"Gesprächsthema Nummer eins"

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Winterpause im Strandbad St. Alban. Auch während der Sommersaison ist die Liegewiese nur während der Öffnungszeiten zugänglich und das bedauerten einige Spaziergänger bei der jüngsten Bürgerversammlung.

Dießen – Mit einer kommunikativen und entspannten fünften Bürgerversammlung hat Gemeindeoberhaupt Herbert Kirsch seinen Versammlungs-Marathon durch die Ortsteile abgeschlossen. Rund 50 Bürger fanden sich zur letzten Gesprächsrunde im Wirtshaus am Kirchsteig ein und die Themen gingen nicht aus.

Bei seinem Streifzug durch den Gemeindehaushalt wies der Bürgermeister unter anderem auf die Entwicklung der Carl-Orff-Mittelschule hin, die in absehbarer Zeit voraussichtlich die einzige Mittelschule am Ammersee-Westufer sein wird. Schon heute werden 270000 Euro als Gastschulbeiträge eingenommen. Um weiterhin auf dem neuesten Stand zu sein, sei deshalb auch die für 200000 Euro geplante Datenverkabelung der Schule dringend notwendig. Kirsch hob auch die positive Entwicklung der Mittagsbetreuung mit Mittagstisch in der Mehrzweckhalle hervor. Bei einem Essenspreis von 3,70 Euro wird ein Jahresumsatz von über 87000 Euro erzielt.

Eine schriftliche Anfrage hatte Kreisrätin Ute Lauterfeld (Grüne) eingereicht. Sie wollte wissen, welchen Anteil Senioren an den 1,4 Millionen Euro haben, die für soziale Sicherung im Haushalt festgeschrieben sind. Diese „Zahl X“, so Kirsch, könne er nicht genau aufschlüsseln. Aber nicht nur in der sozialen Sicherung sondern auch in anderen Haushaltspositionen seien Gelder enthalten, die betagten Bürgern zugute kommen, zum Beispiel zur Absenkung von Gehwegen, für das neue Kneippbecken oder den Ausbau der Mühlstraße, die künftig barrierefrei sein soll.

Ute Lauterfelds Bedauern, dass es trotz der moderaten Haushaltslage in Dießen kein Sozialmobil und keinen Seniorentreff wie in der Nachbargemeinde Utting gebe, setzte Martin Brink, Wirt des Gasthofs „Unterbräu“ ein konkretes Angebot entgegen, das Applaus bekam: Er bot seine Räumlichkeiten für fünf Seniorennachmittage an, bei denen es Kaffee und Kuchen für nur einen Euro geben soll.

Dass die „wunderschöne Strandbadwiese“ in St. Alban nicht schon früh morgens und zu jeder Jahreszeit für Spaziergänger und Schwimmer zugänglich ist, sei das „Gesprächsthema Nummer eins“ im Augustium, bedauerte eine Stiftsbewohnerin. Kirsch erklärte, dass die Wiese nach einer Öffnung vermutlich bald nicht mehr zum Spielen und Sonnenbaden einladen würde, wies aber darauf hin, dass die Gemeinde am Bebauungsplan „Seezugang St. Alban“ arbeite, der einen freien Seezugang etwas weiter nördlich vorsieht. Auch Umgestaltungen in der Seeanlage sollen über kurz oder lang „den See spürbar und erlebbar machen“, so der Bürgermeister.

Kritisiert wurde die marktgemeindliche Baukultur: Stadtplanerin Ute Müller bezeichnete einige neu entstandene „bunkerartige Betonklötze“ als „bedrückend“. Kirsch entgegnete dass der Einfluss des Gemeinderats auf Bauvorhaben durch den gesetzlichen Rahmen sehr gering sei. Grünen-Gemeinderat Michael Hofmann machte die „Unkultur der Bauträger“ für die meisten Narben im Ortsbild verantwortlich.

Ursula Nagl

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