Sichern, stärken, ausbauen

Herbert Klein, der neue IHK-Gremiumsvorsitzende. Foto: Ruile

Die Sicherung der Wirtschaftskraft in unserer Region hat sich das IHK-Gremium Landsberg-Weilheim-Schongau als wichtig-­ stes Ziel ganz oben auf die Fahnen geschrieben. Den Maßnahmenkatalog, den das 24-köpfige Gremium in seiner ersten Arbeitssitzung dazu formuliert hat, stellte der neue Gremiumsvorsitzende Herbert Klein vergangene Woche bei seinem Antrittsbesuch in Landsberg vor.

„Ausbilden, ausbilden, ausbilden – das ist die vorrangige Aufgabe der nahen und mittleren Zukunft“. Dies sagt Herbert Klein, für fünf Jahre neu gewählter Vorsitzender des IHK-Gremiums Landsberg-Schongau-Weilheim. Etwa 17500 Unternehmen, davon gut die Hälfte im Raum Landsberg, fallen in seinen „Zuständigkeitsbereich“. Momentan sei die Konjunkturlage infolge der gesteigerten Wirtschaftskraft „außerordentlich“ gut. Klein verweist auf eine Mitgliedssteige­- rung von satten 22 Prozent auf insgesamt 8937 Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen in den letzten fünf Jahren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich im gleichen Zeitraum um 12,5 Prozent auf 29510 erhöht. „Nahezu Vollbeschäftigung“ registriert Klein für die Region Landsberg, aber auch „Fachkräftemangel als„Kehrseite der Medaille“. Die Betriebe hätten oft Probleme offene Stellen, auch Lehrstellen, zu besetzen. Zwar konnte man in diesem Ausbildungsjahr den Trend zu rückläufigen Bewerberzahlen noch einmal kompensieren und ein Plus gegenüber dem Vorjahr von beachtlichen 16,2 Prozent bei den neu abgeschlossenen Verträgen verbuchen, dennoch blieben 487 Lehrstellen aufgrund mangelnder Bewerberzahlen unbesetzt. Insgesamt ist die Zahl der Ausbildungsplätze bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis in den letzten fünf Jahren um 23,8 Prozent auf insgesamt 1040 gestiegen, die Zahl der Ausbildungsbetriebe um zwölf Prozent auf 252. „Hier wurde viel geleistet und wir bleiben am Ball“, verspricht Klein. Wenn man allerdings bedenke, dass noch immer sieben Prozent der Schulabgänger keinen Abschluss machen, so seien auch andere gefordert, „ihre Hausaufgaben zu machen“. Gute Anbindung Verkehrstechnisch sei der Wirtschaftsraum Landsberg eigentlich gut aufgestellt, zieht Klein den positiven Vergleich zu anderen Gebieten seines Bezirks. Durch die A96 sei die Region gut an den Wirtschaftsraum München angebunden und mit der B17neu an Augsburg. Einsetzen wolle sich das Gremium nun dafür, dass der Ausbau der B17 in Richtung Süden endlich auf voller Länge fertiggestellt wird. Lesen Sie dazu unseren Beitrag „Nur das Geld fehlt noch“ auf Seite 13. Großen Verbesserungsbedarf erkennt das IHK-Gremium im Schienenverkehr. Besonders für eine „Wiederbelebung“ der Bahnstrecke von Augsburg über Landsberg und Schongau nach Weilheim, die „ja in den vergangenen Jahren deutlich ausgedünnt“ worden sei, will man sich im Verkehrsministerium und bei der Bahn stark machen. Bereits 23 Gemeinden im Landkreis Landsberg profitieren von dem Breitbandförderprogramm der Staatsregierung, das die IHK mit ihrer Initiative angestoßen habe. Hier wolle man sich auch künftig engagieren. Desweiteren werde man sich für die Erschließung weiterer Gewerbeflächen einsetzen und die Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche fördern. Damit steckt der studierte Wirtschaftsfachmann Zug um Zug die Betätigungsfelder seines Gremiums für die kommenden fünf Jahre ab. Mehr Sicherheit Ein Schwerpunktthema hebt er noch besonders hervor: Man werde sich in die aktuelle Energiediskussion einklinken und eine Position der Wirtschaft erarbeiten. Die Energiewende und der weitere Ausbau alternativer Energien böten unternehmerische Chancen. Dennoch warnt der IHK-Gremiumsvorsitzende vor einem abrupten Wechsel: „Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit. Das heißt, dass sie zum Einen dringend auf kalkulierbare Ener­giepreise angewiesen ist und, dass sie zum Anderen Versorgungssicherheit braucht“.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Kaltenbergs "letzter Ritter"

Kommentare