Badespaß und Angelhaken

Kauferinger Kiesgrube: Was hat sich verändert?

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Angler und Badegäste an einem See – passt das zusammen?

Kaufering – Die Baggerseen zwischen Kaufering und Igling sind schon lange ein beliebter Ort, um sich nach einem anstrengenden Arbeitstag eine Abkühlung zu verschaffen. Seit Frühjahr letzten Jahres hat sie nun der Fischereiverein Petri Heil übernommen. Seitdem sind die Seen durchnummeriert und mit Verbotsschildern versehen. Da können die Interessen von Anglern und Badegästen schon mal aneinandergeraten. Aber was ändert sich für die Badegäste wirklich durch die Übernahme?

Der Fischereiverein hat den größten der Seen gekauft und drei weitere Weiher von der Gemeinde Igling gepachtet. Neben jedem von ihnen steht jetzt ein Schild mit der Nummer und einer langen Liste an Verboten und Hinweisen. „Weiher 4“ steht da dann zum Beispiel, gefolgt von einer Reihe von Symbolen, die alle mit einem roten Verbotszeichen versehen sind. Nicht Campen, nicht Bootfahren und keine laute Musik sind nur ein paar Beispiele.

Dennis und Franziska haben es sich an einem Dienstagabend an einem der größten Seen gemütlich gemacht. Sie schwimmen, reden, trinken Bier. Ganz normal, oder? Aber nicht immer können sie ihre Freizeit hier so genießen, wie sie das gerne würden. Regelmäßig beschwert sich jemand, nur weil sie da sitzen. „Mich stört manchmal ein bisschen der Tonfall, wenn man uns direkt anmeckert, dass wir unsere Flaschen wieder mitnehmen sollen“, beklagt sich Dennis. Derjenige, der sich beschwert, sei aber seines Wissens kein Angler, sondern ein Privateigentümer.

Die Angler wollen die Badegäste mit den Verboten keinesfalls schikanieren oder loswerden. „Die können sehr gerne weiterbaden“, meint der Vorsitzende des Fischereivereins Johannes Egger, „sofern das in normalem Maße geschieht“. Konfliktpunkte gibt es trotzdem. Am meisten stört die Angler der von Feierwütigen hinterlassene Müll. Der zweite Vorsitzende Daniel Klingler sagt, er war vor nicht allzu langer Zeit selbst in dem Alter, in dem er gerne mal ein Bier am See getrunken hat. Dass man hinterher auch wieder aufräumt sei für ihn eigentlich selbstverständlich. Aber: „Wir tragen nach manchen Wochenenden Müllsäcke voller Flaschen und Dosen hier raus“, klagt Klingler. Er zeigt ein Handyfoto von mehreren Bierdosen, die im Gebüsch am Seeufer zurückgelassenen wurden. „Da ist es schon auch gerechtfertigt, dass wir ein bisschen härter durchgreifen“, findet er. „Wenn wir das nicht machen würden, müssten die Leute irgendwann im Müll schwimmen.“ Egger fügt hinzu: „Es geht einfach nicht, dass wir Angler diesen Müll auf eigene Kosten entsorgen müssen.“ Außerdem seien Glasflaschen ja auch eine Gefahr für die Badenden. Die Seen von Müll freizuhalten sei also im Interesse der Badegäste.

Ebenso sei die Regel „Kein offenes Feuer“ eigentlich eine Selbstverständlichkeit. „Das ist ein absolutes No-Go“, so Egger. Besonders nach dem trockenen Sommer sei die Waldbrandgefahr hoch. Außerdem nicht gern gesehen sind Reiter, die ihre Pferde durch den See reiten lassen, Hunde, die frei herumlaufen und Badende in den kleineren Weihern. Denn das sind die Aufzuchtstationen des Vereins. Abgesehen davon besteht auch eine echte Gefahr für Badende und Vierbeiner: Denn „wo Angler sind, sind auch Haken“, warnt Egger. Und die können sich auch mal lösen und am Grund eine versteckte Gefahr darstellen. Außerdem stört es Egger, wenn die Badegäste zu nahe herschwimmen, wenn er gerade angelt. Denn angeln, wenn direkt daneben jemand plantscht, das funktioniert natürlich nicht.

Das hört sich erstmal nach einer ganzen Menge Reibungspunkte an. Aber in der Realität komme es kaum zu Überschneidungen von Anglern und Badenden, sagt Egger. Denn geangelt werde ja nicht gerade bei heißestem Badewetter. Und er fügt hinzu: „Die meisten Badegäste sind vernünftig.“ Es sei eben wichtig, aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Wir wollen ein Naherholungsgebiet für alle schaffen. Jeder soll sich

wohlfühlen und es soll ein friedliches Miteinander geben“, wünscht sich der Vorsitzende. Spätestens wenn der Herbst

endgültig Einzug in den Landkreis erhalten hat und es auch den Hartgesottensten zu kalt zum Baden ist, wird das wohl vorerst kein Problem mehr sein.

Sophie Vondung

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