Die Qual der Berufswahl

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Im Einzelgespräch halfen die Mentoren, hier Sebastian Wittmann, passende Berufe zu finden. Am Flipchart-Brett wurden Stärken und Interessen der Schüler verknüpft.

Landsberg – In der Johann-Winklhofer-Realschule wurden am vergangenen Don- nerstag fleißig „Talente geschmiedet“. In einem Seminar der NaturTalent Stiftung soll die individuelle Schnittmenge von Interessen, Talenten und Kompetenzen der Schüler gefunden werden, um passende Berufe auszuwählen.

Die Schüler der 9. Klasse, also der Jahrgangsstufe vor dem Abschluss, konnten sich auf Initiative der JWR hin zu dem Se- minar „Talenteschmiede“, gesponsert von dem Gewinnsparverein der Sparda-Bank Augsburg, freiwillig einschreiben. Schon vorab mussten sie dazu einige „Checks“ machen, so Geschäftsführer der Stiftung Rainer Schmaus. Dabei beschrieben sie ihre Interessen und Talente, gaben Berufswünsche an und ließen sich von nahestehenden Personen einschätzen. Auch wurden etwa mathematische, sprachliche oder persönliche Kompetenzen festgestellt. Einige Ergebnisse konnten die speziell ausgebildeten NaturTalent-Mentoren schon vor dem Seminar online einsehen, um sich auf die Schüler einzustellen. 

Während des Seminars sollten die drei Bereiche dann miteinander verknüpft werden. Das geschah zum Teil in Kleingruppen, aus denen für die Mitschüler „oft überraschend zutreffende Vorschläge“ kamen, so Schmaus. In Einzelgesprächen mit den Mentoren wurden schließlich bisher unberücksichtigte Tests erklärt und miteinbezogen, um etwa drei bis fünf geeignete Berufe oder Studiengänge herauszufiltern. Und das mit Erfolg – die Teilnehmer seien „durch die Bank weg zufrieden“, wie Mentor Sebastian Wittmann erzählt. Direkt nach den Seminaren wür- den 96 Prozent der bisher knapp 16 000 Teilnehmern die „Talenteschmiede“ weiterempfehlen, nach zwei Jahren immer noch 89. Wie viele Schüler danach tatsächlich diesen Weg gehen, kann man nicht genau sagen. 

Auf jeden Fall nehmen sie aber die Vorschläge an und vielen werde die Unsicherheit gegenüber dem großen Berufsangebot genommen oder sie werden in ihren Plänen bestätigt. Das Seminar solle und müsse auch keine endgültige Entscheidung liefern, sondern vielmehr ein Schritt und Impuls in der Berufsorientierung sein. In den Seminaren öffnen sich die Schüler dafür mehr als sonst, weil sie nicht beurteilt werden wie in der Schule und keine Angst haben, in „Schubladen gesteckt zu werden“. Christine Meier-Pomp, Beratungslehrerin an der JWR, findet insbesondere die Arbeit mit den Stärken der Schüler wichtig. „Es fällt viel leichter, fünf Sachen zu sagen, die ich nicht kann, als die ich kann“, stimmt Schmaus ihr zu.

Judith Rietzl

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