Sicher keine Eintagsfliege

Schauspielerin Inés Zahmoul zeigt im Kostüm- und Requisitenfundus der „Stelzer“ den beeindruckenden Balanceakt: Zusammen mit 40 Landsberger Kindern und Jugendlichen führt sie heuer wieder das Ruethenfestspiel „Licca Line“ auf dem Hauptplatz auf. Foto: Bauch

Die spektakuläre Reise kann erneut beginnen: Das Ruethenfestspiel „Licca Line – eine lange Fahrt ins sagenhafte Damasia“ wird anlässlich der 850-Jahr-Feier der Stadt Landsberg nochmals aufgeführt. Die Vorbereitungen für das imposante Freilichtstück laufen bereits auf Hochtouren. Am 16., 17., 23. und 24. Juni verwandelt sich der Hauptplatz trotz Umbaus wieder in eine Bühne.

Weil im vergangenen Jahr das Wetter zum Ruethenfest so schlecht war, konnte Licca Line nur einmal aufgeführt werden. „Es war wirklich ein durchschlagender Erfolg und die Kinder haben geweint, weil die zweite Vorstellung abgesagt wurde“, erinnert sich auch Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU). „Da war uns klar: Wir müssen etwas tun.“ Gesagt, getan, das Ruethenfestspiel darf also heuer an vier Terminen stattfinden. Das Besondere an dem Stück ist aber nicht nur, dass es unter freiem Himmel stattfindet. Veranstaltet wird es vom Ruethenfestverein, produziert von der freien Theatergruppe „Die Stelzer“, musikalisch unterstützt von der Landsberger Sing- und Musikschule. „Das ist ein tolles Gewächs“, findet Produktionsleiter Wolfgang Hauck, „aber auch ein empfindliches.“ So konnte aufgrund der vielen Beteiligten im vergangenen Jahr keine Generalprobe stattfinden. Große Herausforderung Auch die Darsteller sind keine ganz gewöhnlichen: Zu nur zwei professionellen Schauspielern, eine davon die Berlinerin Inés Zahmoul, gesellen sich 40 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 18 Jahren aus Landsberg. „Über drei Jahre haben die Jugendlichen auf den Stelzen geübt und daran gearbeitet den Text gut rüberzubringen“, so Hauck. Zahmoul, die gleichzeitig als Regieassistentin fungiert, war überrascht von der Leidenschaft, die die Jugendlichen an den Tag legten: „Die Herausforderungen bei diesem Stück werden unterschätzt. Man muss auf den Stelzen sicher stehen und viele Muskeln anspannen, aber auch eine schöne Sprechstimme dabei haben.“ Regisseur Peter Pruchniewitz ist nicht nur von der Qualität und Besonderheit des Stückes überzeugt, sondern vor allem von dem Lerneffekt für die jungen Darsteller. Alle sozialen Schichten seien bei den 40 vertreten. Es sei für sie einmalig vor 4500 Leuten auf dem Hauptplatz zu spielen. „Die Jugendlichen nehmen da etwas für ihr ganzes Leben mit.“ Es ginge aber auch im die Integration und Identität: Die Nachwuchs-Stelzer sind durch Licca Line Botschafter für die Stadt Landsberg. „Außerdem sind wir keine Eintagsfliege – wir wollen die Kinder weiterhin bei den Stelzern behalten.“ Aktuell durch Licca Line Seit Samstag wird wieder geprobt, die Kostüme werden aufgefrischt und die Requisiten erneuert. Durch den Hauptplatzumbau seien aber keine Probleme für das Freilichttheater entstanden, eher noch Verbesserungen: Das Stück sei jetzt kürzer und „runder“. Im vergangenen Jahr war noch der komplette Platz eingebunden, heuer wird es auf der Nordseite kompakter und fokussierter. Hauck verspricht, dass man zur 850-Jahr-Feier einen überdimensionalen Theaterraum kreiren will. „Man kann die Stadt neu entdecken.“ Bei dem Ruethenfestspiel gehe es nicht nur um Daten und Fakten aus der Geschichte Landsbergs, sondern um eine andere Sichtweise. Kreuzer: „Wir kennen die Lechrainsagen – durch Licca Line werden sie wieder aktuell.“ Das Stück wird am 16., 17., 23. und 24. Juni (Ausweichtermin 22. Juni) um 21 Uhr aufgeführt. Karten gibt es im Vor­- verkauf beim KREISBOTEN, am Rossmarkt 195 in Landsberg, Tel. 08191/91630.

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