Wahl: Der Landkreis Landsberg im Bayerntrend

Alex Dorow (CSU) wieder im Landtag, Gabriele Triebel (Grüne) folgt wohl

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Starke Frauen aus Kaufering: CSU-Ortsvorsitzende Gabriele Uitz (links) freut sich mit Gabriele Triebel (rechts), die ihr herausragendes Ergebnis (24,46 Prozent im Stimmkreis) für die Grünen kaum fassen konnte.

Landkreis – Deutlich geschwächt geht die CSU im Landkreis Landsberg aus der Landtagswahl hervor: Direktkandidat Alex Dorow, der vor fünf Jahren noch mit gut 51 Prozent geglänzt hatte, brachte es nur noch auf 35,44 Prozent der Erststimmen. Damit zieht er erneut direkt in den Landtag ein. Deutlich gestärkt hingegen die Grünen. In den Gemeinden Schondorf, Utting, Dießen und Windach wurden sie stärkste Kraft. Und Gabriele Triebel aus Kaufering bejubelte ihre 24,46 Prozent bei ihrem ersten und vermutlich erfolgreichen Anlauf in Richtung Maximilianeum.

CSU-Direktkandidat Alex Dorow hat zwar sein Mandat verteidigt, konnte aber in keiner einzigen Landkreis-Gemeinde einen Stimmenanteil über 50 Prozent erzielen. Sein bestes Ergebnis holte der ehemalige Fernsehjournalist mit 45,9 Prozent in Prittriching, das schlechteste in Dießen (30,1 Prozent).

Versteinerte Mine bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Landratsamt: Alex Dorow (CSU), der erneut direkt in den Landtag einzieht.

Grünen-Kandidatin Gabriele Triebel erzielte ihr bestes Ergebnis ausgerechnet in Dorows früherem Wohnort Schondorf – hier stimmte fast jeder Dritte (31,5 Prozent) für sie. Neben den Ammersee-West-Gemeinden schnitt die Grüne Direktkandidatin in Finning (28,6 Prozent), Landsberg und Eresing (je 28,3 Prozent) sowie in ihrem Heimatort Kaufering (27,4 Prozent) besonders gut ab.

In allen Gemeinden durchgängig unter zehn Prozent landete die SPD mit ihrem Direktkandidaten Christian Winklmeier. In Apfeldorf, Denklingen, Hurlach, Reichling und Scheuring lag der Anteil der Sozialdemokraten an den Erst- und Zweistimmen sogar unter fünf Prozent. Die Sozialdemokraten zählen somit ebenfalls zu den großen Verlierern. Den 17,36 Prozent aus 2013 für Herbert Kränzlein stehen nun 7,66 für Winklmeier gegenüber.

Die Freien Wähler waren mit über 14 Prozent in Scheuring am stärksten und erreichten auch in diversen anderen Gemeinden zweistellige Ergebnisse bei den Zweitstimmen, darunter Apfeldorf, Denklingen, Eching, Fuchstal, Hurlach, Igling und Rott.

Weniger Anhänger als im Landesdurchschnitt hat die AfD im Landkreis Landsberg. Sie erzielte ein Ergebnis von 8,3 Prozent. Mit rund 14 Prozent war sie am stärksten in Hurlach, Obermeitingen und Denklingen.

Die FDP hat zwar auf Landesebene die Fünf-Prozent-Hürde geknackt, ihre Ergebnisse im Landkreis aber bewegen sich zwischen rund drei und neun Prozent. Direktkandidatin Ulla Schäfer erzielte ihr persönlich bestes Ergebnis in Schondorf (9,1 Prozent).

Nicht in den Landtag ziehen die Bayernpartei, die ÖDP und die Linke ein. Die Bayernpartei schaffte es in Egling auf acht Prozent der Zweitstimmen. Hier war auch die ÖDP mit rund sechs Prozent vergleichsweise stark, ansonsten blieb sie überall unter fünf Prozent. Nur in Geltendorf, wo er Zweiter Bürgermeister ist, erzielte Direktkandidat Robert Sedlmayr einen Erststimmenanteil von 10,5 Prozent. Die Linke schwankte zwischen ein und drei Prozent der Stimmen – ihr höchstes Ergebnis lag bei 3,7 Prozent in Hofstetten.

Die Wahlbeteiligung lag im Landkreis Landsberg bei 77,7 Prozent und damit höher als im Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck-West insgesamt (76,9 Prozent). Vor allem aber fiel sie höher aus als bei der Landtagswahl 2013 (68,2 Prozent).

Josef Loy im Bezirkstag

In den Bezirkstag zieht Josef Loy (CSU) aus Eresing zum vierten Mal als Direktkandidat ein. Im Vergleich zum 2013 verlor er im Stimmkreis zwar fast 14 Prozent, hatte mit 35,13 aber die Nase noch klar vorne. Zu den großen Wahlgewinnern zählten auch hier die Grünen. Jan Halbauer glänzte mit 22,52 Prozent der Erststimmen. Der Landsberger Jonas Pioch (Freie Wähler) erhielt 12,16 Prozent. Wer mit Josef Loy in den Bezirkstag einzieht, steht voraussichtlich erst heute fest.

uos/oni

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