Mit High-Tech auf Raserjagd

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Raumschiff oder Verkehrsmessgerät? Moderne Blitzer-Anhänger wie dieser sehen teils futuristisch aus und haben viele Vorteile: So hält ihr Akku mehrere Tage lang.

Landsberg – Wird in Landsberg besonders brav Auto gefahren? Diesen Schluss legen die Zahlen nahe, die Ordnungsamt-Chef Ernst Müller am Mittwochabend vergangener Woche dem Bauausschuss präsentierte. Oder machen immer wiederkehrende Messstellen und -zeiten den Verkehrssündern das Leben schlicht zu einfach? Die Stadt denkt über die Anschaffung eines hochmodernen Blitzer-Anhängers nach.

Robust gegen Vandalismus, einfach zu transportieren, ohne Personal funktionstüchtig und mit einem Akku ausgestattet, der tagelang durchhält – das sind die Vorzüge des Blitzeranhängers, der in Landsberg künftig zum Raser-Albtraum werden könnte. Denn auch, wenn die Sünderkartei des Jahres 2015 auf den ersten Blick imposant wirkt, fällt die Beanstandungsquote tatsächlich gering aus. 1.551 Stunden lang standen die Blitzer im Jahr 2015 in Landsberg. Dreiviertel der Zeit in Tempo-30-Abschnitten. 786.848 Fahzeuge rollten an ihnen vorbei. Das Ergebnis: Nur 15.289 davon waren zu schnell. Das entspricht einer Quote von 1,94 Prozent.

„Wir stehen immer so dämlich – das könnte einer von mehreren Schlüssen sein“, unkte Müller. Tatsächlich erschwerten aber rechtliche Auflagen und technische Einschränkungen das Messen erheblich. Tarnungen sind verboten, nicht an jeder Stelle lässt sich die Messanlage aufbauen. Mancherorts sei man darauf angewiesen, sich auf privaten Grund stellen zu dürfen – wie beispielsweise in der Iglinger Straße. Immerhin 60 Punkte überwacht die Stadt über das Jahr verteilt. „Je nach Bedarf unterschiedlich intensiv.“

„Werden denn überhaupt Abend- oder Wochenendmessungen durchgeführt?“, wollte Moritz Hartmann (Grüne) wissen. Das sei tatsächlich selten, räumte Ordnungsamt-Chef Müller ein. Man orientiere sich an den Zeiten, während derer besonders viele zu schützende Schüler unterwegs seien. „Der Akku unserer Anlage hält nur begrenzt. Wenn wir nachts messen, geht das tagsüber nicht mehr.“ Deshalb bezögen die Blitzer in der Regel zwischen 7 und 16 Uhr Stellung.

Abhilfe könnte da der neuartige Blitzer-Anhänger bringen. Die Anschaffung in Höhe von 140.000 Euro sei schon in den Haushalt eingestellt und rechne sich nach ein bis zwei Jahren, ist sich Müller sicher. Preislich sei er sogar um 40.000 Euro günstiger als die Anlage, die die Stadt bereits hat. Doch erst muss das bayerische Verkehrsministerium grünes Licht geben. Die moderne Technik wird gerade im Oberland getestet. Erfahrungswerte aus Frankreich seien aber vielversprechend.

Insgesamt falle in Landsberg nicht nur die Raser-Beanstandung, sondern auch die Unfallziffer gering aus, freut sich Müller. „Wir haben, was die Sicherheit betrifft, keine Brennpunkte.“

ras

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