Erster Kostenvoranschlag: 20.000 Euro

Dießen erstellt Sicherheitskonzept für Töpfermarkt

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Über 50.000 Besucher werden beim nächsten Dießener Töpfermarkt in den Seeanlagen erwartet. Um für alle Eventualitäten wie Unwetter, Unfälle oder Terror gewappnet zu sein, kommt erstmals ein Sicherheitskonzept der Marktgemeinde zum Tragen.

Dießen – Braucht der Dießener Töpfermarkt künftig ein Sicherheitskonzept? Eindeutige Antwort von Bürgermeister Herbert Kirsch und Geschäftsleiter Karl Heinz Springer bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates: „Ja, unbedingt. Unabhängig von den Vorschriften sind wir es unseren Besuchern schuldig, dass sie sich wohl und vor allem sicher fühlen.“ Die Zeiten hätten sich geändert. Seit der Massenpanik mit vielen Toten bei der Duisburger Love Parade oder dem Berliner Weihnachtsmarkt-Attentat müsse sich jeder Veranstalter von größeren Events im Vorfeld mit allen Eventualitäten beschäftigen.

Ob bei Unwetter, Unfällen oder Terroranschlägen soll ein Sicherheitskonzept die Veranstalter auf alle möglichen Risiken und Szenarien aufmerksam machen, die während einer Großveranstaltung entstehen können. Es sorgt dafür, dass im Notfall entsprechend gehandelt wird, weil allen Verantwortlichen die notwendigen Schritte bekannt sind. Im Rahmen einer Gefährdungsanalyse werden alle relevanten Faktoren und Werkzeuge penibel ausgearbeitet: Ob Einsatz von Betonpollern, Beschilderung, Fluchtwege bei Evakuierungsmaßnahmen, Stationen für Polizei, Rotes Kreuz oder Feuerwehr, notwendige Zahl der Security-Mitarbeiter und Nachtwachen bis zum Landesplatz für Rettungshubschrauber.

Zu hohes Honorar?

Für den Dießener Töpfermarkt mit rund 50.000 Besuchern an vier Tagen müsse dringend ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden, so Bürgermeister Kirsch. Beim Magic Lake Festival habe man so ein Konzept vom Organisator verlangt. Da sei es nur gut und billig, dass die Marktgemeinde als Veranstalter des Töpfermarktes auch ein so Konzept vorliegen habe. Da die Verwaltung im Dießener Rathaus mit der Erstellung überfordert sei, solle laut Karl Heinz Springer eine Agentur eingeschalten werden, die sich darauf spezialisiert hat. Im Raum stand dafür ein Honorar von etwa 20.000 Euro, das ein Münchner Büro für die Größenordnung des Töpfermarktes grob veranschlagt habe – ein unverhältnismäßig hoher Betrag für nur ein Konzept, fanden einige Gemeinderäte. Zumal die Umsetzung nicht kalkulierbare Nachfolgekosten mit sich bringe. So hätte man sich vor der kürzlich beschlossenen Erhöhung der Teilnahmegebühren Gedanken über ein Sicherheitskonzept machen sollen. Kirsch: „Unser Töpfermarkt ist die größte und beste Veranstaltung dieser Art in Süddeutschland mit Gästen aus der ganzen Welt. Diese einmalige Werbung für Dießen ist unbezahlbar und da sollten wir nicht auf den Cent schauen.“

Im Raum stand auch die Frage, ob dieses Konzept für die anderen Großveranstaltungen in Dießen anwendbar sei, wie den Flohmarkt und „Kultur am See“ in den Seeanlagen, „Dießen leuchtet“ im Zentrum und den Weihnachtsmarkt vor dem Marienmünster. Oder müsse künftig jeder Veranstalter von größeren Events auch ein eigenes Sicherheitskonzept vorlegen? Diese Problematik wolle man auf einer eigenen Infoveranstaltung erörtern und diskutieren, zu der die Marktgemeinde zeitnah alle Veranstalter und Vereine aus Dießen einlädt.

Bürgermeister Kirsch sprach in diesem Zusammenhang den Wunsch aus, Bausteine aus dem Töpfermarkt-Konzept für andere Termine übernehmen zu können. Oder noch besser, die Agentur solle das Konzept so ausarbeiten, dass es alle Veranstaltungen in Dießen abdecke. Für „Dießen leuchtet“, das bereits am 30. November ­stattfindet, sei es für ein Sicherheitskonzept aber ohnehin zu spät.

Kirsch betonte nochmals, dass es in der jüngsten Sitzung nur darum ginge, für die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzeptes zu sensibilisieren und Mittel dafür in den Haushalt einzustellen. Dem schlossen sich bis auf eine Gegenstimme die Gemeinderäte an. Ebenso erging an die Verwaltung der Auftrag, eine Informationsveranstaltung zu organisieren und Angebote für Sicherheitskonzepte einzuholen, über die dann abgestimmt wird. Man hoffe auf ein günstigeres Angebot als die bisherigen 20.000 Euro.

Stand wird teurer

Der 18. Dießener Töpfermarkt findet vom 10. Mai (Christi Himmelfahrt) bis zum 13. Mai 2018 in den weiträumigen Seeanlagen statt. Eine Veränderung gibt es hinsichtlich der Standgebühren, die seit 2006 nicht mehr erhöht wurden. Aufgrund des von Jahr zu Jahr gestiegenen Defizits kam der Marktgemeinderat nicht mehr an einer Anpassung der Standgebühren vorbei. Pro laufendem Meter müssen die Aussteller nunmehr 147 Euro berappen. Bei einem Fünf-Meter-Stand sind das immerhin 735 Euro. Die Leihgebühr für einen Marktstand beträgt aber unverändert 20 Euro für vier Tage. Trotz der Erhöhung haben sich bis zum Meldeschluss wieder mehr Keramikwerkstätten angemeldet, als Stellplätze vorhanden sind. Rund 160 werden ihre Zelte und Verkaufsstände aufbauen. Von künstlerisch gestalteter Keramik bis zum Gebrauchsgegenstand aller Glasur-, Brenn und Verarbeitungstechniken wird es wie immer ein breites Angebotsspektrum geben. Nach den Kaltenberger Ritterspielen ist der Töpfermarkt die zweitgrößte Veranstaltung im Landkreis Landsberg.

Dieter Roettig

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