Die Sieben könnte es werden

Ein Wunsch der Naturschutzverbände: Der Radwegtorso entlang der Staatsstraße bis zur Abzweigung nach Raisting soll aufgelassen werden. Foto: Nagl

Mit einstimmigem Votum und ohne weitere Diskussionen hat der Marktgemeinderat in der vergange­nen Woche einer Ergänzung der Machbarkeitsuntersuchung für eine weitere Planungsvariante des Radweges zwischen Dießen und Raisting zugestimmt. Das Vorhaben, das die Gemeinde- und Landkreisgrenzen überschreitet, beschäftigt das Gremium schon seit einigen Jahren. Es soll die vorhandene Radweglücke um den Ammersee schließen und zugleich eine sichere Verbindung für Radler schaffen, die zwischen Dießen und Raisting unterwegs sind.

Mittlerweile ist eine siebte Variante im Gespräch, die seitens des Raistinger Gemeinderates für gut befunden und von Bürgermeister Max Wagner bei der Bürgerversammlung bereits vorgestellt worden war. Allerdings sind, was die betroffenen Grundstücke auf Dießener Flur betrifft, die Verhandlungen mit den Eigentümern noch nicht abgeschlossen. Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) zeigte sich allerdings optimistisch. „Die neue Variante lässt sich unter Umständen verwirklichen“, meinte er. Die neueste Variante würde ausgehend vom südlichen Ortsausgang in Dießen entlang der Vogelherdstraße vorbei am SOS-Kinderdorf in Richtung Umspannwerk verlaufen. Kurz darauf würde der Weg nach Osten in Richtung Bahnbrücke und damit in Richtung Kreisstraße Dießen-Raisting abbiegen. Nach 700 Meter an der Westseite der Kreisstraße entlang in südlicher Richtung wäre kurz vor Raisting, nördlich der Gärtnerei Hentschke, eine Querung der Straße denkbar. Bis hierher wären allerdings auch private Grundstück auf Dießener Flur betroffen. Über eine neue Brücke über die Rott verliefe der Radweg weiter auf Raistinger Gemeindegebiet rund 500 Meter in südlicher Rich­tung um dann nordöstlich von Raisting in die „Raistinger Spange“ zu münden. Die Strecke würde weitgehend über bestehende Wege, und auf Raistinger Flur über ein Grundstück verlaufen, das der Landkreis Weilheim-Schongau einst als Teilstück einer Umgehungsstraße für Raisting gekauft hat. Zustimmung signalisiert Seitens der Naturschutzverbände und der Schutzgemeinschaft Ammersee wurde bereits Zustimmung signalisiert, obwohl der Radweg auf Dießener Flur ein Stück weit durch FFH-Gebiet verlaufen würde. Der unvollendete Radweg durch das Naturschutzgebiet, der von der Jägerallee in Dießen in südlicher Richtung entlang der Staatsstraße bis zur Abzweigung nach Raisting führt, soll aufgelassen werden. Die Ergänzung der Machbarkeitsstudie um eine Variante 7 kostet laut Kirsch 2900 Euro. Die vorherigen Planungsvarianten – die zumeist westlich der Bahn und durch den Weiler Ertlmühle verliefen – mussten aufgrund des Widerstands der Anlieger verworfen werden. Bis 2008 hatten die Kommunen jahrelang erfolglos um einen Radweg entlang der unfallträchtigen Birkenallee gekämpft, letztendlich scheiterte das Projekt an unlösbaren Konflikten mit dem Naturschutzrecht.

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