Denkmalschutz als Chance

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Seit 2005 ist der Stohrerhof, das ehemalige Kreisheimatmuseum in Privatbesitz. Das Anwesen soll nun mit zehn Wohnungen ausgestattet werden.

Dießen – Denkmalschutz hat den Bauausschuss gleich mehrmals beschäftigt. So sind an der Rotterstraße 15 vier Doppelhäuser und ein Dreispänner vorgesehen – unter dem ehemaligen Gasthaus „Gattinger Keller“ befindet sich ein historischer Bierkeller. Und im Stohrerhof sollen zehn Wohnungen entstehen.

Seit Juli 2005 befindet sich der denkmalgeschützte Stohrerhof an der Neuwiese in Riederau in Privatbesitz. Der Hof wurde seitdem in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde einfühlsam saniert und restauriert, seit 2007 liegt außerdem eine Baugenehmigung vor. Die zur Sitzung vorgelegte Tektur sieht wie gehabt den Einbau von zehn Wohnungen vor. Im Außenbereich sollen zehn Stellplätze rechtwinklig zur Neuwiese angeordnet werden, während eine Doppelgarage entfällt.

Die Fassade zur Neuwiese hin, soll – bis auf eine bereits genehmigte Öffnung – erhalten bleiben. Anstatt der bisher geplanten kleineren Balkone, sollen die Balkone auf der Südseite im ersten und zweiten Obergeschoss als Bänder auf Holzträgern errichtet werden. Seitens des Bauamtes wurde darauf hingewiesen, dass diese Balkonform bei alten Bauernhöfen üblich war. Auch von der Denk­- malschutzbehörde, die bereits bei einem Ortstermin anwesend war, wird die durchlaufende Balkonvariante favorisiert. „Hier wird Denkmalschutz als Chance begriffen und nicht als Hindernis“, lobte Gemeinderat Michael Hofmann (Grüne).

Kein Deckel drauf

Das Bauvorhaben an der Rotterstraße 15 gefiel ihm dagegen weniger: Auf ein histo­- risches Kellergewölbe käme einfach „ein Deckel drauf, um Autos darauf abzustellen“, bemän­- gelte Hofmann und wünschte sich an dieser Stelle anstatt eines Garagenhofes eher „ein Museum, einen Weinkeller oder sonst etwas Kreatives“. Auf den Boden der Tatsachen holte ihn von Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) zurückt: „Wir können niemand zwingen, den Keller zu nutzen. Er muss lediglich für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.“

Der Bauausschuss stimmt der Bauvoranfrage an der Rotterstraße mit folgenden Auflagen mehrheitlich zu: Auf das im südwestlichen Grundstücksbereich an der Rotterstraße geplante Doppelhaus ist zu ver­- zichten. Stattdessen kann der Bau eines Dreispänners ins Auge gefasst werden. Außerdem muss der Bauherr, der sich bereit erklärt hat, der Gemeinde eine Teilfläche zur Verbreiterung des bestehenden Gehweges entlang der Rotterstraße abzutreten, den kanalisierten Ablauf des Metzger­weihers, der das Grundstück im westlichen Bereich kreuzt, auf eigene Kosten erneuern.

Den Umbau des Stohrerhofes mit durchgehendem Balkon segnete der Bauausschuss ohne Gegenstimme ab.

Ursula Nagl

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