Neuer Park-Hotspot Riederau

Boulen und noch viel mehr mit Blick auf den Ammersee

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Der Seepark am Riederauer Dampfersteg wird derzeit um über 800 Quadratmeter vergrößert. Die Gemeinde Dießen hat dazu den östlichen Teil des Gartens der Dietrich-Villa gekauft.

Dießen-Riederau – Wenn der Corona-Spuk eines Tages vorbei ist, werden die Dampfer der Bayerischen Seenschifffahrt wieder viele Tagestouristen zu den malerischen Gemeinden am Ammersee bringen. Wer im Dießener Ortsteil Riederau an Land geht, wird sich sicher am Seepark neben dem Freizeit- und Badege­lände erfreuen. Stammgästen fällt auf, dass die Seeanlage wesentlich vergrößert wurde. Quasi als Abschiedsgeschenk des scheidenden Bürgermeisters Herbert Kirsch.

Die 822 zusätzlichen Quadratmeter hat die Marktgemeinde im Rahmen eines geltend gemachten Vorkaufsrechts erworben. Es handelt sich dabei um den östlichen Teil des Gartens der sogenannten „Dietrich-Villa“ am Seeweg Süd 2. Die Arbeiten an der Parkvergrößerung sind derzeit noch im Gange, wobei man bereits Altlasten entfernt und die Fläche eingeebnet hat. Die schon vor drei Jahren gepflanzte Hecke zur Dietrich-Villa hin dient als Sicht- und Lärmschutz, damit die hier residierende Werbeagentur Welcome ungestört kreative Ideen entwickeln kann.

Gustav Arnold, technischer Leiter des Dießener Bauamts, wird bei den Planungen vom Gartenexperten Peter Kaun sen. unterstützt. Der ist seit vielen Jahren ehrenamtlich im Schacky-­Park tätig und hat maßgeblich das heutige Kleinod mitgestaltet. Zum Team gehören auch Stephan Widler, Vorsitzender des Verschönerungsvereins Riederau, und Gemeinderätin Beatrice von Liel.

Von ihr kommt der Vorschlag für einen Boule-Platz im oberen Parkbereich. Der Wunsch für diese beliebte Freizeitbeschäftigung sei ihr von vielen Riederauern zugetragen worden. Das wichtigste Element im vergrößerten Seepark aber wird die Rasenfläche sein, die zum Picknick und Verweilen einladen soll. Schatten werden Kastanienbäume spenden, die Peter Kaun sen. einpflanzen will. Bänke und Sitzgelegenheiten sind entlang der neuen Grundstücksgrenze zur Dietrich-Villa und am Weg vor dem Dampfersteg vorgesehen. Letztendlich wird die Parkbeleuchtung ergänzt und optimiert.

Ursprünglich reichte der Gartenpark der 1899 erbauten Dietrich-Villa bis runter zum See. Hier und auch auf den Wiesen des heutigen Freizeitgeländes lagerten die Ammersee-Flößer ihre Holzstämme. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Mering und Weilheim mit dem Haltepunkt Riederau, ebenfalls im Jahr 1899, begann der Aufschwung des Dorfes, beflügelt durch den ein Jahr später erbauten Dampfersteg. Der 1902 von 25 engagierten Bürgern gegründete „Verschönerungsverein Riederau“ sorgte dann endgültig für einen Som­merfrischler-­Hotspot, als man 1928 den Bau des Riederauer Strandbades beschloss. Ab da kamen an den Sommerwochenenden Tausende von Ausflüglern in den legendären „Badezügen“ aus Augsburg nach Riederau.

Der Verschönerungsverein ist noch heute aktiv und zeigt in einer Dauerausstellung im Bahnhofsgebäude die geschichtliche Entwicklung von Riederau, seit 1978 im Zuge der bayerischen Gebietsreform ein Ortsteil von Dießen. Was übrigens die wenigsten wissen, die gedankenlos durch den Ortsteil rauschen: Zur römischen Kaiserzeit führte die Römerstraße zwischen dem Brenner und Augsburg genau durch Riederau.
Dieter Roettig

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