Siegesserie abgerissen

Nicht nur im Duell Martin Oswald vom SV Mering gegen Sebastian Nuscheler (rechts) vom TSV Landsberg hatten die Gäste im Hacker-Sportpark die Nase vorn. Foto: Krivec

Am 18. August hatte der TSV Landsberg zum letzten Mal verloren, seitdem hatten sich nacheinander sechs Teams die Zähne am zwischenzeitlichen Spitzenreiter der Landesliga Südwest ausgebissen. Jetzt hat der SV Mering die Serie mit dem überraschend deutlichen 0:4 (0:1) im Hacker-Sportpark gebrochen – dabei waren die Gäste mit einem Mittel aus der Fußball-Steinzeit erfolgreich.

Der klassische Manndecker galt als zusammen mit dem Libero ausgestorben, doch Merings Coach zauberte ein Exemplar dieser Gattung aus dem Hut. Und damit hatte Günter Bayer aus seiner Sicht durchaus recht; Bujar Bitic 90 Minuten lang in den Paarlauf mit Muriz Salemovic zu schicken, zeigte die erwünschte Wirkung: Landsbergs Offensivstratege kam nicht so zur Geltung wie in den vergangenen Wochen, womit dann auch das gesamte Angriffsspiel deutlich lahmte. „Er wurde aus dem Spiel genommen und wir sind doch sehr auf ihn angewiesen“, resümierte Trainer Sven Kresin später. „Daran müssen wir arbeiten, dass andere Zug zum Tor entwickeln und ihre Spielintelligenz zeigen.“ Genau das fehlte gegen Mering, als Salemovic abgemeldet war. Den Gastgebern fiel schlicht nicht viel ein, mangels Anspielstationen wurden die Bälle dann oft auf gut Glück nach vorne geschlagen, landeten dann aber zu oft beim Gegner. „Wir hatten dann zwar durchaus einige Situationen, aber da fehlte uns der Zug zum Tor. Und in einem solchen Spiel muss man dann auch einmal konsequent aus Standards zurückschlagen.“ Gegen den SVM lief allerdings ziemlich alles gegen die Landsberger. Schon nach gut zwei Minuten fiel Martin Oswald nach einer Ecke der Ball vor die Füße, aus gut 25 Metern zog der Mittelfeldmann ab und Markus Obermayer im TSV-Tor konnte nur noch zusehen, wie der Gewaltschuss unter der Latte zum 0:1 einschlug. Noch in der ersten Halbzeit legte Salemovic trotz Sonderbewachung vier Chancen aus dem Spiel und Standards für seine Mitspieler auf, die allerdings vor dem Tor die letzte Konsequenz vermissen ließen. Von Mering war offensiv nicht mehr viel zu bewundern, dafür zeigte man dann die Effizienz, für die der TSV zuletzt gerühmt worden war. Luichtl ließ sich in der 57. Minute nicht aufhalten, legte von der Grundlinie zurück, Obermeyer schob aus zwei Metern zum 0:2 ein. Während sich dann der eingewechselte Engel und Ayoglu am Strafraumeck gegenseitig behinderten (71.), nutzten die Gäste die Tatsache, dass der TSV komplett die Deckung öffnete: Dominic Fiorentino (75.) und erneut Obermeyer (88.) machten aus zwei weiteren Kontern die beiden letzten Tore. Passend zum Spiel: Roland Krötz setzte den Ball dagegen nur an den linken Pfosten (77.) Dass nicht viel zusammenlief, ist allerdings für Kresin längst kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. „Dazu ist die Serie, die wir bis jetzt gespielt haben, viel zu gut. Wir sind manchmal eben einfach noch ein bisschen grün. Daraus müssen wir jetzt unsere Lehren ziehen“, so der 36-Jährige, der betont, dass das „auch den Trainer“ mit einschließe. „Falls wir wieder auf so einen Gegner treffen, müssen wir dann einen Plan B aus der Tasche ziehen können.“ Die Grundstimmung bleibe jedenfalls positiv. Das soll am Samstag (15.30) im Auswärtsspiel das Tabellenschlusslicht FC Königsbrunn zu spüren bekommen. Dort ist der TSV klarer Favorit, auf die leichte Schulter will man den Gegner aber nicht nehmen. „Viele haben die schon abgeschrieben“, so Kresin. „Den Fehler dürfen wir nicht machen. Ich möchte nicht, dass denen die Überraschung ausgerechnet gegen uns gelingt.“ Das Ziel ist dennoch ganz klar: „Wir fahren da nicht hin, um einen Punkt zu holen, wir wollen einen Sieg.“ Der Trainer selbst wird dann auf jeden Fall noch nicht wieder aktiv mitwirken können, erst in dieser Woche wird bei einer Athroskopie festgestellt, wie schwer seine Knieverletzung ist und der Schaden wird auch gleich behoben. Selbst wenn das Kreuzband lädiert ist, denkt Kresin nicht ans Aufhören: „Dazu kicke ich viel zu gerne und ich kann meine Jungs jetzt auch nicht im Stich lassen. Falls es wirklich so kommt, stehe ich eben im März wieder parat, das würde ja zeitlich dann genau passen.“ Dagegen steigen Sanktjohanser und Buschel in dieser Woche wieder ins Training ein, ihr Einsatz in Königsbrunn ist noch offen.

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