Smart City Landsberg

Landsberg im 3D-Modell?

Leichtflugzeug von Elektra Solar
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Mit Leichtflugzeugen wie diesem hat Eletra Solar Landsberg aus der Luft aufgenommen.

Landsberg – Eine neue Generation an Luftbildern, ein virtuelles 3D-Modell der Stadt und eine umfangreiche Geodaten-Plattform – all das ist möglich dank solar-elektrisch betriebener Leichtflugzeuge. Im Rahmen des Pilotprojekts „Smart City – Landsberg am Lech“ haben die Unternehmen Elektra Solar GmbH und 3D Reality Maps GmbH mit dieser Technologie die Stadt von oben aufgenommen. Im Bauausschuss ging es jüngst um die mannigfachen Anwendungsmöglichkeiten und Potentiale, die sich daraus für die Stadt ergeben könnten.

Elektra Solar ist ein Spin-Off des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt und hat seinen Sitz am Penzinger Feld in Landsberg. Das Unternehmen entwickelt, baut und betreibt solar-elektrische, teils autonom gesteuerte Leichtflugzeuge ohne lokale Emissionen. Diese sind dank Sensor-Technik in der Lage, Bilddaten georeferenziert zu erfassen. Die Aufnahmen sind detailgenau bis hin zur Erfassung von Dachaufbauten und Straßenbelägen – wesentlich detaillierter also als Darstellungen etwa auf Google Maps.

In Kooperation mit der Firma 3D Reality Maps aus der Landeshauptstadt kann mit den Daten ein fotorealistisches 3D-Stadtmodell erzeugt und eine Smart-City-Geodaten-Plattform angelegt werden. Diese wiederum ließe sich mit vorhandenen Datenbanken verknüpfen. Zu den zahlreichen Anwendungsbereichen gehören die Stadtentwicklung – möglich wären zum Beispiel die Visualisierung von Planungen und Analyse von Sichtachsen –, Verwaltung, Denkmalschutz und Stadtgrün, Klimaschutz, Mobilität und Verkehr sowie Immobilienvermarktung. Für den Tourismus wäre die Entwicklung eines digitalen Reiseführers denkbar.

Zwangsläufig stellt sich bei diesen schier unbegrenzten Möglichkeiten die Frage des Datenschutzes. Die Stadt Landsberg würde – wenn sie sich denn dafür entscheidet – die Daten kaufen und festlegen, „wer was damit machen kann“, erklärte dazu Dr. Florian Siegert, Gründer und Geschäftsführer von 3D Reality Maps. Während „Google fliegt, ohne irgendjemanden zu fragen“, hätte in diesem Fall die Stadt die Datenhoheit. Mit Kosten von etwa 30.000 Euro für ein „Grundmodell“ wäre das Ganze noch nicht einmal unerschwinglich.

Petra Ruffing (CSU) hatte dennoch Bedenken – sie befürchtete starke Eingriffe in die Privatsphäre, da mit Hilfe von Wärmebildern sogar der Dämm- und Sanierungsbedarf einzelner Gebäude sichtbar gemacht werden könnte. Genau das sei aber auch eine Chance, Klimaziele zu erreichen, hielt Siegert dem Einwand Ruffings entgegen.

Der Bauausschuss nahm die Präsentation zunächst nur zur Kenntnis. Ein Beschluss fiel noch nicht.

Ulrike Osman

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