und Leser ausführlich über das Programm informieren.

Dieter Roettig

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