Trotz Corona-Pandemie

Gedeckter Tisch mit Tüten bei der Tafel Dießen

Tafel Dießen - Vorsortieren der Lebensmittel
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Am Angebot fehlt es der Dießener Tafel keineswegs. Vor der Ausgabe müssen die Lebenmittel von den ehrenamtlichen Helferinnen vorsortiert werden.
  • vonAndrea Schmelzle
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Landkreis – Warum noch gute Lebensmittel nicht verteilen anstatt zu entsorgen? Das macht sich die Dießener Tafel unter der Trägerschaft des Ortsvereins Dießen der AWO schon seit 2006 zum Motto – sammelt „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und gibt sie an Bedürftige weiter. In den letzten Jahren hatte sich die Ausgabe von Lebensmitteln im ersten Stock des Traidtcastens gut eingespielt. Doch derzeit läuft alles anders ab. Corona erfordert neue Bedingungen. 

So manches Gespräch sei unter den Kunden entstanden, meint Tafelleiterin Ingrid Sämmer, die im Vorraum bequem auf den Bänken warteten, bis sie an der Reihe waren. Informationen machten die Runde und neue Kontakte wurden geknüft. Ein reger Gedankenaustausch – und soziale Nähe. Die Lebensmittel konnten individuell aus den übersichtlich aufgestellten Kisten je nach Bedarf und Vorlieben ausgewählt und von Mitarbeitern ausgegeben werden.

Ganz anders sieht das zur Zeit aus. Um den Aufenthalt möglichst kurz zu halten und dadurch das Ansteckungsrisiko zu minimieren, würden jetzt Tüten mit Lebensmitteln vorgepackt, berichtet Sämmer – unter Berücksichtigung von Besonderheiten wie vegetarische Ernährung oder religiöse Vorgaben. Für Frischfleisch sei eine eigene Ausgabestelle hinter Schutzwänden eingerichtet worden. Je nach Familiengröße würden größere oder kleinere Tüten abgegeben. Auf diese Weise sei der „Einkauf“ bei der Tafel viel schneller erledigt als früher.

„Außerdem haben wir die Abgabe der Lebensmittel ins Freie verlegt“, so Sämmer. Die Tüten können jetzt im Stephanshof hinter der katholischen Kirche St. Stephan abgeholt werden. Sobald jemand seine Waren erhalten hat, verlässt er den Hof wieder.

„Diese Umstellungen führen jedoch leider – wie auch in anderen Bereichen – dazu, dass die sozialen Kontakte eingeschränkt werden“, meint Sämmer. Und manche älteren und langjährigen Kunden der Tafel würden das Angebot vermutlich aus Angst vor Ansteckung aktuell gar nicht wahrnehmen. Dennoch ist sie sich sicher: „Wir haben alles getan, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.“ Auch das Warenangebot sei genauso gut und reichlich wie vorher.

Neues ausprobieren

Nach wie vor würden von den Geschäften reichlich Lebensmittel für die Dießener Tafel bereitgestellt, meint Sämmer, das Angebot jedoch weniger genutzt. Einige der bisherigen Kundinnen und Kunden bedauern, dass sie zur Zeit nicht auswählen können. Aber das vorbereitete Angebot an Lebensmitteln sei ja vielleicht auch eine Chance, Neues auszuprobieren.„Eventuell wisse der ein oder andere auch nicht, dass er berechtigt ist, die Tafel zu nutzen.

Nicht nur Rentner und Hartz-IV-Empfänger könnten sich bei der Tafel anmelden, auch Selbständigen, Handwerkern, Kunstschaffenden oder anderen, die zur Zeit von der Coronaflaute betroffen sind, stehe diese Möglichkeit offen.

Informieren und anmelden kann sich jeder Interessierte bei Ingrid Sämmer unter der Telefonnummer 08807/1470. Die Lebensmittelausgabe findet jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr im Stephanshof statt.

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