Mit eigener Identität

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Der provisorische Kiosk in den Seeanlagen ist von Frühjahr bis Herbst ein beliebter Treffpunkt. Er soll durch eine Neuplanung ersetzt werden.

Dießen – Die Seeanlagen in Dießen sind mit ihren historischen Bootshütten, dem Dampfersteg und vor allem dem denkmalgeschützten Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst (ADK-Pavillon) eine der Hauptattraktionen in Dießen. Nachdem die ursprünglich favorisierte Planung zur Neugestaltung des provisorischen Verkaufskiosks in den Seeanlagen durch einen Bürgerentscheid im Frühjahr 2016 gekippt wurde, wird nun (der KREISBOTE berichtete) ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Den dazugehörigen Auslobungstext hat der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Erarbeitet wurde das umfangreiche Regelwerk vom Münchner Architektur- und Stadtplanungsbüro Schober in Rücksprache mit der bereits benannten Jury. So soll der neue Kiosk am Dampfersteg „in zeitgemäßer Sprache das gastronomische Angebot in den Seeanlagen“ ergänzen. Bei der Planung soll insbesondere die Nähe zum denkmalgeschützten ADK-Pavillon berücksichtigt werden. Das Wettbewerbsgebiet liegt südlich des Pavillons und nördlich der Unterführung. Es beträgt 175 Quadratmeter und ist Eigentum des Marktes.

Hinsichtlich des Baumbestandes wird im Auslobungstext betont, dass „Eingriffe in den Baumbestand so gering wie möglich“ gehalten werden sollen. Die Rampe südlich des Wettbewerbsgebietes, die zur Wartung und Pflege des Bahndamms dient, muss erhalten bleiben. Nordöstlich des Areals befinden sich die historischen Fischerhütten, mit denen die Neuplanung ebenfalls harmonieren soll.

Untersucht und bewertet wurde im Zuge der Planungen auch die Grünfläche vor dem Kiosk, auf der der „Kriechende Sellerie“ zuhause ist. Die unscheinbare Pflanze befindet sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Eine intensive Nutzung der Grünfläche ist deshalb nicht möglich. Hingewiesen wird im Auslobungstext auf die ortsnahe und mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Schiff, Bahn) gut erreichbare Lage des Kiosks in den Seeanlagen, die auch als Veranstaltungsort des Dießener Töpfermarkts dient, der jährlich bis zu 60.000 Besucher anzieht. Das Wettbewerbsgebiet wird von Norden über die Seestraße und von Westen fußläufig über die Bahnunterführung von der Mühlstraße aus erschlossen.

Die Anlieferung des Kiosks kann über die Seestraße erfolgen. Der Kiosk soll künftig von Ostern bis Oktober ab zirka 9 bis 22 Uhr geöffnet sein. Die Ausgabefläche soll so bemessen sein, dass zwei Personen den Verkauf bewältigen können. Im Raumprogramm sind 23 Quadratmeter für Verkauf, Kochen, Abwasch mit einem Zugang von Außen und einer Verbindung zum Lager (17 Quadratmeter) eingeplant. Zusätzlich zum Kiosk und den dazugehörigen sanitären Anlagen sind innerhalb des Wettbewerbsgebiets Freisitzmöglichkeiten für zirka zwölf Personen vorgesehen.

Mit Rücksicht auf den denkmalgeschützten Pavillon und die natürliche Stimmung am See bevorzugen Jury und Gemeinderat eine „zurückhaltende Beleuchtung des Kiosks in den Abendstunden“. Gemäß der Auslobung wünscht sich der Markt Dießen einen Kiosk, der eine „eigene Identität“ aufweist, „durch seine Kubatur, Gestaltung der Fassade, Wahl der Materialien und Präsentation und Ausgabe der Waren“ überzeugt und sich „harmonisch in das Umfeld einfügt“. Erwartet wird insgesamt „ein wirtschaftlicher Entwurf in Erstellung und Unterhalt, der gleichwohl einem hohen Gestaltanspruch Rechnung trägt“.

Bei seiner Entscheidung zur Vergabe ist der Marktgemeinderat nicht an die Rangfolge der Jury gebunden. Die vollständigen Wettbewerbsunterlagen stehen ab sofort unter www.diessen.de zur Verfügung. Interessierte Architekturbüros erhalten außerdem weitere Informationen im Rathaus der Marktgemeinde (Tel. 08807/929432). Abgabetermin für die Planungsunterlagen ist der 24. April 2017.

Ursula Nagl

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