Auf Siegesserie folgen Demütigungen – EVL verliert gegen Spitzenreiter Peiting mit 2:13 – Niederlage in Füssen mit 1:4

Es war alles gerichtet zum Topspiel gegen Peiting: Fünf Siege in Folge, über 1000 Zuschauer und eine EVL-Mannschaft, die nach dem verkorksten Saisonstart endlich Selbstvertrauen getankt hat. Das was die Landsberger Fans aber am Freitag dann miterleben mussten, wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben. Statt einer Sensation hat es gegen den Oberliga-Tabellenführer eine bittere 2:13-Klatsche gesetzt.

Dabei hatte alles verheißungsvoll angefangen: Peiting schnappte sich in den ersten drei Minuten gleich zwei Strafzeiten – die Chance den Spitzenreiter gleich am Anfang zu ärgern. „Doch schon da zeichnete sich ab, dass irgendwie alles anders ist als sonst,“ meinte hinterher auch Landsberger Trainer Franz-Xaver Ibelherr. Statt der Landsberger Führung legten nach sechs Minuten die Gäste richtig los. Vor allem die Reihe um Simon Barg, Lubor Dibelka und Ales Kreuzer spielten die Hausherren mehr als schwindlig. Barg (in der 7. Minute), Keppeler (in der 8. Minute) und Kreuzer (in der 10. Minute) brachten die Peitinger Elche dann auch mit 0:3 in Führung. Ibelherr nahm daraufhin eine Auszeit, um seinen Mannen einen Weckruf zu verpassen. Doch das Einreden brachte nichts, Dibelka erhöhte wenig später auf 0:4 (in der 11. Minute) und der Landsberger Coach nahm den zuletzt bärenstarken Torhüter Peter Holmgren vom Eis. Seinem Nachfolger Alexander Reichelmeir erging es aber nicht besser. Im Gegenteil, wer noch auf eine Wende im zweiten Drittel hoffte, der wurde schnell enttäuscht. Lubor Dibelka besorgte mit seinem zweiten Treffer das 0:5. Danach brach der EVL endgültig zusammen. Der Ex-Landsberger Thomas Zeck in der 26., Michael Fröhlich in der 29. und Manfred Eichberger in der 33. Minute erhöhten problemlos auf 0:8. Peiting steckte auch im dritten Abschnitt nicht zurück. Milos Vavrusa besorgte gleich in der 44. Minute Treffer Nummer neun für die Gäste. Erst drei Minuten später hatten die bis dahin leidgeprüften Landsberger Fans auch einmal Grund zum jubeln. Dieser fiel aber beim 1:9 von Daniel Nörenberg sehr verhalten aus, zumal die "Elche" mehr oder weniger das Tor selbst vorbereitet haben. Dafür legte die Mannschaft von Alexej Sulak im Zwei-Minuten-Takt wieder nach. Vavrusa in der 51., Dibelka in der 53., Habermann in der 55. und Keppeler in der 57. Minute machten nicht nur das Dutzend voll, sondern erhöhten sogar auf 1:13. Bezeichnend für die Leistung der Hausherren war ein Eigentor von Sebastian Wolsch, der eigentlich einen Pass der Gäste abfangen wollte, die Scheibe aber über die eigene Torlinie bugsierte. Nur das letzte Tor durften die Landsberger noch erzielen. Alex White besorgte in Überzahl 92 Sekunden vor Schluss den Endstand. Musste EVL-Trainer Franz-Xaver Ibelherr seit seinem Amtsantritt schon einige Schlappen hinnehmen, so war das für ihn sicherlich die bitterste. „Ich weiß gar nicht, was los war, ehrlich gesagt bin ich sprachlos“. Gegen die offensivstarken Füssener schien es am Sonntag also nur eine Frage, wie hoch der EVL verliert. Doch die Mannschaft trat mit guter Moral an. Zwar machten die Allgäuer in den ersten Minuten enorm viel Druck, aber der wieder erstarkte Peter Holmgren im Tor und etwas Glück verhinderten einen frühen Gegentreffer. Stattdessen schwammen sich die Landsberger immer mehr frei, während die Füssener den Faden verloren. Folgerichtig gab es auch erste gute Chancen und die 1:0-Führung für den EVL. Rotzfrech schnappte sich Alex White an der hinteren Bande die Scheibe und versenkte die Scheibe im langen Eck. Der EVF wirkte danach völlig konsterniert und kam erst durch einen Fehler der Landsberger Verteidigung wieder ins Spiel. Ricky Helmbrecht konnte in der 25. Minute vor Peter Holmgren ungestört die Scheibe annehmen und zum Ausgleich einschießen. Fünf Minuten später dann sogar die Führung für die Hausherren. Nach einem Schuss von David Burgess und einer starken Parade des EVL-Goalies blieb die Scheibe im Torraum liegen, Christian Völk reagierte am schnellsten und besorgte das 2:1 (in der 31. Minute). Landsberg steckte aber nicht auf sondern fightete zurück. So etwa durch Paul Caponigri, dessen Versuch ins lange Eck zu schießen nur um haaresbreite scheiterte. Stattdessen kam im letzten Abschnitt der Knackpunkt der Partie: Clayton Barthel wurde für ein eher harmloses Foul an Michel Maaßen mit einer Spieldauerstrafe vom Eis geschickt (in der 44. Minute). In der anschließenden Überzahl besorgte David Burgess mit einem Schuss ins linke untere Eck das vorentscheidende 3:1 (in der 48. Minute). Während die Füssener jubelten, reagierte EVL-Coach Ibelherr angefressen: „Das war nie und nimmer eine Spieldauer, Maaßen hat in der Situation den sterbenden Schwan gespielt.“ Seine Mannen steckten aber weiterhin nicht auf, versuchten den Anschlusstreffer zur erzielen. Doch es blieb bei dem einen Tor und Füssen traf 30 Sekunden vor dem Ende durch Ruslan Bezshchasnyy noch zum 4:1-Endstand ins leere Tor. Ohne den gesperrten Clayton Barthel geht es am kommenden Wochenende gegen die zuletzt auswärts schwächelnden Starbulls aus Rosenheim – am Freitag um 20 Uhr. Am Sonntag tritt der EVL beim TEV Miesbach an. Wer statt Barthel in der Verteidigung auflaufen wird, steht noch nicht fest. Andreas Widmann fehlt nach seinem Kreuzbandriss aber noch zwei Wochen.

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