Ein Konzert der "Auserwählten"

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Leon Dorn siegte bereits im vergangenen Jahr bei „Jugend musiziert“ als Percussion-Duo mit Korbinian Fichtl, heuer gewann er durch seine Wandlungsfährigkeit wieder einen 1. Platz beim Bundeswettbewerb.

Landsberg – Eigentlich müsste er schon daran gewöhnt sein, aber Lothar Kirsch, Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule strahlt vor Freude und Stolz. Wieder einmal hat seine Schule drei Bundessieger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ hervorgebracht und das wurde mit einem Konzert gefeiert.

Bereits im vergangenen Jahr landeten Korbinian Fichtl und Leon Dorn als Percussion-Duo ganz oben auf dem „Treppchen“, erzielten gar die höchste Punktzahl, die die Jury zu vergeben hatte (der KREISBOTE berichtete). In diesem Jahr bewiesen sie, dass sie auch als Solisten ganz vorne mitspielen konnten. Korbinian Fichtl startete mit einem spektakulären Stück an der Snare Drum bevor er Variationen eines japanischen Kinderliedes am Marimbaphon präsentierte und sein Programm mit dem aufregenden „Asanga“ von Kevin Volans am Schlagzeug beendete. Hier zeigte sich, dass Percussion durchaus Hochleistungssport sein kann…

Die gleiche Wandlungsfähigkeit bewies Leon Dorn, der von dem schnellen „After Tornado“ zu dem meditativen „Land“ von Takatsuga Muramatsu wechselte und schließlich mit der Komposition seines Lehrers Stefan G. Schmid „kiep kuhl“ das Publikum zu lauten Bravo-Rufen hinriss.

Ebenfalls einen ersten Platz als Solist belegte Godwin Schmid, der, wie Dorn und Fichtl, im letzten Jahr die Jury als Teil eines Percussion-Duos überzeugt hatte. Auch bei ihm der Wechsel der Instrumente, der Stimmungen. Bei „Frum“ des isländischen Komponisten Àskell Másson wirbelte er die Sticks fast zu schnell für’s Auge.

Einen Kontrast setzen die jungen Damen Carla Heugel (Blockflöte), Sophie Wendinger (Gambe), Teresa Hüttner (Sopran), die in der Kategorie „Alte Musik“ einen zweiten Platz belegten. Für ein viertes Ensemblemitglied, das am Freitagabend nicht anwesend sein konnte, war die ehemalige Kulturförderpreisträgerin Silvia Berchtold spontan eingesprungen. Zu viert bezauberten sie das Publikum mit einem Renaissance-Stück und einem mittelalterlichen Trinklied, bei dem die ausdrucksvolle Stimme Teresa Hüttners voll zur Geltung kam. Die drei Preisträgerinnen trugen zudem eine Kantate für Sopran, Altblockflöte und Basso Continuo von Johann Christoph Pepusch (1667 – 1752) vor.

Dieses Ensemble sei bayernweit das einzige, das im Bereich „Alte Musik“ zum Bundeswettbewerb zugelassen worden sei, erklärte Kirsch. Er hatte zuvor angekündigt, es sei unglaublich, was die jungen Leute an diesem Abend zeigen würden. Er hat nicht zuviel versprochen, wie auch Oberbürgermeister Mathias Neuner anerkennend zugab, der die jungen Künstler ehrte und ihnen ein kleines Präsent überreichte. Kirsch selbst staunte, wie treffend seine Ankündigung war: „Ich bin vollkommen platt!“

Patricia Eckstein

Stadt der Sieger

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