"Sie dürfen stolz darauf sein"

Landrat Walter Eichner war einer der Laudatoren bei der offiziellen Einweihung. Foto: Weh

„Mit sauberen Schuhen“, an denen vier Wochen zuvor, laut Rektor Peter Adam, noch jede Menge Baudreck hing, ist am vergangenen Freitag die Realschule Kaufering offiziell eingeweiht worden. In einer Rekordbauzeit von nur knapp 14 Monaten entstand „auf einem ehemaligen Erdbeerfeld“, wie es Adam bezeichnete, ein lichtdurchflutetes, modernes Schulgebäude, in dem sich sowohl die Lehrerschaft als auch die 428 Schüler seit gut zwei Wochen sehr wohl fühlen.

Zahlreiche Ehrengäste, zu denen neben den politischen Entscheidungsträgern aus Marktgemeinderat und Kreistag, den Architekten, der Geistlichkeit, dem Lehrerkollegium und vielen anderen auch der Staatssekretär für Unterricht und Kultus, Dr. Marcel Huber, zählte, wohnten der von Schülern musikalisch und akrobatisch umrahmten Einweihung in der Aula bei. Huber würdigte die kurze Bauzeit als „respektable Leistung“ und betonte, dass die Schule „nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum“ sei. Dass der Freistaat den 17,2 Mio. Euro teuren Neubau mit 4,2 Mio. Euro bezuschusst hat, zeige, so Huber, dass die Bildung im Ort, im Landkreis, aber auch in ganz Bayern hoch angesetzt werde. „Herr Landrat, Sie dürfen stolz darauf sein.“ Der Lehrerschaft wünschte Huber für die Zukunft: „Prägen Sie diese Schule mit Ihrem pädagogischen Engagement und Ihrer Liebe. Aber ohne den Anteil der Eltern kann Schule nicht gelingen.“ „Bauherr“ Landrat Walter Eichner freute sich, dass er ziemlich genau vier Jahre nach der Einweihung des Ammerseegymnasiums wieder eine große Schule ihrer Bestimmung übergeben konnte. „Das dürfte selbst in Bayern einmalig sein.“ Eichner hob in seiner Rede die Bedeutung der Schulpolitik im Landkreis hervor: „Wenn 2012 die bevorstehende Generalsanierung am Landsberger Schulzentrum vollendet ist, dann hat der Landkreis als Schulaufwandsträger innerhalb von zehn Jahren über 85,2 Mio. Euro, bei einer Förderung von 26,7 Mio. Euro, in seine Schulbauten investiert.“ Das sei viel Geld, was zu Schulden führe, die auch noch nachfolgende Generationen belasten würden. „Aber Sie dürfen mir gerne glauben, diese Schulden lassen mich ruhig schlafen.“ Als „Juniorpartner“ des Projekts Realschule bezeichnete sich Kauferings Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Nachdem 2007 die Raumsituation an der Johann-Winklhofer-Realschule in Landsberg mit 1100 Schülern immer prekärer geworden war, hatte sich Kaufering neben Fuchstal, Windach und Geltendorf um den Standort beworben und letztlich das Rennen gemacht. Die Marktgemeinde investierte in den Ausbau und die Beleuchtung der Bayernstraße, den neuen Kreisverkehr, die Unterführung sowie die Sanierung der Dreifachsporthalle samt Außenanlagen. Die Realschule stelle nun, so Bühler, eine „städtebauliche Verbindung zwischen Kaufering-Mitte und Kaufering-Dorf“ dar. Als Geschenk überreichte er Rektor Peter Adam für die bald entstehende Schulbibliothek eine der letzten Originalausgaben von Viktor E. Frankls „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ von 1946. Dass dies ein Hinweis auf den künftigen Namen der Realschule sein könnte, ist wohl Spekulation. Adam, der sich in seiner Rede dem Wettbewerb „Kunst am Bau“ widmete, sagte dazu: „Zur weiteren Schulentwicklung gehört auch ein Name. lassen Sie den Namen für die Schule von innen heraus – aus der Schulfamilie – erwachsen. Es soll ein Prozess sein.“ Die feierliche Schlüsselübergabe vollzog schließlich der Bayreuther Architekt Gerhard Meyer, der den Realisierungswettbewerb 2008 gewonnen hatte. „Alle Beteiligten haben am selben Strang gezogen“, lobte Meyer. Und auch mit dem bereits beim Richtfest ernannten Rektor Peter Adam habe er gut zusammengearbeitet. „Unser Eingabeplan war so flexibel, dass wir fast allen Wünschen gerecht werden konnten.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit

Kommentare