Skurriler Bühnenspaß

Eine alte Militärkladde gibt das Geheimnis preis: Dandy Jack (4.v.l) heißt tatsächlich Ernst. Mit dabei Miss Letitia Prism (Silvia Adani), Pastor Dr. Chasuble (Reinhard Mack), Cecily (Anja Fritzsche), Gwendolen (Jana Jangl) und Algernon (Thomas Honsberg). Fotos: Nagl

Schrill, bunt und bestlaunig präsentierte sich das „Hoftheater“ am Samstag zur Wiedereröffnung des Gasthofs Maurerhansl. Das Ensemble hatte sichtlich Spaß daran, Oscar Wildes Dandy-Komödie „Bunbury – Irgendetwas mit Ernst“ vor ausverkauftem Haus auf der Wirtshausbühne zu präsentieren. Ein Spaß, der mit viel Applaus belohnt und anschließend im bunten Pappmaché-Dschungel der hauseigenen Mamba-Bar ausgiebig gefeiert wurde.

Warum stehen nur alle jungen Damen in London und in Tunbridge Wells Woolton, Grafschaft Hertfordshire, auf den merkwürdigen Vornamen Ernst? Jack Worthing (Philip Müller) und sein Freund, der stadtbekannte Dandy Algernon Moncrieff (Thomas Honsberg) würden für ihr Leben gern so heißen, um bei den von ihnen umschwärmten Ladys zu landen. Und so ersinnen sie Tricks und Kniffe, die Ereignisse und das Bühnengeschehen überschlagen sich und ein Happy End gibt es erst, nachdem die extravaganten Helden von ihren Angebeteten, Gwendolen (Jana Fairfax) und Cecily (Anja Fritzsche) enttarnt werden. Denn gerade noch rechtzeitig gibt ein verstaubtes Militärregister das Geheimnis preis: Der Vater des heiratswilligen Protagonisten Jack, ein ehrwürdiger Oberst, hieß tatsächlich Ernst. Allerdings war seinem Sohn der ererbte Vornamen durch eine tragische Verwechslung, die Jack in frühester Kindheit zum Findelkind machte, abhanden gekommen. Der Vorname Ernst und ein Unbekannter namens Bunbery reichen dem genialen Oskar Wilde (1854-1900) völlig aus, um daran eine furiose Täuschungs-, Veralberungs- und Verlobungsposse aufzuhängen, die mit subtiler Kritik an der Oberflächlichkeit der Oberschicht nicht spart. Ein skuriller Bühnenspaß, der dem Hoftheater auf den Leib geschrieben ist. Zum Publikumsliebling avancierte am Premierenabend der junge Münchner Thomas Honsberg als Algernon. Er spielte und sang was das Zeug hielt. Mit seiner E-Gitarre rockte er wie einst Mick Jagger über die Bühne und versprühte als „bunburysierender“ Dandy jede Menge Witz und Charme. Fans der Rolling Stones kommen in Rebecca Mack von Elemenaus Inszenierung ohnehin voll auf ihre Kosten. Und so geben die Protagonisten mit Freude einen jeweils eigens auf ihre Rolle zugeschnittenen Stones-Song zum Besten. Weitere Vorstellungen finden am 9., 10., 11., 16., 17., 18., 21., 24. und 25. März, jeweils um 20.30 Uhr im Gasthof Mauerhansl. Kartenreservierungen unter Telefon 08807/92290 oder 08807/342.

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