Überdimensioniert?

Seniorenwohnanlage Denklingen ist vorerst vom Tisch

Blick auf das Oberdorf von Denklingen
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Blick auf das Oberdorf von Denklingen, wo auf einer alten Hofstelle eine Seniorenwohnanlage entstehen sollte (ganz rechts, rotes Ziegeldach), aber abgelehnt worden ist.

Denklingen – Das Wort „überdimensioniert“ haben mehrere Räte in den Mund genommen, als es auf der Sitzung in Denklingen um die geplante Seniorenwohnanlage an der oberen Hauptstraße ging. Ein Baukörper mit zwölf Wohnungen auf einem gut 1.000 Quadratmeter großen Grundstück sei zu wuchtig. Außerdem vermissten die meisten im Gremium ein Konzept. Stichwörter sind Betreuung und Gemeinschaftsräume.

Am Ende der Diskussion waren nur zwei Räte dafür, das gemeindliche Einvernehmen für den Vorbescheid zur Errichtung der Seniorenwohnanlage zu erteilen. Dafür war auch Bürgermeister Andreas Bürgermeister. 13 Räte stimmten hingegen mit Nein.

Entstehen soll die Anlage mit Seniorenwohnungen an der Hauptstraße im Süden Denklingens. Dort befindet sich eine kleine Landwirtschaft, die seit Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet wird: Nach dem Tod der ehemaligen Bäuerin wurde die Hofstelle den drei Kindern in einer Erbengemeinschaft zugesprochen.

Ein Sohn wohnt indessen in einem eigenen Haus nahe der Hofstelle. Die zwei Schwestern sind familiär in den Lechrain beziehungsweise ins Oberallgäu gezogen. Das Grundstück wurde von der Erbengemeinschaft verkauft.

Zwölf Wohnungen

Dort möchte ein Investor jetzt eine Wohnanlage für Senioren realisieren. Auf drei Stockwerken sollen zwölf Wohnungen entstehen. Das ist aus den Plänen zu entnehmen, die Bürgermeister Andreas Braunegger den Gemeinderäten und den Besuchern auf der Leinwand im Bürgersaal zeigte.

Auf die Nachfrage von Wolfgang Martin (Freie Wählergeinschaft Denklingen/FWD), ob es sich um betreutes Wohnen handle, antwortete der Rathauschef, das sei noch nicht geklärt. Es handle sich erst um eine Voranfrage.

„Total überdimensioniert“ fand Anton Stahl den Baukörper. Er sei zu groß für das 1.000-Quadratmeter-Grundstück. Ihm fehle zudem ein Gemeinschaftsraum in der Anlage. Außerdem würden nur neun Stellplätze für Autos auf dem Grundstück nachgewiesen. Auch nach Martin Ahmons und Simon Hefeles (beide CSU/Freie Bürger) Einschätzung ist das Vorhaben „überdimensioniert“.

Das Konzept sei genau zu hinterfragen, meinte Regina Wölfl FWD). Ebenso wollte Herbert Kößl (CSU/Freie Bürger) erfahren, welches Konzept dieser Wohnanlage für Senioren zugrunde gelegt werde. Stephan Egner (FWD) vertrat – anders als Bürgermeister Braunegger – die Auffassung, dass man dem Antrag keinesfalls „unter Vorbehalt“ der Stellplatzfrage zustimmen soll. Erst wenn genaue, detaillierte Angaben vorlägen, könne man eine Entscheidung treffen.

Dieser Ansicht folgte die große Mehrheit im Gremium. So wurde der Antrag auf Vorbescheid zum Bau mit 13 zu zwei zurückgewiesen. Wenig erfreut verließen Antragsteller und Architekt danach den Bürgersaal.
Johannes Jais

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