Keine Prognosen möglich

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Im Juli letzten Jahres wurde sie eingerichtet: Die Asylunterkunft in der Lechturnhalle wird voraussichtlich Mitte des Monats geräumt sein.

Landkreis – Seit Anfang April herrscht Stillstand bei der Zuweisung von Flüchtlingen an den Landkreis Landsberg und alle anderen oberbayerischen Kommunen. Im Landratsamt geht man davon aus, dass das auch noch bis etwa Mitte Mai so weitergehen wird. Doch was geschieht dann mit den vorbereiteten Unterkünften, wenn keine Asylbewerber mehr ankommen?

Anfang April kam die Nachricht der Regierung von Oberbayern: Keine weiteren Flüchtlinge werden dem Landkreis zugewiesen. Die Zahl der ankommenden Asylbewerber ist stark gesunken, seit viele Flüchtlinge an den griechischen oder türkischen Grenzen festsitzen. Diejenigen, die trotzdem in Deutschland ankommen, werden vermehrt in staatlichen Einrichtungen untergebracht.

Vorsichtige Prognose von Landratsamts-Sprecher Wolfgang Müller: Man gehe derzeit davon aus, dass dem Landkreis noch bis etwa Mitte Mai keine weiteren Asylbewerber zugewiesen werden. „Wie es weitergeht, wissen wir momentan nicht“, sagt Müller. Für das Ignaz-Kögler-Gymnasium hat das nun zur Folge, dass die Abiturienten ihre Prüfungen in der Lechturnhalle schreiben können. Der westliche Teil der Sporthalle ist bereits geräumt, bis Mitte Mai rechnet Müller damit, dass die Halle komplett leer ist. Die rund 90 Asylbewerber, die jetzt noch in der Lechturnhalle untergebracht sind, werden nämlich voraussichtlich Mitte des Monats in die ehemalige Tennishalle in Kaufering umziehen, die bis dahin fertiggestellt sein soll. Immerhin soll die Lechturnhalle schließlich auch irgendwann saniert werden.

Für das Landratsamt bedeutet das momentan: Es gibt kein O.K. von oben. Weder für Anmietungen noch für die Wohncon­tainer. Drei dieser Container hat das Landratsamt ausgeschrieben. Doch die Regierung von Oberbayern halte sich da derzeit zurück. Die Baugenehmigung für die Spitalfeldstraße habe man nun, so der Sprecher der Kreisbehörde, allerdings könne man diese derzeit nicht nutzen. Wolfgang Müller spricht von einer „Verschnaufpause“. Seriöse Prognosen seien nicht möglich.

Derzeit sind rund 1650 Asylbewerber im Landkreis untergebracht, davon 220 sogenannte Fehlbeleger und 107 unbegleitete Minderjährige, die vom SOS-Kinderdorf betreut werden. Mit einem dauerhaften Stillstand rechnet der Landratsamts-Sprecher aber offenbar nicht: „Die Zahlen können auch wieder steigen“, sagt Müller. Im Januar und Februar seien über 50 Asylbewerber pro Woche in den Landkreis gekommen. Im ersten Quartal des Jahres 2016 mehr als im ganzen vergangenen Jahr. Im Juni oder Juli rechnet der Behördensprecher mit der Fertigstellung der Unterkunft im Tauscher-Gebäude in der Hermann-Köhl-Straße. „Dann sind wir für alle Eventualitäten gerüstet“, sagt Müller. „Für einige Wochen.“

Astrid Erhard

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