In Landsberg "dahoam"

Snowdance besiegelt Partnerschaft mit Stadt – mehr Kultur, weniger Party

+
Wollen Landsberg und Snowdance zu einer gemeinsamen Marke in der Filmwelt ausbauen: Festival-Gründer Tom Bohn, Kulturchefin Claudia Flörke und OB Mathias Neuner

Landkreis – Liiert sind sie schon seit fünf Jahren, jetzt wurde die endgültige Verbindung offiziell besiegelt. Das Snowdance Independent Filmfestival und die Stadt Landsberg werden künftig noch enger miteinander kooperieren und das Festival zu einer gemeinsamen Marke ausbauen. Das gaben Oberbürgermeister Mathias Neuner und Snowdance-Gründer Tom Bohn bei einer Pressekonferenz bekannt. Als Koordinatorin zwischen Stadt und Festival wird Kultur-Chefin Claudia Flörke fungieren, die auch bei Ausrichtung und Filmauswahl ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat.

Auf der in der Filmweltsprache Englisch gestalteten Webseite des Snowdance-Festivals wird Flörke bereits direkt nach Bohn als „Culture Officer“ aufgeführt, was die Wertigkeit ihres künftigen Engagements unterstreicht. Dabei soll die neue Ausrichtung weg vom sponsorenorientierten und kommerziellen Festival hin zu mehr Filmkultur gehen. Natürlich werde es auch 2019 einige wenige Sponsoren geben, wobei der TV-Sender SKY nicht mehr von der Partie ist. Aber die heimischen Geschäfte, die „City-Sponsoren“, will man mit ihren tollen Deko-Ideen wieder einbinden. Vielleicht gebe es auch Zuschüsse aus der Bayerischen Filmförderung.

Wie Bohn erläuterte, habe es nach den Erfolgen der letzten Jahre Angebote von anderen Städten gegeben, das Snowdance-Festival zu verlegen. Ausschlaggebend für sein „No“ waren die bisher gute Zusammenarbeit mit Stadt und Behörden sowie das „Landsberger Manifest“, das Werner Lauff mit den Filmschaffenden des letzten Festivals ausgearbeitet hat. „Dieses Papier hat in der Branche für viel Furore und Aufmerksamkeit gesorgt“, so Bohn. Damit sei der Name Landsberg in der gesamten Filmwelt für alle Zeiten fest verankert. „Und deshalb war und bleibt Snowdance in der wunderschönen Lechstadt Landsberg dahoam“, sagt der inzwischen eingebayerte Wuppertaler Regisseur und Drehbuchautor entschieden.

Zur Freude von OB Neuner, weil künftig das offizielle Landsberg-Logo auf allen Snowdance-Werbematerialien prangen wird. Es sei eine Win-Win-Situation für beide Parteien, die künftig an einem Strang ziehen werden und Landsberg zu einer speziellen Filmhochburg ähnlich wie Hof machen wollen. Als Zukunftsvision schwebt Bohn sogar eines Tages eine Landsberger Filmakademie vor. Bereits zum Snowdance-Festival 2019 (26. Januar bis 3. Februar) will er Jugendgruppen und Schulklassen mit in die Vorbereitung und sogar Filmauswahl einbeziehen. Sogar einen Film gemeinsam mit dem künftigen Nachwuchs kann sich Bohn vorstellen.

Man will sich bei der künftigen Ausrichtung wieder mehr auf Film und weniger auf Party konzentrieren, so Bohn. Es werde nur noch den „Ball der Filmemacher“ im Stadttheater geben, ansonsten wird ernsthaft gearbeitet wie zum Beispiel bei den gefragten Schauspiel-Workshops mit Beate Maes. Snowdance sei künftig kein kommerzielles Filmfestival mehr, sondern lege den Schwerpunkt auf Kultur und sei eintrittsorientiert. Auch einen prominenten Schirmherrn wird es 2019 geben, wobei Bohn die Qual der Wahl hat. Einige namhafte Schauspieler hätten schon angeklopft und wollen in Landsberg unbedingt dabei sein.

Bei den Spielstätten werde man künftig in Landsberg bleiben, wobei Flörke mehr Räumlichkeiten in Aussicht stellt. Die Einbeziehung des Cineplex in Penzig habe sich wegen der Entfernung nicht bewährt. „Bei uns ist alles fußläufig erreichbar“, freut sich OB Neuner. Und die Schloßberg-Garage sei bis dahin garantiert fertig renoviert und betriebsfertig. Eine verwegene Idee brachte da Bohn ins Spiel. „Warum nicht vorab zur Werbung für das Festival eine Filmvorführung in der Garage?“ In München würden auch in U-Bahn-Tunnels oder Bahnhöfen Events stattfinden.

Und noch eine Möglichkeit zur Werbung für Landsberg und Snowdance brachte Bohn aufs Tablett. „Vielleicht gehen wir mit den besten Filmen des Festivals auf Tour in einige ausgewählte Städte?“

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

"Ich wär' so gern Thomas Müller!"
"Ich wär' so gern Thomas Müller!"
The Wombats und Lili Tralala rocken die Kaltenberger Arena
The Wombats und Lili Tralala rocken die Kaltenberger Arena
landsbergblog zieht zum KREISBOTEN um
landsbergblog zieht zum KREISBOTEN um
Der Amtsschimmel lässt das Wiehern auf der Bienenweide
Der Amtsschimmel lässt das Wiehern auf der Bienenweide

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.