Kleinkunstfutter für Geist und Seele

s'Maximilianeum Landsberg: Wie sieht die Saison 2020/2021 aus?

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Der Vorstand der Kleinkunstbühne s‘Maximilianeum ist optimistisch: Programmplaner und zweiter Vorstand Armin Federl (vorne mittig) und Erster Vorstand Rolf-Jürgen Lang (vorne rechts) sowie Pressesprecher Frank Volk (vorne links) haben das Programm 2020/2021 vorgestellt.

Landsberg – Eines der Worte, die – abgesehen von ‚Corona‘ – in diesem Jahr wohl am häufigsten fallen, ist ‚eigentlich‘. So hat auch die Kleinkunstbühne s’Maximilianeum für die Saison 2020/2021 eigentlich Grund zum Feiern: Es ist ihr 30-Jähriges. Dass das nicht ganz so wie gewünscht vonstattengehen kann: selbstredend. Dennoch startet das s’Maximilianeum wie gewohnt am 3. Oktober mit politischem Kabarett. Im kleineren Rahmen, mit finanziellem Risiko und den (wahrscheinlich) geltenden Einschränkungen, aber mit der gewohnt exzellenten Qualität der geladenen Künstler.

„Es ist alles ohne Gewähr“, stellt der erste Vorsitzende Rolf-Jürgen Lang gleich an den Anfang. Die einzuhaltenden Bedingungen und erlaubten Möglichkeiten änderten sich gerade nahezu täglich. Und natürlich sei auch die Möglichkeit dabei, dass auch alles wieder komplett geschlossen werde. Man halte sich streng an das Hygienekonzept und die Vorschriften des Stadttheaters, so Lang. Das ist in der jeweils aktuellen Fassung auf der Webseite des Theaters und auch der Kleinkunstbühne nachzulesen.

Für die vier/fünf Programmpunkte, die bis Jahresende geplant sind, gelten folgende Regeln: Alle finden im Saal statt, „also auch das Weihnachtsbrettl“, bedauert Lang. Bei dem wohl auch Punsch und Kerzen ausfallen. Der Vorverkauf beginnt erst vier Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung. Karten zum Einheitspreis von 20 Euro für alle Plätze gibt es nur im Theaterbüro und im Reisebüro Vivell. Ob es eine Pause geben wird, hängt von den Bedingungen und natürlich auch von der Länge der einzelnen Auftritte ab. „Wie es dann 2021 weitergeht, werden wir sehen.“

„Wir wollen trotz Corona und einem großen finanziellen Risiko für den Verein das Kulturprogramm für Kleinkunst in Landsberg aufrechterhalten“, betont Pressesprecher Frank Volk. Weshalb der zweite Vorsitzende Armin Federl bei den Künstlern angefragt habe, ob auch ein Auftritt vor weniger Publikum möglich wäre – bei reduzierter Gage. „Und die Rückmeldung der Künstler war herzerfrischend!“ Der Großteil habe auf die Einhaltung der Garantiegage verzichtet – im Sinne von ‚Wir schauen, was reinkommt, dann teilen wir‘. Das zeige auch, wie sehr den Künstlern die Auftritte fehlten. Dennoch wolle man ein paar Pfennige für die „Kabarettisten, die Gaukler und Kleinkünstler“ sammeln. Genauer: „Wir wollen ihnen die höchstmögliche Gage zukommen lassen“, betont Volk. Die Kleinkunstbühne werde von den Einnahmen nur ihre Unkosten abziehen, „der Rest geht an die Künstler.“ Zudem will die Kleinkunstbühne jedem der Künstler, denen sie seit März habe absagen müssen, einen Ersatztermin anbieten. Den Anfang macht die Bergsagennacht im März nächsten Jahres, die zwischen zwei ‚normalen‘ Terminen an einem Mittwoch (!) stattfindet.

Bisher habe man noch nie einen Zuschuss beantragt, sagt Lang. Bei den momentan möglichen hake es immer bei den Voraussetzungen – ein Leid, dass viele Kleinkünstler mit dem Verein teilen. Weshalb sich die Kleinkunstorganisatoren umso mehr über die Förderzusage der Stadt Landsberg freuen.

„Wir wollen eigentlich ein Viertel unserer Ausgaben durch den Verein, ein Viertel durch die Stadt, eins durch die Einnahmen und das letzte durch den Staat reinbekommen“, rechnet Lang vor. Beim Staat werde man aber wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Man werde aber abrechnen – und den Zuschuss der Stadt – maximal 2.500 Euro – nur für das dann noch offene Minus beanspruchen.

Bevor es am 3. Oktober losgeht, macht die Formation „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn im Theatergarten Halt: am kommenden Dienstag, 4. August, um 20 Uhr. Karten gibt es ab jetzt.

Das Programm:

Wie gewohnt: Die Kleinkunstbühne s‘Maximilianeum hat Bestes zu bieten. In diesem Jahr locken vier Veranstaltungen in den Theatersaal. Und am kommenden Dienstag, 4. August, spielt im Theatergarten ab 20 Uhr die Formation „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“.

Mit Werner Koczwaras „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt“ geht das s’Maximilianeum am 3. Oktober gleich in die Vollen. Die Idee des Programms ist 20 Jahre alt, aber so wie die gewünschte Vereinfachung des deutschen Gesetzes fortwährend für mehr Absurdes sorgt, entwickelt auch der schwäbische Kabarettist sein Programm weiter. Mit Erfolg: Er gilt als „Erfinder des Justizkabaretts“. Und sein Programm ist mit mehr als 1.000 Auftritten das meistgespielte im deutschsprachigen Kabarett.

Am 30. Oktober übernimmt eine weitere Kabarettgröße die Bühne im Theatersaal: Helmut Schleich mit „Kauf, du Sau“. Schleich, schon seit 1983 auf der Bühne, ist Stammgast im Stadttheater. Und immer ausverkauft. Sein Programm dreht sich um Konsum – und die damit einhergehende „politische Verdummung“.

Erwin Rehling und Peter Holzapfel bringen am 15. November die Musik auf die Kleinkunstbühne: In „Neues von früher“ übersetzt Multiinstrumentalist Holzapfel Rehlings „wahre und durchlebte“ Jugenderinnerungen in Musik: rockig, jazzig, experimentell.

Und auch, wenn alles anders ist: Das Weihnachtsbrettl am Jahresende bleibt. Am 20. Dezember versetzten das Duo „Klangzeit“ sowie die Landsberger Schauspieler Monica Calla und Matthias Bartels das Publikum in Weihnachtsstimmung, mit Ausflügen ins Satirische. Ob es wie die Jahre zuvor Punsch gibt? Und ob Kerzen im Saal erlaubt sein werden? Man weiß es nicht. Aber man darf hoffen.

Und 2021?

Das Jahr startet mit einer legende: Embryo mit „Die Reise geht weiter“ wird am 30. Januar spielen. Welche Konditionen dann vorherrschen, ob vielleicht ein Konzert im Foyer möglich ist, muss man abwarten. Wenn Snowdance stattfindet, im Rahmen des Filmfestivals. Am 28. Februar ist der Liedermacher Roger Stein zu Gast. Am 10. März wird die Bergsagennacht nachgeholt, bevor am 21. März Kabarettist Uli Masuth „Mein Leben als ICH“ beschreibt. „Das Du „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ tritt am 18. April mit „Gleich knallt‘s auf“. Martin Kälberer & Fany Kammerlander sind am 9. Mai zu hören. Und den Abschluss macht Martin Frank am 16. Juni mit „Einer für alle – alle für keinen“.

Mehr Infos unterwww.kleinkunstbuehne-landsberg.de. Oder auch im Programmheft, das bereits jetzt ausliegt.

Susanne Greiner

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