Falsch verlegte Einlaufschächte

Landsberg hat kein Problem mit Radler-Fallen 

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Radler-Fall: Vor der JVA Landsberg sind am Hindenburgring zwei Straßeneinlaufschächte vor über 28 Jahre falsch verlegt worden und niemand stört sich daran.

Landsberg – Man könnte ja vermuten, das Wasser fließe bei Starkregen schneller ab. Mitnichten, die Ausrichtung der Straßeneinlaufschächte habe keine Auswirkung auf das Abflussverhalten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Den Grund für die Falschmontage am Hindenburgring kenne man nicht. Und: Ein Umbau zum Schutz von Fahrradfahrern sei nicht erforderlich.

Gerade Rennradfahrer, die gerne mal etwas flotter unterwegs sind, bekommen bei diesem Gedanken Gänsehaut: Man übersieht einen falsch verlegten Straßeneinlaufschacht, das Vorderrad gerät in einen der breiten Schlitze und der Crash ist unausweichlich. Bestenfalls geht nur das Fahrrad zu Bruch. An mindestens zwei Stellen (Fotos) des Hindenburgrings auf Höhe der Justizvollzugsan­stalt ist dieses Szenario gut vorstellbar – so aber offensichtlich noch nie vorgekommen, beteuert Stadtpressesprecher Andreas Létang. „Bis heute ist kein Unfall mit einem Radfahrer an diesen Schächten an die Stadt herangetragen worden.“

Besteht etwa Handlungsbedarf aufgrund einer potenziellen Gefahr? Die sieht man im Bauamt offensichtlich nicht. Der Grund: Entlang des Hindenburgrings führt ein Radweg, für den es einen Benutzungszwang gebe. Außerdem wäre ein „Umbau als Einzelmaßnahme zu aufwändig und entsprechend teuer“. Einzelmaßnahme? Die Stadt, seit 2009 als Baulaststräger für die B17alt und somit den Hindenburgring zuständig, möchte die vielbefahrene Straße Stück für Stück umbauen – wenn das Konzept dafür stehe und man die Maßnahme umsetze, würden auch „alle falsch ausgerichteten Schächte“ nach den heute geltenden Maßstäben umgebaut.

Die beiden Fehleinbauten am Hinderburgring, die in der Bauverwaltung „seit langem bekannt“ seien, sind im übrigen nicht die einzigen. Laut Tiefbauchef Hans Huttenloher bestehe der Zustand „mindestens seit 28 Jahren, eher länger“. Damals trug der Freistaat, vertreten durch das Straßenbauamt Weilheim, noch die Baulast und somit die Verantwortung. In Landsberg seien auch an weiteren Stellen eine zeitlang die Schächte in dieser Ausrichtung eingebaut worden – der Grund dafür sei nicht nachvollziehbar.

Bei der von Verkehrsreferent Henrik Lüßmann (Grüne) ange­regten Besichtigung von „Lücken und neuralgischen Punkten im Landsberger Radverkehrsnetz“ gab es am Donnerstag in Stadtratskreisen zwar viel am Hindenburg­ring zu diskutieren (siehe Seite 4), die falsch verlegten Straßeneinlaufschächte kamen dabei aber nicht zur Sprache.

Toni Schwaiger

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