Auf dem Menter-Gelände rührt sich was:

Ein Plan B für die Uttinger Tagespflege ist nicht nötig

Menter-Gelände - Utting - Tagespflege
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Auf dem Menter-Gelände sollen acht Doppelhaushälften und zwei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Auch eine Senioren-Tagespflege ist fest eingeplant.
  • Dieter Roettig
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Utting – Wenn ein Bauunternehmer ein Grundstück erwirbt und darauf Häuser zum Verkauf errichtet, ist das selten eine Meldung wert. Wenn er sich aber im Rahmen des Projektes in eine Tagespflege­einrichtung für Senioren geradezu verbeißt und Lob vom gesamten Gemeinderat bekommt, sollte man genauer hin­schauen. Georg Bechteler heißt der Mann, der mit seiner Firma AXIA-Bauprojekt in Schondorf das Investorenauswahlverfahren der Gemeinde Utting für das Menter-Grundstück gewonnen hat.

Das 4.861 Quadratmeter große Areal liegt am westlichen Ortsrand an der Achselschwanger Straße ganz in der Nähe der Kirche St. Leonhard. Hier wurde einst ein Sägewerk betrieben, bevor es die Gemeinde 1999 kaufte und an eine Zimmerei ver­pachtete. Zuletzt diente es nur noch zum Lagern von Bauschutt. Zur sinnvollen Nutzung stellte der Gemeinderat mit dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München einen Bebauungsplan auf, um hier im Außenbereich Bauland für eine Kombination von Wohn- und gewerblicher Nutzung auszuweisen.

Der Verkauf des Grundstücks lief über ein Investoren-Auswahlverfahren. Wobei der angebotene Kaufpreis nur zu 50 Pro­zent gewertet wurde. Viel wichtiger war der Gemeinde das Bebauungs- und Nutzungskonzept sowie die Zukunftsfähigkeit der geplanten gewerblichen Nutzung, darunter einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren. Das war ein Wunsch des Gemeinderats, aber keine Bedingung.

Herzensangelegenheit

Den Zuschlag bekam schließlich das Konzept „Harmonisches Miteinander von Familien, Senioren und Gewerbe“. Georg Bechteler hatte es vorgelegt. Wobei er das Thema Tagespflege zu seiner Herzensangelegenheit machte. Seit Jahren schon unterstützt er soziale Projekte und gemeinnützige Vereine wie Peter Raithels „GemEINSAM“ in Schondorf und Hans Starkes „Füreinander“ in Utting. Letzterer ist auf Hilfsangebote aller Art für ältere Mitbürger spezialisiert und berät Georg Bechteler bei seinem Vorhaben Tagespflege. Wie auch Pajam Rais-Parsi vom „Seniorenpolitischen Gesamtkonzept“ des Landratsamtes Landsberg.

Georg Bechteler wird auf dem Menter-Grundstück acht Doppelhaus-Hälften sowie zwei größere Geschäfts- und Wohnhäuser mit sechs seniorengerechten Wohnungen und der Tagespflege im Erdgeschoss bauen. Gestaltet nach „den hohen Anfor­derungen der Demenzsensibilität“ sollen künftig auf 255 Quadratmetern Nutzfläche sowie einem „Demenzgarten“ bis zu 24 Seniorinnen und Senioren tagsüber betreut und damit die pflegenden Angehörigen entlastet werden.

Einen Namen für das Projekt gibt es bereits: „Tagespflege Blumengarten Utting am Ammersee“. Das Konzept steht, jetzt sucht Bechteler noch einen Betreiber. „Wenn sich keiner findet, machen wir das selbst“, sagt er kämpferisch. Einen entsprechenden Antrag hat er bereits beim Staatsministerium für Gesundheit und Pflege eingereicht. „PflegesoNah“ heißt das Förderprogramm für die pflegerische Versorgung im sozialen Nah­raum, das „eine bedarfsge­rechte und flächendeckende pflegerische Versorgungsstruktur ausbauen und verbessern“ will.

Der Uttinger Gemeinderat hofft, dass Bechtelers Privat­initiative Zustimmung findet im Ministerium. „Wie ist ihr Plan B, falls es nicht klappt?“ wollte Grünen-Rat Peter Noll wissen. Es gebe keinen Plan B, weil er fest an sein Tagespflege-Konzept glaube, entgegnete Georg Bechteler.

Damit das „harmonische Miteinander von Familien, Senioren und Gewerbe“ nicht zu sehr gestört wird, sind 40 Tiefgaragen-und 13 Außenstellplätze vorgesehen, darunter auch behindertengerechte. Aktuell wird mit einem Baubeginn im Herbst dieses, spätestens Frühjahr kommenden Jahres gerechnet.

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