Sicher radeln mit Hindernissen

Noch gibt es keine realisierbare Variante für einen Radweg von Dießen nach Raisting. Eine Voraussetzung hierfür wäre die Kooperationsbereitschaft von Grundstückseigentümern und Naturschutz. Foto: Nagl

Die immer wieder aufflammende Diskussion über einen geeigneten Radweg zwischen Dießen und Raisting geht in eine neue Runde. Das Planungsbüro Dippold & Gerold aus Germering stellte dem Gemeinderat jüngst eine Machbarkeitsstudie mit sechs Varianten vor. Allerdings hat jede wunde Punkte: entweder sind naturschutzrechtliche Belange beeinträchtigt oder die Verhandlungen gestalten sich schwierig, weil die Kontakte zu den betroffenen Grundstücksbesitzern laut Bürgermeister Herbert Kirsch noch „kein positives Ergebnis“ erbracht haben.

Als kürzeste Variante stellten die Planer eine zirka 1,75 Kilometer lange Strecke östlich der Kreisstraße vor. Um die sogenannte Variante A zu realisieren müsste eine Brücke über die Rott und eine Unterführung unter der Kreuzung an der Birkenallee gebaut werden. Die Umsetzung scheitert allerdings an der Tatsache, dass die Trasse durch das FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) führen würde. Denselben Verlauf würde die Variante B von Raisting aus bis zum Rottbad nehmen. Dort käme ein Übergang auf die Westseite hinzu. Dann ginge es über St. Martin in Hädern vorbei am SOS-Kinderdorf bis nach Dießen. Auch bei dieser Variante würde FFH-Gebiet berührt, außerdem ergibt sich aus einem Wegeneubau von 1,52 Kilometer ein hoher Flächenbedarf. Variante C verläuft von der Vogelherdstraße in Dießen bis zur Ertlmühlstraße in Raisting auf einer Länge von 2,1 Kilometer komplett westlich der Kreisstraße. Aufgrund von Brückenbauten, einer Querungshilfe und wegen dem großen Flächenver­brauch liegen die Kosten mit rund 1,3 Millionen Euro sehr hoch. Auch bei dieser Variante würde das Vogelschutzgebiet tangiert. Ähnlich kurz wie die Variante A würde Variante D ausfallen: Auch sie verläuft westlich der Kreisstraße aber entlang der Höhenlinie auf teilweise vorhandenen Feldwegen. Allerdings müsste für die Umsetzung viel Privatgrund erworben werden. Anders als bei Variante C müsste bei Variante E keine neue Brücke über die Rott gebaut werden, denn die Brücke bei der Ertlmühle könnte genutzt werden. Bei Variante F verhält es sich wie bei D, Allerdings würde der Radweg im kürzest möglichen Zickzack-Kurs über bereits bestehende Wege führen, die im Besitz der Gemeinde sind oder problemlos erworben werden können. Diese Variante wäre mit 650000 Euro vergleichsweise günstig. Antoinette Bagusat (Dießener Bürger) plädierte dafür, das Ziel, einen sicheren Radweg von Dießen nach Raisting zu bauen, konsequent weiter zu verfolgen, auch wenn das aufgrund der unterschiedlichen Interessenslagen nicht ganz einfach sei. Edgar Maginot (CSU) appellierte an das Verantwortungsbewusstsein von Grundstücksbesitzern und Natur­schützern und schlug vor, für die Kreisstraße zum Schutz der Radfahrer ein Tempolimit zu erwirken. Alban Vetterl (CSU) meinte dazu: „Wenn auf 60 Stundenkilometer reduziert wird, kommt der politische Druck von alleine.“

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