Kiosk-Neubau

Was am See so möglich wäre

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chon zum Töpfermarkt 2016 soll der neue Kiosk am See (links) fertig sein. Als Inspiration dienten der Architektin Valerie Spalding die Dießener Fischerhütten (rechts im Bild).

Dießen – Rund 500 Dießener haben sich am Wochenende mit ihrer Unterschrift für einen Bürgerentscheid zugunsten eines Realisierungswettbewerbs „Kiosk in den Seeanlagen“ ausgesprochen. Die aktuelle Planung eines Stuttgarter Architekturbüros soll gestoppt werden.

Initiator Matthias Krapf zieht eine positive Zwischenbilanz, räumt aber ein: „Ich denke es ist am schwierigsten das letzte Drittel der Stimmen einzusammeln. Deswegen müssen wir dranbleiben“. Insgesamt müssen für ein erfolgreiches Bürgerbegehren 752 gültige Unterschriften vorgelegt werden. Das entspricht neun Prozent der wahlberechtigten Dießener Bevölkerung.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Dießen freuen sich über das Interesse der Bevölkerung (von links): Jürgen Bahls und Matthias Krapf sowie Architekt Joseph Pföderl, der einen Kiosk in Form einer Ammerseewelle entworfen hat.

Gestaunt wurde allenthalben über die Vielzahl von alternativen, kreativen Kiosk-Entwürfen, die innerhalb von nur zehn Tagen nach der letzten Gemeinderatssitzung entstanden sind und die seit Samstag im Blauen Haus gezeigt werden. Der Gemeinderat hatte sich in seiner Sitzung am 23. November hinter die Kiosk-Planung des Büros Engelsmann und Peters aus Stuttgart gestellt und sich mehrheitlich für begrünte Satteldächer unterschiedlicher Neigungen ausgesprochen.

Die elf „Planer“ – Architekten, Bauingenieure, Grafiker und der Kunstzweig der Mädchenrealschule Dießen – wollen aufzeigen, dass es kreative Lösungen gibt, die sich ebenfalls an die vorgegebene Raumplanung halten. Gespielt wird unter anderem mit den Dachformen: In einigen Entwürfen wird das Kioskdach zum Sitz- und Aussichtsplatz oder zum Sonnendeck. Alle Entwürfe sehen Unterstellmöglichkeiten vor, damit bei einem plötzlichen Regenschauer Verkauf und Ausschank nicht eingestellt werden müssen. Zugleich sollen die überdachten Frei­flächen auch Spaziergängern, Radfahrer und den Fahrgästen der Ammerseeschifffahrt kurzfristig Schutz bieten.

Nach Ansicht der Initiatoren des Bürgerbegehrens hat die Marktgemeinde Dießen als Bauherr des Kiosks in den Seeanlagen einen Bauantrag beschlossen, der nicht auf die Wünsche der Bürger eingeht. Selbst in der Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt seien mittlerweile Bedenken zur Kioskgestaltung formuliert worden. Dies bestätigt Pressesprecherin Anna Diem: Grundsätzlich bestehe zwar Einverständnis mit dem Neubau, die derzeitige Planung werde aber als sehr dominant wahrgenommen, insbesondere die unruhige Dachgestaltung wirke sich ungünstig auf das benachbarte Baudenkmal ADK-Kunstpavillon aus.

Die Fragestellung des aktuell noch ausliegenden Bürgerbegehrens: „Sind Sie dafür, dass der Bau des Kiosks in den Dießener Seeanlagen gestoppt wird und dass die Gemeindeverwaltung mit allen rechtlich zulässigen Mitteln eine Aufhebung der Bauverträge betreibt, einen Wettbewerb für einen Kiosk mit überdachter Frei­fläche und Sitzflächen auslobt und dann der beste Entwurf mit den vorgenannten Vorgaben (überdachte Freifläche und Sitzflächen) gebaut wird? Weiterhin soll die derzeitige Dachform von drei asymmetrischen Satteldächer nicht zur Ausführung kommen.“

Ursula Nagl

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