Gesunkener Zweimaster gibt Rätsel auf

Gerammt? Sir Shackleton im Ammersee auf Tauchstation

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Klaus Gattinger, Skipper und Miteigner des Zweimastseglers Sir Shackleton, an der Unglücksstelle vor St. Alban. Das Schiff liegt in sieben Metern Tiefe, nur noch die Masten sind zu sehen. Ölsperren binden Diesel und auslaufendes Motoröl. 
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Zwei Masten und die Ölsperren zeugen derzeit vom Liegeplatz der Sir Shackleton.
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Zwei Masten und die Ölsperren zeugen derzeit vom Liegeplatz der Sir Shackleton.
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Knapp zehnTonnen schwer, 11,5 Meter lang und jetzt auf Grund: Sir Shackleton.
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Bis zu zehn Personen finden auf der Sir Shackleton Platz.

Dießen/St.Alban – Klaus Gattinger, Miteigner des traditionellen Zweimasters "Sir Shackleton", steckt der Schreck noch in den Gliedern. Frühmorgens wurde er von einem Bojen-Nachbarn telefonisch informiert, dass von seinem stolzen Holzschiff nur noch die Masten aus dem Ammersee ragen. Gattinger raste zum Liegeplatz nach St. Alban und hoffte immer noch auf einen Scherz von Segelkameraden. "Leider war dem nicht so", erzählt er, während er mit einem Elektroboot den KREISBOTEN-Reporter zur Unfallstelle schippert. Die ist nämlich vom baumbewachsenen Ufer nicht einsehbar.

Ein verstörender Anblick nach den schicken Segelyachten, die hier im Bojenfeld liegen: Von der elf Meter langen Sir Shackleton ragen nur noch die beiden Masten in den Himmel, umgeben von orangefarbigen Ölsperren. Die hat die Dießener Feuerwehr ausgelegt, um auslaufendes Motoröl und Dieseltreibstoff zu binden.

Warum das knapp zehn Tonnen schwere Holzschiff zwischen Sonntagabend und Dienstagmorgen auf Tauchgang ging, ist Klaus Gattinger und seinem Partner Christian Seelos ein absolutes Rätsel. "Es kann viele Ursachen haben, angefangen von einem undichten Ventil bis zu einem Zusammenstoß," so Gattinger. Er will nicht ausschließen, dass sein Schiff in der Dunkelheit von einem Boot gerammt worden ist. Dabei denkt er an den Unfall vor ein paar Wochen in Riederau, wo nachts ein an einer Boje liegendes Segelschiff von einem Motorboot gecrasht wurde.

Des Rätsels Lösung beginnt am Freitag, wenn der Zweimast-Ketch aus sieben Metern Tiefe von Wasserwacht, Feuerwehr und weiteren Experten geborgen wird. Dabei auch Gutachter der Versicherung, um sich vor Ort ein Bild vom entstandenen Schaden zu machen. Klaus Gattinger: "Natürlich wollen wir schnellstens das Schiff instandsetzen und wieder für Seminar- und Event-Törns anbieten."

Auf diese Fahrten haben sich Gattinger und Seelos spezialisiert, nachdem das Schiff 2011 an den Ammersee kam. Vorher segelte das Holzboot (Mahagoni auf Eiche) aus dem Baujahr 1952 auf der Nord- und Ostsee. Das 11,3 Meter lange und 3,5 Meter breite Schiff mit einem Tiefgang von 1,6 Metern wurde liebevoll für seine neue Ammersee-Heimat restauriert. Es verfügt über eine kleine Küche, einen Salon, eine Vorschiffskabine und eine Bordtoilette. Ob man das alles wieder sanieren kann, wird sich nach der Bergung zeigen.
Dieter Roettig

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