Sicherheit mit Rechtsversatz

Steter Tropfen höhlt den Stein: Nach vielen vergeblichen Anläufen in den vergangenen 20 Jahren, Bürgerentscheid inklusive, ist der Umbau der Schwaig­hofkreu­zung wieder ein Thema. Gegen drei Stimmen beauftragte der Bauausschuss die Ver­waltung, den Entwurf des Ingenieurbüros Wittke weiterzuverfolgen. Nach ersten Kostenschätzungen dürfte der Umbau mit 180000 Euro zu Buche schlagen.

Auslöser des neuerlichen Anlaufes ist ein Antrag von CSU-Stadtrat Dr. Benedikt Ball. Mit Unterstützung von Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller und Roland Ritter, beide CSU und Bewohnern der Schwaighofsiedlung, brachte er eine Ampel für die neuralgische Kreuzung ins Gespräch – zu Testzwecken. Ball begründete dies mit „zunehmenden Schwierigkeiten und Risiken“ an dem viel befahrenen Knotenpunkt mit Augsburger-, Schwaighof- und Von-Kühlmann-Straße. Die Vollsignalisierung besagter Kreuzung sei ein „ausgelutschtes Thema“, befand der Leiter des städtischen Tiefbaureferates, Hans Huttenloher. Zwar könne man die Verkehrssicherheit auf diese Weise auf jeden Fall verbessern, doch ginge das zu Lasten des Verkehrsflusses. Da laut Zählung vom Oktober 2008 auf der Augsburger Straße und Sandauer Brücke 13300 bzw. 11800 Fahrzeuge pro Tag unterwegs seien, müssten der Hauptrichtung deutlich mehr Grünzeiten gewährt werden. Somit dürften die Wartezeiten in der Von-Kühlmann- (6800 Kfz/Tag) und Schwaig­hofstraße (4900) erhöht werden. Nicht wenige Verkehrsteilnehmer könnten dann die Adam-Vogt- und die Wei­her­straße als „Umfahrung“ nutzen. Negativ auf die Leistungsfähigkeit der Kreuzung wirkten sich zudem die örtlich bedingten langen Wartezeiten aus. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen erinnerte Huttenloher daran, dass die Umbauplanung der Schwaighofkreuzung vor zwei Jahrzehnten seine erste große Aufgabe in städtischen Diensten gewesen sei. Damals habe er „ordentlich Prügel“ einstecken müssen, weil dem Umbau die großen Kastanienbäume zum Opfer gefallen wären. Heute sieht’s etwas anders aus: Ein „unabhängiges Büro“ nahm sich der Sache an, bietet eine Lösung als Rechtsversatz an, gibt nur drei Kastanien der Kettensäge preis und pflanzt drei neue auf der großzügig angelegten grünen Verkehrsinsel. Die Wittke-Planung trennt die beiden Rich­tungsfahr­bahnen der Schwaighofstraße, wobei die Einmündung in die Augsburger Straße nach Norden verlegt wird. „Die Verkehrsströme entzerren sich, der Ablauf wird dadurch übersichtlicher und sicherer“, so Huttenloher. OB Ingo Lehmann (SPD), der damals wie heute für einen Umbau ist, appellierte mit Blick auf den Hauptplatzumbau daran, das Thema sofort anzugehen und im Haushalt 2011 zu be­rücksichtigen. Die Verwaltung geht von acht Wochen „Bauzeit unter Verkehr“ aus.

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