Ein Förderverein fürs Bayertor

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Das Relief am Bayertor gehört mit den frühesten erhaltenen Skulpturen der Stadt Landsberg.

Landsberg – Noch bröckelt der Putz und die einst strahlenden Farben am Wahrzeichen Landsberg bleiben blass – zumindest bis zum Ruethenfest im Juli. Danach kann die Sanierung des Bayertores beginnen. Knapp eine Million Euro wird die Maßnahme verschlingen, und ähnlich wie beim Herkomermuseum soll ein Teil des Geldes aus der Bürgerschaft fließen. Das und noch mehr hat sich der jüngst aus der Taufe gehobene „Förderverein Landsberger Bayertor“ auf die Fahnen geschrieben.

Auf Details zum Verein selbst und zu den Vorhaben in nächster Zeit wollen die beiden Vorsitzenden, Sigrid Knollmüller und Landsbergs 3. Bürgermeister Axel Flörke, im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am Dienstag, 21. April, eingehen. Auf Einladung des neuen Fördervereins referieren an diesem Abend (19.30 Uhr) im Rathausfestsaal Gerhard Ringler und Dr. Rupert Utz über das Wahrzeichen Landsbergs. Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

Ringler, Architekt aus Landsberg, hat sich 1994 in seiner Vertiefungsarbeit zum Architekturstudium ausführlich mit dem Bayertor beschäftigt, das Aufmaß wurde auch im vierbändigen Inventar der Lechstadt „Die Kunstdenkmäler von Bayern – Stadt Landsberg am Lech, Band 1“ (Hsg. Michael Petzet und Dagmar Dietrich, 1995) veröffentlicht. Und Geologe Dr. Utz hat neulich im Stadtrat einen Kurzvortrag über die aktuellen Probleme des Bayertors gehalten und wird diesen in erweiterter Form mit zahlreichen Bildern der Öffentlichkeit vorstellen.

Der erste Teil des Vortrags am kommenden Dienstag befasst sich mit der Restaurierung des Bayertores in den Jahren 1975 bis 1977 und der Fundamentsanierung von 1983. Diese Stadien wurden erstmals 1994 umfassend von den beiden Landsberger Architekten Ulrich Delles und Gerhard Ringler in ihrer Vertiefungsarbeit dargestellt. „Ringler stellt in seinem Vortrag die Überraschungen vor, die sich in luftiger Höhe zeigten, aber auch, wie das Landsberger Wahrzeichen beinahe eingestürzt wäre“, kündigt Axel Flörke an.

Schadensbilder

Der zweite Teil des Vortrags befasse sich mit der Bestands- und Schadensaufnahme am Bayertor ab 2006. Dr. Utz zeige Problemstellungen, Untersuchungsmethoden, Schadensbilder und die Maßnahmenpla- nung auf und verschaffe einen Überblick über den aktuellen Stand der Restaurierungssplanung. Utz ist Dipl.-Geologe, hat sein Studium und seine Promotion an der LMU München bei Prof D.D. Klemm und Prof. Rolf Snethlage absolviert, die 1974 mit ihren Untersuchungen am Bayertor in Deutschland den Grundstein für die naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden in der Steinkonservie- rung gelegt haben.

"Münchner Tor"

Das Bayertor in Landsberg gehört zum letzten Mauerring der Stadt und wurde 1425 fertiggestellt. Das frühere „Münchner Tor“ ist 36 Meter hoch und diente mehr der Repräsentation als der Fortifikation. Förderer waren Ernst von Bayern, seine Gattin Elisabeth von Visconti und sein Bruder, Herzog Wilhelm III, deren Wappen heute noch an der Ostseite zu sehen sind; 1788 kam das Kurpfalz-Bayerische Wappen hinzu. Das Relief mit dem Gekreuzigten, Maria und Johannes und den zwei Engeln die mit einem Kelch das Blut Christi auffangen, gehört mit zu den frühesten erhaltenen Skulpturen der Stadt Landsberg.

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