Ballett als zweites Leben

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Förderpreisträgerin Michelle Negle kann sich sogar Tanzen als Beruf vorstellen.

Landsberg – Bei der Stange bleiben: Ein Ausdruck, der auch aus dem Ballett stammen könnte, wenn man sich den Werdegang der 17-jährigen Michelle Negle ansieht: Mit vier Jahren stand sie das erste Mal im Ballettstudio. Damals hatte sie eine Stunde pro Woche Ballettunterricht, inzwischen trainiert sie fast täglich. Von Anfang an begleitet hat sie bei ihrer Tanzausbildung Beatrix Klein vom gleichnamigen Landsberger Ballettstudio.

Sehr aufrecht sitzt Michelle Negle auf ihrem Stuhl. Mit einem Strahlen im Gesicht: „Man muss Interesse an dem haben, was hinter dem Ballett steckt. Aber es macht mir auch sehr viel Spaß.“ Tanzen will sie nicht als ihr Hobby bezeichnen, vielmehr sei es ihr zweites Leben. Natürlich habe es Momente gegeben, in denen das Tanzen nicht ganz so leicht falle. „Aber ich bekomme sehr viel Unterstützung von Zuhause und das Tanzen selber gibt mir auch viel zurück.“ 

Michelle nimmt nicht nur Unterricht in klassischem Ballett, sie steppt und tanzt auch Modern Jazz. Zudem hat sie Klavier- und Gesangsunterricht, ist Mitglied im Oberstufenchor und im „Vocal Ensemble“ des Dominikus-Zimmer- mann-Gymnasiums. Gerade hat dort ihr letztes Schuljahr begonnen. Viel Zeit bleibt Michelle nicht: „Ich muss eben das Tanzen als meine freie Zeit ansehen.“ Es komme schon vor, dass sie noch abends für die Schule etwas tun müsse. Wenn sie mal Zeit hat, setzt sie sich gerne ans Klavier. Oder geht mit Freunden essen, denn Freundschaften zu pflegen ist ihr wichtig. 

Da sei es auch gut, dass sie in der Ballettgruppe Freunde habe – teilweise bestehen diese Freundschaften schon seit zehn Jahren. In Landsberg konnte man die Tänzerin schon oft erleben, erst vor Kurzem ganz in schwarz als Schneewittchens Schwiegermutter. Der Auftritt habe ihr besonders gefallen. Es sei ein Ausflug in eine Rolle gewesen, bei der sie „auch mal so richtig fies und böse“ sein durfte. Am liebsten tanze sie zu ruhigerer Musik, dabei könne sie am besten die Gefühle widerspiegeln, die sie empfinde. Dafür brauche man aber eine gute Technik, denn das sei die Voraussetzung dafür, das Publikum berühren zu können. Im vergangenen Jahr verletzte sie sich den Fuß beim Tanzen, musste einen Soloauftritt absagen und einige Zeit zurückstecken. 

Ganz pausiert hat sie nicht, aber: „Wenn’s zu sehr weh tut, muss man klug genug sein, langsamer zu machen, sonst büßt man das.“ Michelle bezeichnet sich als ruhig und ordentlich, aber der Ausdruck „eiserner Wille“ passe nicht ganz zu ihr. Ehrgeizig, das ja. „Es steht immer eine Aufführung oder eine Prüfung an, die ich mir als Ziel setze.“ Darauf arbeite sie dann hin, aber nicht verbissen. Im November steht eine dieser wichtigen Prüfungen an: Die Advanced 1 der Royal Academy of Dance. Eine Prüfung, die für Tänzer gedacht ist, die auch beruflich in Richtung Tanz gehen wollen. Michelle würde gerne Medizin studieren, um sich dann auf Tanzmedizin zu spezialisieren. 

In diesen Bereich hat sie auch schon bei mehreren Praktika hineingeschnuppert. „Aber wenn das Gärtner- platztheater fragt, würde ich natürlich nicht nein sagen.“ Tanzen als Beruf sei eine Möglichkeit. Als nächstes kommt neben der Prüfung noch der Auftritt beim Benefizkonzert des Rotary Clubs Landsberg. Und natürlich der Auftritt zur Verleihung des Kulturförderpreises. Zudem will Michelle Ballettunterricht geben, für kleinere Balletteleven hat sie das auch schon getan. Als Ausgleich dazu gönnt sich Michelle einen Urlaub: Mit Freunden in Griechenland segeln.

Susanne Greiner

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