Schwierige Ausgangslage

Hat die Hoffnung auf die Play-offs noch nicht aufgegeben: EVL-Trainer Dave Rich. Foto: Krivec

Die Ausgangslage vor der Zwischenrunde der Eishockey-Oberliga könnte für den EVL besser sein: Als Letzter geht man mit zehn Punkten Rückstand auf Tabellenplatz acht (der noch zur Teilnahme an den Play-Offs berechtigt) an den Start. EVL-Coach Dave Rich sieht auch in der Gruppeneinteilung ein Problem: „Gegen Selb und Regensburg, die direkt vor uns stehen, treten wir nicht mehr an. Das wären zwölf Punkte, die wir holen könnten, so müssen wir darauf hoffen, dass diese beiden Mannschaften in ihrer Gruppe nicht zu viel gewinnen.“

Die Oberliga wird nach der abgeschlossenen Doppelrunde nach einem eigenwilligen Schlüssel für die Zwischenrunde in zwei Gruppen geteilt: Der EVL als Zehnter und Letzter spielt nun eine Einfachrunde mit dem Ersten (Bad Tölz), dem Vierten (Peiting), dem Fünften (Passau) und dem Siebten (Klostersee). Die bisherige Tabelle wird weitergeführt, alle Spiele fließen mit voller Punktzahl darin ein. Nach den Erfahrungen aus den ersten 36 Spielen hätte es für Landsberg aber deutlich schlimmer kommen können, auch wenn man mit den Tölzern natürlich einen schweren Brocken vor sich hat. „Bad Tölz hat vier ausgeglichene Reihen, das wird ganz schwierig für uns“, sagt Rich, der sich eher Chancen gegen die anderen Teams der Gruppe ausrechnet. „Peiting liegt uns ganz gut, die sind mir auf jeden Fall lieber als Garmisch oder Füssen. Dibelka hat bei denen zuletzt nicht gespielt, weil er verletzt ist, wegen mir könnten wir also gleich am ersten Wochenende gegen Peiting antreten.“ Die Realität freilich sieht anders aus. Laut Spielplan trifft der EVL als erstes auf Passau. Keine leichte Aufgabe, schließlich haben sich die Niederbayern bislang als unangenehmer Gegner für den EVL erwiesen, auch wenn die Mannschaft eher unauffällig auftritt und die großen Stars fehlen. Nachdem die Niederbayern zu Saisonbeginn mit dem EVL im Tabellenkeller festhingen, haben sie sich still und leise im Kollektiv auf Platz fünf hochgearbeitet. Rich: „Ihre Ausländer sind in keiner Statistik oben dabei, aber sie machen ihre Punkte. Die Mannschaft ist ausgeglichen, steht defensiv gut, man bekommt nicht viele Schüsse gegen sie und dann steht da mit Huber auch noch ein guter Mann im Tor.“ Eine Wundertüte ist dagegen in dieser Saison der EHC Klostersee. Hohen Siegen lässt die Mannschaft regelmäßig ebenso deutliche Niederlagen folgen, was für den EVL-Trainer eine eindeutige Ursache hat. „Bei denen hängt alles von Mudryk, Cox und Bergmann ab. Das sind drei Spieler, die auch in der ganzen Liga überragen. Sobald einer oder zwei von ihnen fehlen, wird es schwierig für sie.“ Chancen rechnet sich der Kanadier auch aus anderen Gründen gegen die Grafinger aus. „Sie haben ihren Torhüter vor der Saison an die DEL verloren und dafür Fous geholt, den ich nicht sehr stark finde. Und im letzten Spiel gegen uns haben sie wirklich schlecht gespielt.“ „Wir riskieren alles“ Das hat der EVL zuletzt nicht, nur mit der Punkteausbeute ist man am Hungerbachweg nicht zufrieden. Angesichts des weiterhin deutlichen Rückstandes zur Konkurrenz ist Dave Rich realistisch. „Natürlich greifen wir Platz acht an, solange es irgendwie möglich ist, aber dazu müssten wir auch eine Serie starten. Wir riskieren sicher alles, aber sollten wir zwei, drei Niederlagen kassieren, werde ich den Junioren mehr Eiszeit geben und die Profis schonen.“ In diesem Falle ginge es nämlich in die Play-Downs gegen den Vorletzten. „Das würde dann ein Kampf auf Leben und Tod, der EVL darf auf keinen Fall absteigen“, weiß Rich, der sich für den Fall der Fälle auch schon einen Lieblingsgegner ausgesucht hat. „Sollte es wirklich soweit kommen, lieber gegen Selb. In Regensburg stehen 3000 Zuschauer in der Halle, da kassiert man dann automatisch viele Strafen, das ist schwer zu gewinnen.“ Zumindest sollten aber gegen Ende der Saison wieder drei Reihen zur Verfügung stehen, was im Moment nicht der Fall ist. Am kommenden Wochenende haben die Junioren ein entscheidendes Spiel gegen Bad Tölz, was für einige Spieler wieder bedeutet, dass sie von Freitag bis Sonntag dreimal aufs Eis müssen. „Das geht natürlich auf Dauer nicht“, weiß der Trainer, „die Jungs sind am Sonntag total platt.“ Schon deshalb wird es beim Spielsystem bleiben, das Rich vor einigen Wochen unfreiwillig eingeführt hat: Wie eine Mauer sollen die Spieler in der neutralen Zone stehen und auf Konter lauern. „Ich würde natürlich lieber offensiv spielen, aber solange wir in der Defensive die nötige Qualität nicht haben, habe ich keine Wahl. Die Spieler haben das jetzt auch akzeptiert und setzen es um, man sieht ja, zu wie vielen Chancen wir damit kommen.“

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