Sichtschacht ist beseitigt

Das Gewölbe sieht niemand mehr

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Kein guter Donnerstagmorgen: OB Mathias Neuner und Tiefbauchef Hans Huttenloher (rechts) beobachten die Beseitigung des „Sarkophages“ am Marienbrunnen.

Landsberg – Dem Sichtschacht auf dem Hauptplatz war kein langes Leben beschieden. Nur wenige Stunden nach der Stadtratssitzung wurde das Bauwerk neben dem Marien­brunnen freigelegt und abtransportiert. Die Idee, das Gewölbe des früheren Rathauses sichtbar zu erhalten, ist damit gescheitert.

An dem Betonklotz hatte es seit der Aufstellung heftige Kritik aus der Bevölkerung gegeben, auch den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen kam der Sichtschacht, der ursprünglich nur rund 15 bis 20 Zentimeter hoch sein sollte, bei einer Ortsbesichtigung nicht gelungen vor. Das umstrittene Objekt war so hoch ausgeführt worden, weil darauf das Blindentastmodell der Altstadt auf­gestellt werden sollte.

Der Schacht gefalle „jetzt nicht besonders“, befand auch OB Mathias Neuner (CSU) in der Sitzung. Auch die Frage, warum der Stadtrat nicht vorab über das „Anwachsen“ des Bauwerks informiert worden war, konnte das Stadtoberhaupt beantworten. „Der Ältestenrat hat dem Vorhaben wohlwollend zugestimmt“, so Neuner, die Verwirklichung wäre ansonsten auch „zeitlich nicht mehr möglich“ gewesen.

Dass der vom Volksmund unter anderem „Sarkophag“ getaufte Betonklotz jetzt wegkam, ist wohl kein großer finanzieller Schaden für die Stadt. Die Kosten für Her- und Aufstellung bezifferte das Stadtoberhaupt auf „etwa 1000 bis 1200 Euro“. So rückten dann am Donnerstag Bagger und Gabelstapler an, hoben den Betonschacht zusammen weg. Sofort danach wurde mit dem Verfüllen der Grube begonnen, um möglichst schnell die Lücke im Pflaster schließen zu können.

Für Ort und Art der Aufstellung des Blindenmodells, das der Rotary-Club spenden will, soll jetzt eine Lösung auch mit Gestaltungsbeirat und Stadtrat gesucht werden. Diese will man dann diesmal mit einem „Phantomsockel“ zunächst testen.

Damit ist der Plan, die Lage des mittelalterlichen Rathauses in der Platzmitte sichtbar zu machen, aber noch nicht völlig ad acta gelegt. Im kommenden Jahr will der Stadtrat noch einmal darüber beschließen, ob man den Verlauf der Fundamente etwa mit Bronzelinien auf dem Platz andeutet. Die Lage „ablesbar auf dem Hauptplatz zu machen, ist weiterhin ein Bedürfnis der Stadträte“, heißt es in dem Beschluss aus der jüngsten Ratssitzung.

Die von einigen geäußerte Hoffnung, dass dies an der Stelle geschieht, die jetzt zugeschüttet wurde, dürfte sich allerdings wohl nicht mehr er­füllen – nach Auskunft der ausführenden Baufirma wurde zum Verfüllen nicht etwa Kiesel, sondern zuerst Flüssig- und darauf Magerbeton verwendet, bevor Splitt und Pflaster eingesetzt wurden. Damit dürfte dieses Fragment des Mauerbogens nicht mehr sichtbar zu machen sein.

Christoph Kruse

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