Unabhängige Filme in Landsberg:

Snowdance 2020 mit Punk und ohne Manifest

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Tom Bohn (links, neben Ulrike Folkerts und Heinz Hoenig) hat gut Lachen: Das Snowdance Independent Filmfestival in diesem Jahr war das bisher erfolgreichste.

Landsberg – Das Snowdance Independent Filmfestival 2019 war das beste bis jetzt. Superschön!“ Festival-Initiator und Regisseur Tom Bohn ist begeistert. Insgesamt seien zu den Filmen 50 Prozent mehr Besucher gekommen als im Jahr zuvor. Auch das Konzept „mehr Film – weniger Party“ sei gut angekommen. Aber lange ausruhen ist nicht: Die Planung für 2020 hat schon begonnen.

Dass es heuer so ein Erfolg war, habe vor allem an dem Team gelegen, betont Bohn: „Wir waren 28 Leute. Und die wollen 2020 alle wieder mitmachen.“ Da hat wohl nicht nur dem Ini­tiator die Teamarbeit gefallen. Die Grafikerin, die heuer gestaltete, wird das auch beim kommenden Festival machen. Und auch die Zusammenarbeit mit der Stadt habe bestens geklappt und vieles erleichtert. Weshalb auch 2020 die Stadt wieder dabei ist. Die Hauptsponsoren würden bleiben.

Für das kommende Jahr stehen jedoch einige Änderungen an. Nicht mehr geben wird es das „Landsberger Manifest“. Zu wenig Interesse seitens der Zuschauer und auch der Medien, moniert Bohn. Geplant ist aber ein Ersatz: ein Forum – das genaue Format ist noch unklar – für internationale filmpolitische Independent-Themen. „Nicht mehr Deutschland-spezifisch“, sagt Bohn. Im Gespräch sei man schon mit Independent-Kennern aus USA, Japan und auch Australien. Manifest-Moderator Werner Lauff werde aber auf jeden Fall weiterhin dabei sein: „Er hat einen tollen Job gemacht.“

Dazu kommt eine Festivalzeitschrift – jeden Tag eine Ausgabe. „Das wird ein Programm zum Anfassen“, freut sich Bohn. So könne man auch spontan auf Veränderungen reagieren.

Der Jugendworkshop war schon heuer eine Erfolg. Um die Jugendlichen noch mehr ins Festival einzubeziehen, sollen die Teilnehmer 2020 einen eigenen Film drehen, der dann im Rahmen des Festivals aufgeführt wird. Ob es ein Film über das Festival oder mit einem völlig anderen Thema wird, überlässt die Schauspielerin und Workshopleiterin Beate Maes den Teilnehmern: „Wir wollen da nicht eingreifen.“ Ziel sei, die Sehgewohnheiten der Jugendlichen zu ändern, weg von der Hollywood-Blockbuster-Gigama­nie hin zum Detail. Wie zum Beispiel bei „Die defekte Katze“, dem diesjährigen Gewinner für die beste Regie. Zudem wolle man auf die offensichtliche Neugier von Jugendlichen auf Themen wie Identität oder Charakter eingehen. Denn zum Workshop im Januar kamen statt der erwarteten 20 Schüler satte 60. „Wir können ihr Interesse an Kultur unterstützen und Fragen wie ‚Wer bin ich?‘ vertiefen“, erläutert Maes. „Und außerdem können wir in den Workshops unseren Nachwuchs heranziehen“, grinst Bohn.

Ausgebaut werden soll auch die Möglichkeit, direkt nach dem Film mit dem Regisseur zu sprechen. Und weil so viele der Filmbesucher von außerhalb kommen, wollen Bohn und Konsorten auch diesen entgegenkommen und eine Vormitttagsvorstellung um 11 Uhr einführen.

Was auf jeden Fall bleibt, ist der Ball der Filmemacher. Und weil immer wieder nachgefragt wird: Es ist kein Ball im Sinne von Ballkleid und Chichi. „Es geht nicht darum ‚Was ziehe ich an?‘, sondern ‚Wen kann ich treffen?‘“, sagt Bohn. Und deshalb wird auch die Punkband, 2020 kommt eine aus Berlin, weiterhin ab Mitternacht ihr Zuhause an diesem Abend finden – allerdings nicht im Foyer, sondern in der Säulenhalle. So könne man ein bisschen trennen, ist Bohn überzeugt. „Vorne läuft dann weiterhin der Ball der Filme­macher.“

In diesem Jahr erwirtschaftete Snowdance zum ersten Mal einen Gewinn. Der sofort in die Technik fließt „und in eine professionelle Marketing-Agentur aus Berlin“, so Bohn. Denn die sei besser international vernetzt. Und den Aspekt ‚international‘ wolle man mehr hervorheben.

Last but not least soll, was heuer nicht klappte, 2020 wahr werden: der weltgrößte Regiestuhl auf dem Hauptplatz.

Susanne Greiner

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