Snowdance Independent Filmfestival 2017

Ein Hoch auf die "Glorreichen Drei"

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Fröhliche Ankunft in Landsberg vor laufenden TV-Kameras: Til Schweiger, Heiner Lauterbach und Tom Bohn.

Landsberg – Das gibt es nur in Landsberg auf dem volksnahesten Filmfestival Deutschlands: Autogramme satt von Til Schweiger, Selfies mit Heiner Lauterbach oder Schminktipps auf der Toilette von "Kokowääh"-Star Jasim Gerat. Der Start des Snowdance Independent Filmfestivals war gespickt mit Highlights. Ausverkauft und überfüllt waren die zwei Eröffnungsgalas, die parallel im Stadttheater und im Historischen Rathaus stattfanden. Oberbürgermeister Mathias Neuner lobte in seiner Ansprache das Durchhaltevermögen der "Glorreichen Drei", die es innerhalb von nur vier Jahren geschafft haben, aus bescheidenen Anfängen das bedeutendste Festival für den unabhängigen Film in Deutschland zu etablieren.

Die drei so gelobten Initiatoren vernahmen es mit Stolz und Wohlwollen: Regisseur Tom Bohn, Marketing-Ass Jürgen Farenholtz und Schauspieler Heiner Lauterbach. Letzterer durfte nach der monatelangen Vorbereitungszeit endlich seinen Lieblingssatz ins Publikum rufen: "Die Spiele sind eröffnet."

Als Startfilm präsentierte man diesmal starken Tobak. Keinen Dokumentarfilm wie im letzten Jahr, sondern den Psychothriller "Freddy Eddy" mit Gänsehautgarantie. Im Rathaussaal hielten alle Besucher durch, im Stadttheater hatten rund ein Dutzend keine Nerven bis zum Schluss. Als sich die Macherin dieses Films dann auf der Bühne vorstellte, gab es Riesenapplaus. Denn im Widerspruch zu ihrem Film ist Tini Tüllmann ein fröhliches Gute-Laune-Paket. Sie erzählte munter und mit vielen Pointen, wie sie ihren "Freddy Eddy" als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin trotz vieler Widerstände und Finanzierungsprobleme doch noch auf die große Leinwand brachte. Darüber wird sie auch am kommenden Samstag (18 Uhr) bei der Podiumsdiskussion im Stadttheater sprechen. Das Thema: "Wie finanziert man Independent?".

Von Til Schweiger bis zum Psychothriller

Der offiziellen Eröffnung waren am Nachmittag bereits zwei Höhepunkte vorangegangen. Til Schweiger, seit seinem Besuch im letzten Jahr verliebt in Landsberg, präsentierte sich in der Filmbühne von Rudi Gilks Olympia-Filmtheater ganz hautnah seinen Fans. Als Überraschung zeigte ihm Tom Bohn Ausschnitte aus seinen Anfängen in der "Lindenstraße", wo er von 1990 bis 1992 den "Jo Zenker" spielte. Til war darüber „not so amused“ wie angedacht, lachte aber dann doch herzlich über seine ersten Gehversuche als Schauspieler. Weiter ging es in das Cineplex in Penzing, wo bereits über hundert Autogrammjäger auf den Star von "Keinohrhasen" bis "Tschiller" warteten. Geduldig erfüllte der Schauspieler alle Autogrammwünsche und hatte für jede/n ein nettes Wort parat. Eine junge Dame erstaunt: "Der ist ja gar nicht so arrogant, wie ihn die Presse oft hinstellt. Der ist unheimlich nett!"

Nach den Fans kamen die zahlreichen Journalisten von Presse, Rundfunk und Fernsehen im Cineplex-Eventsaal an die Reihe. Auf die kritische Frage, was er mit seinen Kassenknüllern eigentlich auf einem Independent Filmfestival wolle, sprang ihm Heiner Lauterbach zur Seite: "Til hat sich seinen Erfolg hart und wirklich unabhängig erkämpft. Er hat stur ohne nach links oder rechts zu schauen den Weg verfolgt, der ihm allein richtig erschien." Dass ihm jetzt die Filmverleiher nachlaufen, sei nur die Konsequenz seines Durchhaltevermögens und seines eisernen Willens.

Grund von Schweigers Landsberg-Besuch war eine Werkschau mit 15 seiner erfolgreichsten, aber auch künstlerisch besten Filme, präsentiert von Snowdance und KREISBOTE. Das war übrigens erst seine zweite Werkschau, wie Til erzählte. Die erste war in Moskau vor 3000 Besuchern mit seinen auf Russisch synchronisierten Filmen.

Das Snowdance Independent Filmfestival läuft noch bis 5. Februar. Programmhefte gibt es überall in Gastronomie und Geschäften, speziell in der Alten Bergstraße und im Vorderen und Hinteren Anger. Die Angerer richteten auch die Fete zum Abschluss der Eröffnungstages auf dem Spitalplatz aus, wo bis weit nach Mitternacht abgetanzt wurde.

Das Bayerische Fernsehen bringt morgen, Montag, ab 17.30 Uhr eine ausführliche Reportage über das Landsberger Festival.

Dieter Roettig

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